Gay an der Seitenlinie NFL: Erstmals offen schwule Cheerleader bei den Vikings
In der aktuellen NFL-Saison sorgten männliche Cheerleader für enorme Aufmerksamkeit. Bei einem Spiel der Minnesota Vikings standen mit Louie Conn und Blaize Shiek erstmals zwei offen schwule Männer an der Seitenlinie und jubelten gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern. Ein starkes Zeichen im Profi-Football.
Sichtbarkeit auf der großen Bühne
Mittlerweile tanzen 71 Männer in Cheerleader-Teams von mindestens elf NFL-Franchises. Damit ist eine neue Sichtbarkeit entstanden, die gesellschaftliche Diskussionen weiter anheizt. Für Louie Conn ist es der reine Wahnsinn: „Es ist eine unglaubliche Ehre! Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung und die Möglichkeit, das tun zu können, was ich liebe – das ist nicht allen vergönnt“, betont Conn. Auch sein Teamkollege Blaize Shiek hebt die Bedeutung ihres Engagements hervor. „Ich hoffe, dass diese Anerkennung mehr Menschen dazu ermutigt, offen und selbstbewusst zu leben, im Sport und darüber hinaus.“
Neben den Vikings setzten auch andere Klubs wie die Tampa Bay Buccaneers oder die San Francisco 49ers auf männliche Tänzer, begleitet teils von begeisterten Reaktionen, teils aber auch von Empörung konservativer Stimmen. Kritische Kommentare in sozialen Netzwerken spiegeln nach wie vor verbreitete Rollenbilder und Vorbehalte wider.
Die Geschichte des Cheerleadings wurde über Jahrzehnte von Geschlechtergrenzen geprägt. Ursprünglich war die Sportart im US-Collegesport Männern vorbehalten: erst ab den 1950er-Jahren wurden Frauen zur Mehrheit. Seit Ende der 2010er-Jahre rücken männliche Cheerleader wieder mehr in den Fokus: Mit Quinton Peron und Napoleon Jinnies traten erstmals zwei Männer in einem Super Bowl auf. Die Pioniere unterstützen heute die nächste Generation von „Cheer-Kings“ und machen sich gemeinsam für Vielfalt im Sport stark.
Diversität stärkt Sport und Gemeinschaft
Die Debatte um Akzeptanz von männlichen Cheerleadern verdeutlicht, wie traditionell männlich dominierte Sportarten sich langsam öffnen – wenn auch nicht ohne Gegenwind. Die NFL bleibt hier ein Spiegelbild gesellschaftlicher Entwicklungen und Konflikte. Es zeigt sich: Sichtbare Vielfalt stärkt nicht nur Einzelne, sondern setzt Impulse für kommende Generationen.