Direkt zum Inhalt
Kritik an X und Grok
ANZEIGE

Kritik an X und Grok EU-Kommission und UK-Behörde leiten Prüfung ein

ms - 07.01.2026 - 09:00 Uhr
Loading audio player...

Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom hat auf Berichte reagiert, wonach der Chatbot Grok von Elon Musks Unternehmen X und xAI „entblößte Bilder von Menschen und sexualisierte Bilder von Kindern“ generiert haben soll. Die Behörde prüft nun, welche Maßnahmen die Unternehmen ergriffen haben, um ihren rechtlichen Verpflichtungen zum Schutz der Nutzer in Großbritannien nachzukommen. Kritik an X kommt dabei auch von der Europäischen Union und Deutschland. 

Sexualisierte KI-Bilder 

Seit Beginn des neuen Jahres berichten demnach zahlreiche X-Nutzer von Vorfällen, bei denen ihre Fotos ohne ihr Einverständnis von Grok verändert wurden. In einigen Fällen wurden die Bilder sexualisiert oder in entblößten Darstellungen wiedergegeben. Nutzer gaben an, die KI aufgefordert zu haben, sie „in einem Bikini“ darzustellen oder ähnliche Anfragen zu stellen, die darauf abzielten, harmlose Bilder darzustellen. In einigen Fällen seien dabei Bilder von Erwachsenen und Kindern in stark sexualisierter Weise verändert worden. Eine besondere Gefahr gerade auch für marginalisierte Gruppen wie die LGBTIQ+-Community. 

Grok reagierte auf diese Berichte und erklärte, dass es sich um „isolierte Fälle“ handele, in denen „Nutzer nach Bildern verlangten, die Minderjährige in minimaler Kleidung zeigten“. In einer Mitteilung hieß es weiter, dass xAI über Sicherheitsvorkehrungen verfüge, die jedoch weiter verbessert würden, um solche Anfragen vollständig zu blockieren. Eigentümer Musk erklärte zudem, dass alle Nutzer, die Grok zur Erstellung „illegaler Inhalte“ einsetzten, „die gleichen Konsequenzen wie beim Hochladen illegaler Inhalte“ zu befürchten hätten. In einem weiteren Beitrag bekräftigte X, dass gegen illegale Inhalte, einschließlich Kinderpornografie, vorgegangen werde, indem solche Inhalte entfernt, Konten gesperrt und gegebenenfalls mit Strafverfolgungsbehörden zusammengearbeitet werde.

Prüfung durch UK-Behörde 

Ofcom veröffentlichte derweil eine weitere Erklärung, in der die Behörde betonte, die Berichte zu untersuchen. „Wir sind uns der ernsthaften Bedenken über eine Funktion von Grok auf X bewusst, die entblößte Bilder von Menschen und sexualisierte Bilder von Kindern generiert“, hieß es. Ofcom erklärte, es sei in dringendem Kontakt mit X und xAI, um zu verstehen, welche Schritte die Unternehmen tatsächlich unternommen hätten, um den gesetzlichen Anforderungen zum Schutz von Nutzern in Großbritannien nachzukommen. In Großbritannien ist nach dem Online Safety Act das absichtliche Teilen von intimen Bildern ohne Zustimmung der betroffenen Person, einschließlich durch Deepfakes generierter Inhalte, illegal. 

Untersuchungen in der EU 

Auch die Europäische Kommission kündigte inzwischen an, den Vorfall zu untersuchen. Ein Sprecher erklärte: „Dies ist nicht ‚pikant‘. Das ist illegal. Das ist empörend. Das ist abscheulich. Das hat keinen Platz in Europa.“ Mehrere EU-Regierungen haben sich der Kritik inzwischen angeschlossen, Deutschlands Kulturstaatsminister Wolfram Weimer forderte die EU-Kommission zum Handeln auf. Was gerade auf X zu beobachten sei, wirke wie die „Industrialisierung der sexuellen Belästigung“, so Weimer gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Weimer pochte darauf, dass die EU den Digital Services Act konsequent anwende. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Schwule Cowboys im Rampenlicht

Cowboys als Social-Media-Hit

Seit dem Nationalen Cowboy-Tag am Wochenende rücken schwule Cowboys online wieder in den Fokus – und ein altes Klischee erhält neue Aufmerksamkeit.
Sexpositive Städte weltweit

Vancouver holt deutlich auf

Die sexpositivste Stadt weltweit bleibt auch 2026 Amsterdam, doch Vancouver auf Platz 2 holt stark auf. Die erste deutsche Stadt: Köln auf Platz 4.
Kirchen im LGBTIQ+-Check

Zwischen Akzeptanz und Ablehnung

Eine neue US-Rangliste zeigt: Während einige Kirchen LGBTIQ+-Menschen vollständig gleichstellen, halten andere an einer strikten Ablehnung fest.
Australiens Volkszählung

Erstmals wird LGBTIQ+ mitgedacht

Australiens neue Volkszählung 2026 erfasst erstmals LGBTIQ+-Daten. Aktivisten sehen darin einen wichtigen Schritt für mehr Sichtbarkeit.
Lehrer kämpfen für Schutz

Ohio verschärft LGBTIQ+-Regeln

Eine Lehrerin hat in Ohio eine Kampagne angestoßen und schult Pädagogen zu LGBTIQ+-feindlichen Gesetzen gegen Schüler.
Burnhams Kabinett im Fokus

Zwischen Gleichheit und Streit

Das neue britische Labour-Kabinett unter Andy Burnham steht wegen seiner Positionen zu LGBTIQ+-Rechten derzeit verstärkt im Fokus.
HIV-Hilfe unter Druck

US-Kürzungen mit massiven Folgen

Eine neue Studie sieht massive Folgen von US-Hilfskürzungen für HIV-Programme, über 1.700 Einrichtungen weltweit mussten bereits schließen.
World Pride in Amsterdam

Königlicher Auftakt für Vielfalt

Mit Besuch von Königin Máxima ist der World Pride in Amsterdam gestartet. Veranstalter und Politik warnen vor wachsendem Druck auf LGBTIQ+-Rechte.
Ermittlung gegen Bürgermeister

Streit um beleidigende E-Mails

Nach dem Streit um die Rettung des gestrandeten Buckelwals "Timmy" ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Timmendorfer Strands schwulen Bürgermeister.