Direkt zum Inhalt
Erneuter Wahlaufruf

Erneuter Wahlaufruf Ein Dutzend LGBTI*-Verbände fordern, nur jene Parteien bei der Europawahl zu wählen, die für queere Projekte einstehen

ms - 22.05.2024 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Mit einer gemeinsamen Botschaft richten sich jetzt mehrere LGBTI*-Verbände teilweise erneut an die LGBTI*-Wähler in Deutschland, verbunden mit der Aufforderung, nur jenen Parteien im Juni bei der Europawahl die Stimme zu geben, die queere Projekte und Gleichberechtigung aktiv unterstützen.

Zum Wahlaufruf schlossen sich dabei rund ein Dutzend Verbände zusammen, unter anderem mit dabei ist der Lesben- und Schwulenverband (LSVD), der Bundesverband Trans*, der CSD Deutschland oder auch die Deutsche Gesellschaft für Trans*- und Inter*-geschlechtlichkeit (dgti).

Die Zeit zurückdrehen?

Patrick Dörr vom LSVD erklärt dazu: „Während manche Parteien unseren Schutz weiter ausbauen wollen, wollen andere ihn am liebsten abschaffen. Deine Stimme zählt! Geh wählen, gib queer-freundlichen, demokratischen Parteien deine Stimme, und sprich mit Familie und Freund*innen darüber, wie wichtig die Wahlbeteiligung ist! Rechtsextreme und rechtsradikale Parteien versuchen, die Zeit in Europa zurückzudrehen. Sie wollen die Rechte von LSBTIQ beschneiden, säen in den sozialen Medien Hass gegen uns und hetzen dabei auch gegen andere diskriminierte Gruppen.“

Richtungswahl für die Community

Als Negativbeispiele nennt Dörr unter anderem Ungarn, Italien oder auch die Slowakei. Abermals spricht der Verein auch von einer „Richtungswahl“. Dörr weiter: „Es geht um nichts weniger als um die Zukunft der europäischen Demokratie. Deshalb rufen wir queeren Verbände die ganze Community, ihre Verbündeten und alle Demokrat*innen dazu auf, wählen zu gehen und nur die Parteien zu unterstützen, die sich glaubhaft für Menschenrechte und damit auch für Gleichheit und Akzeptanz von LSBTIQ in Europa einsetzen.“ 

Erneut betont Dörr dabei auch die Wichtigkeit eines umfassenden EU-Aktionsplans für Gleichberechtigung von LGBTI* sowie einen besseren Schutz vor LGBTI*-feindlicher Gewalt, Hassrede und Diskriminierung, nachdem zuletzt die Studie der EU-Grundrechteagentur aufzeigte, wie dramatisch die Lage vielerorts noch immer ist. Zudem müssten die Menschenrechtsverletzungen an trans- und intergeschlechtlichen Menschen ein Ende finden und die Lücken bei der Freizügigkeit und der gegenseitigen Anerkennung von Regenbogenfamilien geschlossen werden. 

Wie wählen LGBTI*-Menschen?

Die Mahnung an die LGBTI*-Wähler dürfte dabei durchaus auch zumindest in gewissen Teilen als Reaktion verstanden werden, nachdem mehrere Studien und Umfragen in den letzten Monaten nahelegten, dass ein zweistelliger Prozentteil der LGBTI*-Community wahltechnisch zum politisch rechten Lager tendieren könnte. Gestützt wird die Annahme auch tendenziell von weiteren Untersuchungen beispielsweise aus den USA, die darlegten, dass LGBTI*-Themen für den Großteil der Homosexuellen keine wahlentscheidende Rolle mehr spielen

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

WM-Kuss wird Symbol

Liebesbekundung in Mexiko

Ein spontaner Kuss bei einer WM-Fanfeier in Mexiko-Stadt geht viral und wird für viele zum Symbol für LGBTIQ+-Sichtbarkeit im Fußball.
Unvereinbarkeit von Positionen

Rechtspopulistische Strategie

Der Christopher Street Day (CSD) in Erkrath, Nordrhein-Westfalen, hat den Antrag der AfD auf einen eigenen Infostand abgelehnt.
Nasty Pig-Gründer Lauterstein

Kampf gegen Altersdiskriminierung

Nasty-Pig-Mitgründer David Lauterstein ruft ältere schwule Männer dazu auf, selbstbewusst aufzutreten und ihre Lebenserfahrung als Vorteil zu nutzen.
Bottoming Fever

Grippesymptome nach Analsex

Nach intensivem Analverkehr können bei manchen Menschen grippeähnliche Beschwerden auftreten. Die Forschungen zum „Bottoming Fever“ laufen.
Neue Straftatbestände gelten

Besonders Studierende betroffen

Queere Studierende in Victoria sind auf Dating‑Apps gezielt unter Druck gesetzt, körperlich attackiert und mit „Outing“-Erpressung bedroht worden.
Social Media-Verbote

Klare Absage der Expertenkommission

Die Expertenkommission der Regierung hat sich gegen pauschale Social Media-Verbote ausgesprochen. Ministerin Prien kann sich dies trotzdem vorstellen.
Schule zahlt nach Coming-Out

Streit um Abschluss in Tennessee

Eine christliche Schule in Tennessee hat nach dem Ausschluss einer Schülerin wegen ihres Coming-Outs eine Entschädigung von 10.000 Dollar gezahlt.
Amoklauf in Montreal

Schießerei nahe Pornhub-Hauptsitz

Drei Menschen starben bei einem Amoklauf in Montreal nahe der Pornhub-Zentrale. Der Täter hatte es unter anderem auf Pornodarsteller abgesehen.
Prides in Europa unter Druck

Mehr Hass und weniger Geld

Prides in Europa erleben zunehmend mehr Hass bei zeitgleicher Reduzierung der Finanzen, so der neue EPOA-Bericht.