Direkt zum Inhalt

„Große Familienzusammenkunft“ Tausende Menschen demonstrierten gegen sexuelle Vielfalt

Von co - 20.09.2022 - 12:00 Uhr
Tausende Menschen demonstrierten gegen sexuelle Vielfalt
Foto: © ardasavasciogullari
ANZEIGE
Loading audio player...

Am Sonntag nahmen mehrere tausend Menschen an der als „große Familienzusammenkunft“ beworbenen Demonstration gegen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im konservativen Istanbuler Stadtteil Fatih teil. Die Teilnehmenden forderten, dass LGBTI*-Organisationen und „LGBTI*-Propaganda“ verboten werden sollen. Eine entsprechende Aktion erzielte mehr als 150.000 Unterschriften.

Wer nahm daran teil?

Im Vorfeld hatten konservative Gruppen, die dem Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan nahestehen, kräftig Werbung gemacht. Viele Schilder gaben vor, im Interesse der Familie zu handeln: „Schützt eure Familie und eure Generation“,„Papa + Mama + Baby = Familie“, „Der Schutz der Familie ist eine Frage der nationalen Sicherheit“ oder „Sag Nein zum geschlechtslosen Gesellschaftsentwurf“. Kinderbetreuerin Hatice Muge erklärte laut Stern: „Menschen sind trotz Regens für ihre Kinder hier, für zukünftige Generationen.“ Die türkische Regierung solle „die Kinder vor diesem Dreck retten“.

Kritik durch Menschenrechtsgruppen

Ein Werbefilm der Demonstration zeigte einen Zusammenschnitt vergangener LGBTI*-Kundgebungen, die seit 2015 in der Türkei verboten sind. Der Oberste Rat für audiovisuelle Medien (RTÜK) deklarierte das Video laut Euronews als „von öffentlichem Interesse“. Vor allem das kritisierten Menschenrechtsgruppen scharf. Mehrere Organisationen und Privatpersonen forderten in den sozialen Medien ein Verbot des „Hassmarsches“. Dass das Video auch noch vom RTÜK veröffentlicht wurde, sei laut der Organisation HDP „Verbrechen des Staates.“ Die Kundgebung werde „Hass gegen LGBTI* durch den Staat schüren“.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

GALAJorge González: Schwierige Kindheit in KubaFalterLiteraturnobelpreisträgerin Anne Carson: Aus der Zeit gefallen, hoch aktuelltazKurswechsel in Ungarn: Anti-LGBTIQ+-Gesetze gekipptDER STANDARDOrbán-Lager serviert beim Thema LGBT alten Wein aus alten SchläuchenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Sollte die geplante automatische Weitergabe sensibler Daten in Baden-Württemberg verhindert werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Kampf um die Ehe

Klage gegen die Slowakei

Zwei in Österreich verheiratete Männer kämpfen vor Gericht um die Anerkennung ihrer Ehe in der Slowakei – und berufen sich auf EU-Recht.
Nacktbilder als Druckmittel

Was du bei Sextortion tun kannst

Erpressung mit Nacktbildern? Was du jetzt tun kannst, wie du Hilfe bekommst und welche Dienste gegen die unerlaubte Verbreitung helfen.
Andrew Scott im Aids-Drama

Erster Trailer zum Oscar-Kandidaten

Andrew Scott spielt in „Elsinore“ den Schauspieler Ian Charleson, der trotz seiner HIV-Erkrankung als Hamlet gefeiert wurde und 1990 an Aids starb.
Jugendhaft für Grindr-Räuber

Schwule Männer brutal überfallen

Ein 18-Jähriger muss nach brutalen Überfällen auf schwule Grindr-Nutzer in Berlin jetzt sechs Jahre in Jugendhaft.
Queere Schüler besser schützen

Prien fordert Schutz vor Missbrauch

Sexualisierte Gewalt bedroht insbesondere auch queere Schüler. Bundesministerin Karin Prien fordert nun verbindliche Schutzkonzepte an allen Schulen.
Ungarn kippt LGBTIQ+-Verbote

Aus für Anti-Homosexuellen-Gesetz

Ungarns Parlament hebt zentrale LGBTIQ+-Beschränkungen aus der Ära Orban auf. Die Entscheidung folgt auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs.
Schwule Liebe in Avatar-Welt

Schwules Paar begeistert Fans

„Avatar: Seven Havens“ zeigt mit Jae und Datu ein schwules Paar. Die Fans feiern die Liebesszene, während Paramount+ zwei weitere Staffeln bestätigt.
Festnahmen in Indien

Neun Verdächtige nach Mord

Nach dem Mord an dem schwulen Influencer Mad Sandhu in Indien wurden neun Männer festgenommen. Die Polizei vermutet Homophobie und Bandenkriminalität.
Missbrauchsverdacht in Italien

Hausarrest für prominenten Priester

Ein italienischer Priester steht wegen mutmaßlicher sexueller Gewalt gegen einen 20-Jährigen unter Hausarrest. Die Kirche war offenbar vorgewarnt.