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Der Hass im Netz explodiert „Anti-LGBTI*-Narrative in digitalen Räumen bringen LGBTI*-Menschen in Gefahr!"

Von ms - 17.08.2022 - 10:30 Uhr
Zunahme von 400 Prozent bei Social Media
Foto: IMAGO / Shotshop
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Der Hass im Internet eskaliert in den Vereinigten Staaten von Amerika immer mehr – das belegt jetzt eine neue Studie des US-Center for Countering Digital Hate. Seit dem Frühling dieses Jahres verzeichneten die Fachleute eine Zunahme auf den amerikanischen Social-Media-Kanälen um mehr als 400 Prozent, wobei im Fokus jene Anbieter sind, die auch in Deutschland zu den meist genutzten Plattformen gehören. Auslöser dürften dabei auch diverse hasserfüllte Gesetzesvorhaben und bereits umgesetzte Gesetze wie Floridas “Don´t Say Gay“-Gesetz sein, welches LGBTI*-Themen und Diskussionen an Schulen verbietet.

Nach Angaben der Fachleute bewirkt das Inkrafttreten solcher Gesetzinitiativen eine Form von Legitimation, die homophobe Fanatiker dazu ermutigt, noch aggressiver gegen LGBTI*-Menschen vorzugehen. Das US-Center for Countering Digital Hate wertete dazu in den letzten fünf Monaten rund eine Million Tweets aus. Manche dieser Hasskommentare wurden dabei bis zu 48 Millionen Mal aufgerufen. Forschungsleiter Imran Ahmed dazu: "Wir befinden uns mitten in einer wachsenden Welle des Hasses und der Dämonisierung, die sich gegen LGBTI*-Menschen richtet - oft digital verbreitet von opportunistischen Politikern und sogenannten 'Influencern' für ihren persönlichen Gewinn. Online-Hass und Lügen spiegeln und verstärken Offline-Gewalt und Hass. Die Normalisierung von Anti-LGBTI*-Narrativen in digitalen Räumen bringt LGBTI*-Menschen in Gefahr!" Im Zentrum dieser Angriffe stehen dabei vor allem auch homosexuelle Männer, die immer wieder als Pädophile und “Raubtiere“ beschimpft werden. Die Narrative erzählen dabei stets die gleiche Geschichte: Homosexuelle würden sich an Kindern vergreifen und diese homosexuell machen wollen. Ein wenig klingt es nach dem Drehbuch eines Star-Wars-Films, in dem Kinder auf die “dunkle Seite der Macht“ gezogen werden sollen – der Unterschied dabei ist, dass gerade viele Amerikaner an diese Erzählung bis heute fest glauben.

Die dramatische Zunahme von Hass im Internet ist dabei auch ein massives Problem in Deutschland. Mehrfach zeigten Untersuchungen der letzten Jahre wie beispielsweise eine Forsa-Studie im Auftrag der Landesmedienanstalt NRW, dass Hass im Internet auch in der Bundesrepublik ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellt. Zwei Drittel aller Online-User in Deutschland haben demnach bereits Hetze im Netz erlebt, vor allem viele junge Menschen von 14 bis 24 Jahren. Die dramatischen Entwicklungen sollten dabei generell als Warnung verstanden werden, wie auch die Geschäftsführerin der LGBTI*-Organisation Glaad, Sarah Kate Ellis, abschließend betont: „Die Verabschiedung von Anti-LGBTI*-Gesetzen führt zu einer Zunahme von Anti-LGBTI*-Rhetorik und Gewalt. Die Hunderte von Gesetzesentwürfen, die allein in diesem Jahr eingebracht wurden, ermutigen Extremisten nur noch mehr - und die Plattformen der sozialen Medien tun nicht genug, um gegen Online-Hass und Belästigung vorzugehen.“

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