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Das nationale Museum feiert die Bandbreite von LGBTI*

Erstes LGBTI*-Museum in England Das nationale Museum feiert die Bandbreite von LGBTI*

ms - 25.01.2022 - 13:30 Uhr
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Die baldige Eröffnung des ersten nationalen LGBTI*-Museums in Großbritannien ist ein politischer Paukenschlag für das Königreich, in dem seit Amtsantritt von Premierminister Boris Johnson eine gewisse Lethargie und Gleichgültigkeit gegenüber queeren Menschen eingetreten ist. Offiziell twittert Johnson zwar gerne publikumswirksam im Pride-Monat alljährlich Grüße an die Community, intern dagegen wird wohl versucht, die weitere rechtliche Gleichberechtigung und den Schutz von LGBTI*-Menschen einschlafen zu lassen. Freundlich ausgedrückt könnte man das Verhalten des Premierministers als “widersprüchlich“ bezeichnen. Vielleicht hat er aber auch nur dann Interesse an queeren Themen, wenn sie für ihn politisch von Vorteil sind.

© VV Shots
© VV Shots

Diese Politik des Stimmenfangs zeichnete sich auch in seinen bisherigen Aussagen in Bezug auf LGBTI*-Rechte ab. Zuletzt sorgte die Diskussion um Konversionstherapien für Aufsehen, die in Großbritannien noch immer möglich sind. Offiziell bezeichnete Johnson diese Methoden „zur Heilung von Homosexualität“ als abschreckend, an anderer Stelle liebäugeln Johnson und sein Stab von Ministern wieder ganz offen mit der Lobby von fundamentalen Christen. Zuletzt erregte Außenministerin Elizabeth Truss Aufsehen – sie ist zugleich auch Ministerin für Frauen und Gleichstellung und behauptete öffentlich, dass Debatten um Gleichberechtigung aus „Modegründen“ geführt werden würden und keine Fakten als Grundlage hätten. Des Weiteren bestehe eine Dominanz von „nicht-repräsentativen Stimmen“, mit denen sie direkt auf die LGBTI*-Community abzielte.

Umso erfreulicher, dass diese „nicht-repräsentativen Stimmen“ nun mit dem neuen nationalen Museum stärker gehört werden dürften. Das Museum nahe Kings Cross mit dem Namen "Queer Britain" erforscht künftig die Geschichten, Menschen und Orte, die für die LGBTI*-Community im Vereinigten Königreich und darüber hinaus von zentraler Bedeutung sind. Bereits seit 2018 gab es die ersten Pläne für dieses Projekt, im Frühjahr nun soll das Museum für alle dauerhaft kostenlos öffnen. „Queer Britain“ wird aus vier Galerien, einer Werkstatt, einem Bildungsraum sowie einem Geschenkeladen und den Büros bestehen. Die besondere Lage in London dürfte zudem dafür sorgen, dass das Museum künftig gut besucht sein dürfte.

© coldsnowstorm
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Die LGBTI*-Aktivistin und Treuhänderin von Queer Britain, Lisa Power, betont dabei gegenüber Pink News: "Ich freue mich sehr, dass Queer Britain endlich einen Raum bekommt, in dem wir zeigen können, was wir können, und dass wir für die gesamte Community da sind, von alten lesbisch-feministischen Haudegen wie mir bis hin zu jungen queeren Menschen aller Geschlechter und Ethnien. Queer Britain hat sich zum Ziel gesetzt, unsere vielfältigen Geschichten zu erzählen, und jetzt haben wir ein Zuhause, von dem aus wir das tun können." Und Treuhänderin Anjum Mouj ergänzt: "Das Vereinigte Königreich bekommt endlich das LGBTI*-Museum, das es verdient, um all unsere aufregenden und sehr unterschiedlichen Gemeinschaften zu reflektieren und zu feiern, unabhängig von ihrer Sexualität, ihrer geschlechtlichen Identität, ihrem Hintergrund, ihren Fähigkeiten oder ihrer Herkunft. Gemeinschaft lebt in der Einheit." Bleibt die Frage offen, ob Boris Johnson dem Museum einen Besuch abstatten wird – spätestens vor den nächsten Wahlen oder beim nächsten Party-Skandal während der Pandemie wird er aber sicher Zeit dafür finden.

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