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Britische Polizei sagt Sorry West Midlands räumt Fehler der Vergangenheit ein

Von ms - 25.06.2026 - 09:30 Uhr
Britische Polizei entschuldigt sich
Foto: iStock / RFStock
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Die West Midlands Police hat sich für die historische Behandlung von LGBTIQ+-Menschen durch die Polizei entschuldigt. In einem Schreiben an die Organisatoren von Birmingham Pride erklärte der amtierende Chief Constable Scott Green, die Polizei erkenne an, dass Gesetze in der Vergangenheit fälschlicherweise genutzt worden seien, um Mitglieder der Community ins Visier zu nehmen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die West Midlands Police hat sich für die historische Behandlung von LGBTIQ+-Menschen entschuldigt.
  • Die Polizei räumt ein, dass Gesetze früher diskriminierend angewandt wurden, insbesondere gegen schwule und bisexuelle Männer.
  • Pride-Organisatoren hatten jahrelang eine formelle Entschuldigung gefordert.
  • Die Polizei spricht von einem aufrichtigen Wunsch nach Versöhnung und Vertrauensaufbau.
  • Die Entschuldigung wird von LGBTIQ+-Vertretern als historischer Schritt gewertet.

Im Fokus standen schwule Männer

Betroffen gewesen seien insbesondere schwule und bisexuelle Männer. Dies habe „langfristige negative Auswirkungen“ gehabt, schrieb Green. Vor den Gleichstellungsreformen im Jahr 2003 seien Gesetze auf eine Weise angewandt worden, die „unangemessen, diskriminierend und nicht den Standards entsprach, die jedes Mitglied der Öffentlichkeit erwarten darf“ gewesen sei. Der Pride-Organisator Lawrence Barton bezeichnete die Entschuldigung als „den Höhepunkt eines Gesprächs, das ich seit vielen Jahren mit der West Midlands Police führe“. Nach seinen Angaben hatte er bereits früher die ehemaligen Polizeichefs David Thompson und Craig Guildford um eine formelle Entschuldigung für den historischen Umgang der Polizei mit LGBTIQ+-Menschen gebeten. „Beide Male wurde diese Bitte abgelehnt“, sagte Barton.

Unterstützung habe zuletzt auch der Polizei- und Kriminalitätsbeauftragte Simon Foster geleistet. Dieser habe sich öffentlich für eine Entschuldigung ausgesprochen. Barton erklärte: „Ich glaube, seine Unterstützung hat dazu beigetragen, das Umfeld zu schaffen, in dem dieser wichtige Schritt nun möglich geworden ist.“ In seinem Schreiben räumte Green ein, dass die Vergangenheit nicht rückgängig gemacht werden könne. „Ich weiß, dass ich die Vergangenheit nicht ändern kann, und es macht mich sehr traurig zu wissen, dass unsere historischen Handlungen das Vertrauen in die West Midlands Police geschwächt und zu Gefühlen von Ungerechtigkeit geführt haben, die bei manchen Menschen bis heute fortbestehen.“

Bessere Beziehung zur Community 

Zugleich betonte er die Absicht der Polizei, das Verhältnis zur LGBTIQ+-Gemeinschaft zu verbessern. „Ich hoffe, dass Sie aus diesem Schreiben erkennen, dass es sich nicht nur um Worte der Entschuldigung handelt, sondern um den aufrichtigen Wunsch unserer Polizei, aktiv eine positive Beziehung zur LGBTIQ+-Gemeinschaft und ihren Unterstützern aufzubauen, Vertrauen in die Polizeiarbeit zu stärken und die West Midlands zu einem sicheren und solidarischen Ort zum Leben, Arbeiten und Besuchen zu machen.“

Barton begrüßte die Entscheidung der Polizei. „Ich freue mich, dass die West Midlands Police nun die Entscheidung getroffen hat, eine formelle Entschuldigung auszusprechen. Ich glaube, dies ist ein äußerst wichtiger und historischer Moment für die LGBTQ+-Gemeinschaften in den West Midlands.“ Zwar könne keine Entschuldigung die Vergangenheit ungeschehen machen. „Keine Entschuldigung kann die Vergangenheit rückgängig machen, aber dies stellt einen wichtigen Schritt hin zu Versöhnung, Verständnis und dem Wiederaufbau von Vertrauen zwischen Polizei und LGBTIQ+-Gemeinschaften dar“, sagte er.

Wendepunkt zwischen Polizei und LGBTIQ+

Die Gesetzesänderungen des Jahres 2003 markierten einen Wendepunkt in der Gleichstellungspolitik in Großbritannien. Damals wurde unter anderem die als Section 28 bekannte Regelung aufgehoben, die öffentlichen Einrichtungen die „Förderung“ von Homosexualität untersagte. Zudem wurde das Schutzalter angeglichen und frühere Straftatbestände aus älteren Sexualstrafgesetzen abgeschafft. Auch aktuell spielen Pride-Veranstaltungen in den Midlands eine wichtige Rolle. Die Stadt Wolverhampton teilte mit, dass Anfang des Monats mehr als 1.000 Menschen an der dortigen Pride-Parade teilgenommen hätten. Über 5.000 weitere Besucher hätten die Feierlichkeiten anschließend im West Park fortgesetzt. Im Jahr 2023 entschuldigte sich erstmals die Londoner Polizei offiziell bei der Community, 2024 folgten weitere Bezirke der britischen Polizei. 

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