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Demo statt Straßenfest Palma sagt LGTBI-Pride-Fest 2026 ab

Von mr - 11.05.2026 - 19:30 Uhr
Palma sagt LGTBI-Pride-Fest 2026 ab
Foto: © iStock / 1MEDIA
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Das für Juni 2026 geplante LGTBI-Pride-Fest in Palma de Mallorca ist abgesagt worden. Die Organisation Ben Amics begründete diesen Schritt am Samstag damit, dass zentrale Forderungen zur Sichtbarkeit und Bildung nicht erfüllt wurden. Die Absage betrifft eines der bekanntesten öffentlichen Straßenfeste der Baleareninsel und stößt in der LGBTIQ+-Community auf Enttäuschung.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Das LGTBI-Pride-Fest 2026 in Palma de Mallorca wurde am 9. Mai offiziell abgesagt.
  • Die Stadtverwaltung hatte die Wiederaufnahme der „Palma Educa“-Workshops und das Hissen der Regenbogenfahne am Rathaus abgelehnt.
  • Alternativ bot die Stadt die Beleuchtung der Burg Bellver in Regenbogenfarben an, was Ben Amics ausschlug.
  • Ben Amics ruft stattdessen zu einer Demonstration am 28. Juni auf.
  • Seit mehr als 20 Jahren findet auf Mallorca jedes Jahr ein Pride-Straßenfest statt.

 

Forderungen von Ben Amics an die Stadt

Die Organisation Ben Amics hatte von der Stadt Palma zwei wesentliche Zugeständnisse eingefordert: die Wiederaufnahme der „Palma Educa“-Aufklärungsworkshops an Schulen sowie die Rückkehr der Regenbogenfahne an die Fassade des Rathauses. Beide Maßnahmen gelten als starke Symbole für Akzeptanz und Sichtbarkeit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Die Stadtverwaltung unter Bürgermeister Jaime Martínez lehnte diese Forderungen ab, bot jedoch als Kompromiss die Auswahl der Beleuchtungsfarbe für die Burg Bellver und ein gemeinsames Foto vor einer entsprechenden Werbetafel an – ein Vorschlag, der von Ben Amics zurückgewiesen wurde.

 

Keine Einigung – Tradition bricht ab

Mit der Absage endet eine mehr als zwanzigjährige Tradition. Laut Jan Gómez, Sprecher von Ben Amics, sei das Straßenfest stets ein Zeichen für die errungenen Rechte gewesen. „Wir erlangen nicht nur keine neuen Rechte, wir machen sogar Rückschritte“, so Gómez. Die Organisation betonte, dass Sichtbarkeit und Bildungsarbeit nicht durch symbolische Beleuchtungsaktionen ersetzt werden können. Dass die Stadt Palma auf ihre Forderungen nicht einging, wertet Ben Amics als Rückschritt für die LGBTIQ+-Community auf der Insel. Auch spanienweit ist das Hissen der Regenbogenflagge an offiziellen Gebäuden zum Pride-Monat ein wichtiges Signal und wird von anderen Städten weiterhin unterstützt, wie Berichte auf den Seiten von El País, RTVE und El Mundo belegen.

 

Ersatzveranstaltung: Demonstration am 28. Juni

Statt des Straßenfests plant Ben Amics am 28. Juni eine Demonstration, zu der eine „massive Beteiligung“ der Bevölkerung aufgerufen wird. Die geplante Route soll am Paseo del Borne beginnen und auf der Plaza de Cort enden. Ob weitere alternative Veranstaltungen stattfinden, wird derzeit geprüft. Für viele Inselbewohnerinnen und Besucherinnen ist die Absage nicht nur ein kultureller, sondern auch ein politischer Einschnitt. Beobachterinnen und Beobachter sehen darin einen Hinweis, dass lokale Regierungen in Europa trotz international steigender Teilnehmerinnen und Teilnehmer und wachsender gesellschaftlicher Akzeptanz wieder verstärkt unter Druck geratene LGBTIQ+-Rechte beeinflussen können.

 

Hintergrund: Symbolpolitik und Rechte

Die Absage des Fests steht in Zusammenhang mit der Rolle symbolischer Politik für Minderheitenrechte. Bereits in früheren Jahren hatten Initiativen wie „Palma Educa“ Bedeutung für die Prävention von Ausgrenzung und Hasskriminalität. Auch auf Mallorca gab es zuletzt Berichte über gestörte oder gestoppte Feierlichkeiten durch rechtsextreme Gruppen. In anderen Städten Spaniens kam es laut internationalen Agenturen jedoch weiterhin zu großen Pride Veranstaltungen mit breiter öffentlicher Unterstützung.

Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt unklar, ob die Entscheidung zur Absage künftig wieder rückgängig gemacht werden kann oder ob Palma dauerhafte Veränderungen in der Ausrichtung politischer Kultur- und Bildungsarbeit erfährt.

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