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Besondere Freundschaft
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Besondere Freundschaft Neues Traumpaar der Synchronspringer aus Italien

ms - 05.08.2026 - 15:30 Uhr
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Mit einem spektakulären Finale haben Stefano Belotti und Matteo Santoro bei den Schwimmeuropameisterschaften in Paris die Bronzemedaille im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett gewonnen. Erst mit ihrem letzten Versuch verdrängte das italienische Duo die britischen Konkurrenten noch vom Podest. In der schwulen Community Italiens avancierten die beiden jungen Männer inzwischen zu Lieblingen, einerseits sicherlich aufgrund ihres Aussehens, andererseits aber auch wegen ihrer besonderen intimen Freundschaft. Mindestens einer der beiden Athleten ist auch schwul. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Stefano Belotti und Matteo Santoro gewinnen EM-Bronze im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett in Paris.
  • Das italienische Duo zieht mit dem letzten Sprung noch an Großbritannien vorbei.
  • Santoro holt damit bereits seine vierte Medaille bei den Europameisterschaften.
  • Belotti feiert seine erste internationale Medaille bei den Erwachsenen.
  • Beide verbindet eine erfolgreiche gemeinsame Karriere seit dem Nachwuchs und große Olympia-Ambitionen.
  • Die italienischen Sportler sind inzwischen zu Lieblingen der schwulen Community geworden.

Dramatischer Schlusssprung zu EM-Bronze

„Macht es mehr Spaß?“, fragte ein Reporter des italienischen Senders Rai die beiden Athleten unmittelbar nach dem Wettkampf. Zunächst schienen Belotti und Santoro den Unterton der Frage nicht zu verstehen. Schließlich antwortete Santoro: „Ja, um deine Frage zu beantworten: Es macht tatsächlich mehr Spaß.“ Gemeint war der dramatische Ausgang des Wettbewerbs. Mit 386,07 Punkten überholten die Italiener im letzten Sprung Anthony Harding und Jack Laugher aus Großbritannien, die auf 385,59 Punkte kamen. Lediglich 0,48 Punkte entschieden über Bronze. Ausschlaggebend war der abschließende Sprung – ein zweieinhalbfacher Vorwärtssalto mit zwei Schrauben in gehockter Haltung –, den die Italiener selbst als ihren „Paradesprung“ bezeichnen. Dafür erhielten sie 80,58 Punkte. Den Europameistertitel sicherten sich die Deutschen Lou Noel Guy Massenberg und Jonathan Gisbert Schauer mit 423,84 Punkten. Silber ging an die unter neutraler Flagge startenden Russen Jewgeni Kusnezow und Nikita Schleicher, die 408,99 Punkte erreichten.

Dramatisches Finale

Ob sogar Gold möglich gewesen wäre, beschäftigte die beiden Italiener nach dem Wettkampf jedoch kaum. „Ich habe die Zwischenwertung gar nicht verfolgt“, sagte Matteo Santoro mit seiner gewohnt lockeren Art den TV-Reportern. „Er hat es mir gesagt“, ergänzte er und zeigte auf Stefano Belotti. „Er meinte: Wir müssen beim letzten Sprung 80 Punkte schaffen – und genau das haben wir geschafft.“ Belotti bestätigte: „Ich habe nur gesagt: 'Hey, wir müssen 80 Punkte holen.'“

Für den 2006 geborenen Santoro war es bereits die vierte Medaille bei diesen Europameisterschaften. Zuvor hatte er Gold im Mixed-Team-Wettbewerb sowie im Mixed-Synchronspringen mit seiner langjährigen Partnerin Chiara Pellacani gewonnen. Für den zwei Jahre älteren Belotti war es dagegen die erste Medaille bei den Titelkämpfen in Paris und zugleich seine erste internationale Auszeichnung im Synchronspringen der Erwachsenen.

Erfolgsgeschichte seit dem Nachwuchs

Die beiden Wasserspringer kennen sich seit vielen Jahren. Bereits 2022 gewannen sie gemeinsam Gold bei den Junioren-Europameisterschaften im rumänischen Otopeni sowie bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Montreal. Auch bei den Senioren harmonieren sie hervorragend. Während der Wettkämpfe beobachten sie sich genau, geben sich gegenseitig Hinweise und unterstützen einander zwischen den Sprüngen. Dabei ergänzen sich ihre unterschiedlichen Charaktere. Santoro gilt als extrovertiert, humorvoll und spontan, Belotti dagegen als ruhig, konzentriert und analytisch. Auch außerhalb des Beckens zeigt sich ihre enge Freundschaft. Umarmungen nach den Wettkämpfen und gemeinsame Videos in den sozialen Medien gehören für die beiden längst dazu. Ein Grund, warum ihnen längst nicht nur in ihrer Heimat viele schwule Jungs verfallen sind. 

