Direkt zum Inhalt
Griechenland im Kampf um LGBTI*-Rechte // © zoranm
ANZEIGE

Griechenland im Kampf um LGBTI*-Rechte Kirchen kämpfen gegen die “Perversion der Natur“

ms - 16.05.2022 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Griechenland geht in diesen Tagen mit großen Schritten in puncto LGBTI* weiter nach vorne – nachdem das beliebte Urlaubsland in Europa erst zu Beginn des Jahres das Blutspende-Verbot für schwule und bisexuelle Männer vollständig aufgehoben hatte, beschloss das Parlament nun in einem weiteren Schritt, auch Konversionstherapien zu verbieten. Dabei hat sich das Land weitere große Ziele gesetzt und will bis 2025 durch mehrere Reformen die Gleichstellung der Geschlechter und damit auch der LGBTI*-Community erreichen.

 

Im Detail sieht das Verbot vor, dass “Heilungsangebote“ für schwule und bisexuelle Jugendliche ohne Ausnahme verboten sind. Bei Erwachsenen bedürfte es der ausdrücklichen Genehmigung der betroffenen Person, bevor Psychiater eine solche Anwendung überhaupt beginnen dürften. Griechenland reiht sich dabei in die Liste jener Länder ein, die 2022 ein solches Verbot zum Schutz von LGBTI*-Jugendlichen durchgesetzt haben – darunter Kanada, Neuseeland und Frankreich.

 

In einem zweiten Schritt wird gerade mit einer nationalen Kampagne versucht, die gleichgeschlechtliche Ehe durchzusetzen. Nebst Italien, Tschechien und Estland ist Griechenland das vierte Land in der Europäischen Union, das bisher nur ein Partnerschaftsgesetz umgesetzt hat. Mit der Aktion “SAG JA“ soll nun die Bevölkerung mobilisiert werden, um eine Petition für die gleichgeschlechtliche Ehe zu unterschreiben.

 

Wenig verwunderlich stößt die Aktion bei der griechisch-orthodoxen Kirche auf eine starke Abwehrreaktion. Mehrere Kirchenoberhäupter forderten in einem offenen Brief den griechischen Premierminister Kyriakos Mitsotakis dazu auf, sich gegen die “Ehe für alle“ zu stellen. Die altbekannte Begründung: Dieses Bündnis sei abnormal und eine Perversion der Natur.

Bisher hat sich die griechische Regierungsspitze noch nicht zu den Forderungen nach einer gleichgeschlechtlichen Ehe geäußert, die bisherigen Schritte hin zu mehr Rechten für LGBTI*-Menschen könnten aber ein Indiz für eine tatsächliche Zeitenwende in Griechenland sein.

 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Schwule Cowboys im Rampenlicht

Cowboys als Social-Media-Hit

Seit dem Nationalen Cowboy-Tag am Wochenende rücken schwule Cowboys online wieder in den Fokus – und ein altes Klischee erhält neue Aufmerksamkeit.
Sexpositive Städte weltweit

Vancouver holt deutlich auf

Die sexpositivste Stadt weltweit bleibt auch 2026 Amsterdam, doch Vancouver auf Platz 2 holt stark auf. Die erste deutsche Stadt: Köln auf Platz 4.
Kirchen im LGBTIQ+-Check

Zwischen Akzeptanz und Ablehnung

Eine neue US-Rangliste zeigt: Während einige Kirchen LGBTIQ+-Menschen vollständig gleichstellen, halten andere an einer strikten Ablehnung fest.
Australiens Volkszählung

Erstmals wird LGBTIQ+ mitgedacht

Australiens neue Volkszählung 2026 erfasst erstmals LGBTIQ+-Daten. Aktivisten sehen darin einen wichtigen Schritt für mehr Sichtbarkeit.
Lehrer kämpfen für Schutz

Ohio verschärft LGBTIQ+-Regeln

Eine Lehrerin hat in Ohio eine Kampagne angestoßen und schult Pädagogen zu LGBTIQ+-feindlichen Gesetzen gegen Schüler.
Burnhams Kabinett im Fokus

Zwischen Gleichheit und Streit

Das neue britische Labour-Kabinett unter Andy Burnham steht wegen seiner Positionen zu LGBTIQ+-Rechten derzeit verstärkt im Fokus.
HIV-Hilfe unter Druck

US-Kürzungen mit massiven Folgen

Eine neue Studie sieht massive Folgen von US-Hilfskürzungen für HIV-Programme, über 1.700 Einrichtungen weltweit mussten bereits schließen.
World Pride in Amsterdam

Königlicher Auftakt für Vielfalt

Mit Besuch von Königin Máxima ist der World Pride in Amsterdam gestartet. Veranstalter und Politik warnen vor wachsendem Druck auf LGBTIQ+-Rechte.
Ermittlung gegen Bürgermeister

Streit um beleidigende E-Mails

Nach dem Streit um die Rettung des gestrandeten Buckelwals "Timmy" ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Timmendorfer Strands schwulen Bürgermeister.