Direkt zum Inhalt
Flucht aus Russland
ANZEIGE

Flucht aus Russland Schwuler Insider berichtet über Stimmungslage im Land

ms - 22.10.2024 - 16:00 Uhr
Loading audio player...

Russland macht bei seinen Hetzjagden auf Homosexuelle auch vor Schwulen aus den eigenen Reihen nicht Halt – das zeigt jetzt der Fall des russischen Staatsbeamten Denis Leontovich (23), der aus dem Exil jetzt erstmals gegenüber der Moscow Times über seinen Fall gesprochen hat. 

Vernichtung der Existenz 

Leontovich war Mitarbeiter der Agentur für Jugendpolitik, als ihn ein Abgeordneter der Staatsduma im April dieses Jahres als „Mitglied der geheimen Schwulenlobby“ diffamierte. Von einem Tag auf den anderen war das Leben des jungen schwulen Russen vorbei. Seit der Verschärfung des Anti-Homosexuellen-Gesetzes und der Einstufung der LGBT-Bewegung als extremistische Organisation reicht eine reine Anschuldigung bereits aus, um Existenzen zu vernichten. 

„Es sind sechs Monate seit meinem erzwungenen Exil vergangen, als ich mich innerhalb eines Tages entscheiden musste, Russland zu verlassen, weil ich echte Drohungen erhielt. Ich war gezwungen, mein Leben in anderen Ländern und Städten von Grund auf neu aufzubauen. Warum? Ganz einfach, weil mein eigener Staat mich nicht als Mensch akzeptiert oder meine sexuelle Orientierung toleriert. Für sie bin ich ein Extremist, ein Verräter und ein Krimineller, nur weil ich schwul geboren wurde“, so der 23-Jährige. 

Ende des Schweigens 

Leontovich hat beschlossen, sich nun dagegen zur Wehr zu setzen und prangert die Zustände in seiner Heimat lautstark sowohl in den Medien wie auch über Social Media an. Russland würde inzwischen viele friedliebende Russen kurzerhand zu Staatsfeinden erklären. Außerdem kritisierte er, dass Präsident Putin einen „absolut schrecklichen Krieg“ mit der Ukraine begonnen hat. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Tier-Liebe rührt zu Herzen

20 Jahre als Vogelpaar zusammen

Die Gans Thomas und der Schwan Henry lebten fast 20 Jahre als Paar und wurden zu einem Symbol für Zusammenhalt und Akzeptanz.
„Heated Rivalry“ wächst weiter

Neue Stars auf dem Eis

Für die zweite Staffel von „Heated Rivalry“ stehen weitere neue Darsteller fest – zugleich kehren mehrere bekannte Figuren zurück.
Strikter Kurs in Ecuador

Verschärfte Adoptionsregeln

Ecuadors neue Adoptionsregeln schließen homosexuelle Paare aus und könnten Eltern von trans* Kindern beim Sorgerecht gefährden.
Polizeirazzia in Sierra Leone

Polizei durchsucht Privatparty

Nach einer Polizeirazzia bei einer Privatparty in Sierra Leone sollen rund fünfzig Schwule verhaftet worden sein, nach zwei Aktivisten wird gefahndet.
Neuer Streit um trans* Schüler

US-Regierung verklagt Schulbezirk

Die Trump-Regierung verklagt einen Schulbezirk in Kansas wegen einer queerinklusiven Regelung und beruft sich auf Elternrechte.
Mehr Hochzeiten in Brasilien

Studie belegt „Bolsonaro“-Effekt

Nach Bolsonaros Wahl 2018 heirateten gleichgeschlechtliche Paare in Brasilien deutlich häufiger – aus Sorge um ihre Rechte, so eine neue Studie.
Schweiz plant Verbot

Konversionstherapie im Fokus

Die Schweiz unterstützt ein landesweites Verbot von Konversionstherapien und will damit unterschiedliche Regeln der Kantone vereinheitlichen.
Massenverhaftung in Kamerun

Prozessauftakt heute in Douala

Bei einer Razzia in Douala in Kamerun wurden 68 Männer wegen mutmaßlicher Homosexualität festgenommen, neun von ihnen sitzen weiter in Haft.
25 Jahre nach „Bloody Pride“

Hunderte demonstrierten in Belgrad

25 Jahre nach der gewaltsamen ersten Belgrade Pride demonstrierten am Wochenende Hunderte in Serbiens Hauptstadt für LGBTIQ+-Rechte.