Auftritte in sozialen Netzwerken

Auf TikTok und Instagram präsentieren sich die beiden Athleten allerdings sehr verschieden. Matteo Santoro veröffentlicht regelmäßig humorvolle Videos, Tänze und Sketche. Stefano Belotti zeigt sich deutlich zurückhaltender. Seine Beiträge bestehen häufig aus Landschaftsaufnahmen, persönlichen Gedanken und Einblicken in seinen Trainingsalltag. Gleichzeitig hat er sich bereits einen Namen in der Modebranche gemacht. Nach dem Gewinn der Bronzemedaille widmete Santoro den Erfolg ausdrücklich seinem Partner: „Ich widme diese Medaille Stefano. Er hat sie sich wirklich verdient.“ 

Damit spielte er auf die intensive Trainingsphase Belottis an. In den vergangenen Monaten hatte dieser hart daran gearbeitet, nach schwierigen Zeiten wieder an seine Bestform anzuknüpfen. Im Hintergrund standen frühere Spannungen mit Nationaltrainer Oscar Bertone. Die zusätzlichen Trainingseinheiten zahlten sich nun offenbar aus. Für Aufmerksamkeit sorgte zudem ein gemeinsames TikTok-Video, in dem Santoro scherzhaft auf einer Massageliege liegt und sagt: „Ich wollte euch allen Stefania Belotti, den Physiotherapeuten, zeigen.“ Dabei filmt er Belotti, der ihm die Hüfte massiert.

Vom Nachwuchstalent zum Hoffnungsträger

Stefano Belotti wurde am 23. Juli 2004 in Alzano Lombardo geboren, wuchs in Zogno auf und lebt heute in Villa d'Almè bei Bergamo. Er startet für die Fiamme Gialle und Bergamo Tuffi und wird von Davide Pasinetti trainiert. Seinen ersten Kontakt mit dem Wasserspringen beschreibt er selbst als „eine Katastrophe“. Begeistert wurde er später durch das Training im Schwimmbad Italcementi in Bergamo, wo seine Eltern das Café betrieben. Ursprünglich wollte er Tierarzt werden. 2022 gelang ihm mit den Junioren-Titeln bei Europa- und Weltmeisterschaften gemeinsam mit Santoro der internationale Durchbruch. Es folgten Bronze vom Ein-Meter-Brett bei der EM 2024 in Belgrad, der italienische Meistertitel vom Drei-Meter-Brett und nun Bronze bei den Europameisterschaften in Paris.

Belotti studiert Psychologie an der Universität Bergamo und trainiert nach eigenen Angaben rund acht Stunden täglich. Auch in der Modewelt ist er gefragt. Er erschien auf dem Titel des Dust Magazine, besuchte Modenschauen von Armani sowie eine Veranstaltung von Juventus Turin. Nach seinem Erfolg in Paris jubelte er mit einer Geste, die an Juventus-Spieler Kenan Yildiz erinnert. Außerdem arbeitet er mit Marken wie Loewe, On und Guess zusammen. Trotz wachsender Bekanntheit bleibt Belotti bodenständig. „Man darf nicht überheblich werden, denn der Weg ist hart“, sagte er nach einem seiner Siege. Sein großes Ziel bleibt eine olympische Medaille bei den Spielen 2028 in Los Angeles.

Matteo Santoro sammelt Medaillen

Matteo Santoro wurde am 9. Oktober 2006 in Rom geboren. Zum Wasserspringen kam er über seine ältere Schwester Melanie. Trainiert wird er seit Beginn seiner Laufbahn von Alice Palmieri, starten geht er für die Marina Militare. Bereits mit 15 Jahren wurde Santoro zum jüngsten italienischen Wasserspringer, der bei Weltmeisterschaften eine Medaille gewann. Inzwischen stehen mehr als 20 Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften in seiner Bilanz. 2026 entwickelte sich endgültig zu seinem bislang erfolgreichsten Jahr. Nach dem italienischen Hallenmeistertitel zog er mit einem Stipendium nach Miami, wo er Wirtschaft studiert und gleichzeitig für die Olympischen Spiele 2028 trainiert. 

In Paris gewann er Gold im Mixed-Team, Gold im Mixed-Synchronspringen mit Chiara Pellacani, eine weitere Medaille im Einzel vom Ein-Meter-Brett sowie nun Bronze mit Stefano Belotti. Mit Pellacani bildet Santoro seit Jahren eines der erfolgreichsten Duos im italienischen Wasserspringen. Gemeinsam gewannen sie unter anderem EM-Gold 2021 in Budapest sowie zahlreiche weitere Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften. Santoro bezeichnet sich selbst als „abergläubisch und ein Gewohnheitstier“. Vor jedem Wettkampf folgt er festen Ritualen – von der Position seiner Badeschlappen bis zur Anordnung seines Handtuchs. Sein großes Vorbild ist der britische Olympiasieger Tom Daley. Santoro hat sich als schwul geoutet und lebt in einer Beziehung mit dem spanischen Wasserspringer Max Liñan. Das Paar feierte im Sommer 2025 sein einjähriges Jubiläum und ging damit an die Öffentlichkeit. Über die sexuelle Orientierung seines Synchronpartners Stefano Belotti ist öffentlich nichts bekannt.

Große Ziele für die Zukunft

Nationaltrainer Oscar Bertone sieht in Belotti und Santoro die Zukunft des italienischen Synchronspringens. Nach gemeinsamen Erfolgen im Nachwuchsbereich wollen die beiden nun auch bei den Erwachsenen dauerhaft zur Weltspitze gehören. Die nächsten großen Ziele sind die Olympia-Qualifikation 2027 und die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Schon jetzt gelten Stefano Belotti und Matteo Santoro als eines der vielversprechendsten Duos im internationalen Wasserspringen.

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