Bedrückender HIV-Protest Kreatives Statement gegen US-Kürzungen bei HIV
Aktivisten aus der HIV-Community haben in dieser Woche im Renaissance Arlington Capital View Hotel in Virginia eine symbolische Beerdigung abgehalten, um gegen die geplanten Kürzungen bei HIV-Fördermitteln unter der Trump-Administration zu protestieren. Die Aktion sorgt aktuell landesweit für Schlagzeilen. In einer eindrucksvollen Zeremonie trugen die Teilnehmer schwarze Särge durch den Saal und lasen ihre eigenen Nachrufe vor, um auf die verheerenden Auswirkungen der geplanten Einsparungen aufmerksam zu machen.
Große Sorge um HIV-Versorgung
Die Veranstaltung, organisiert von der „Save HIV Funding Campaign“, fand im Rahmen der AIDSWatch statt, einer jährlichen Veranstaltung in Washington DC. Vincent Crisostomo, Direktor der San Francisco AIDS Foundation, erklärte: „Die Kürzungen im HIV-Bereich sind keine bloßen Zahlen. Sie repräsentieren Menschenleben und das gefährliche Potenzial, Jahrzehnte des Fortschritts zurückzudrehen.“ Im Zentrum des Protestes steht die Sorge um das Schicksal lebenswichtiger Programme wie PEPFAR (President’s Emergency Plan for AIDS Relief) und das Ryan White HIV/AIDS-Programm. Diese Initiativen bieten seit Jahren lebensnotwendige Behandlungen für Millionen von HIV-Positiven weltweit. Das PEPFAR-Programm hat mehr als 26 Millionen Menschenleben gerettet, und in den USA versorgt das Ryan White-Programm etwa 602.000 Menschen mit HIV. Zuletzt sorgte auch der Bundesstaat Florida mit Budgetkürzungen im Bereich HIV für Aufsehen, rund 12.000 Menschen verlieren dadurch lebenswichtige Finanzhilfen, um sich ihre HIV-Medikamente künftig überhaupt noch leisten zu können.
Rede von Betroffenen
Kamaria Laffrey, eine schwarze Frau aus Florida, die seit 2003 mit HIV lebt, eröffnete die Veranstaltung mit der Lesung ihres „lebenden Nachrufs“. Sie forderte die Anwesenden auf, die anhaltenden Herausforderungen für Menschen mit HIV nicht zu ignorieren und betonte: „Die Frau, die in diesem Nachruf beschrieben wird, lebt immer noch vor Ihnen heute. Sie nimmt immer noch ihre Medikamente. Sie ist auf einer Mission, und dass trotz der Misshandlung von Menschen mit HIV, trotz der Kürzungen im öffentlichen Gesundheitswesen.“
Aubrianna Escalera Naranjo, Präsidentin von Poder Unides in Georgia, zeigte auf, wie sich auch die Migrationspolitik negativ auf die öffentliche Gesundheit auswirken könnte. Sie berichtete von einem Kind, das mit HIV geboren wurde, aber aufgrund der Gefahr einer Abschiebung keinen Zugang zu lebenswichtigen Unterstützungsprogrammen erhielt. Auch Malcolm Reid, Co-Vorsitzender des US-Verbands der Menschen mit HIV, wies auf die zunehmende Unerschwinglichkeit von HIV-Medikamenten hin. „Malcolm ist nicht gestorben, weil HIV die Wissenschaft überlistet hat“, erklärte er in seinem hypothetischen Nachruf. „Er starb, weil die Medikamente immer schwerer zugänglich wurden.“
Forderungen an die Politik
Die Aktivisten riefen zu entschlossenem Widerstand gegen die geplanten Kürzungen auf und forderten die politischen Entscheidungsträger auf, sich für die Fortführung und den Ausbau von Programmen einzusetzen, die für Millionen von Menschen weltweit von existenzieller Bedeutung sind. „Investieren wir in das Leben oder in den Tod?“, fragte Jeremiah Johnson, Geschäftsführer von PrEP For All und „Begräbnisleiter“ der Veranstaltung, die bei den Anwesenden einen bleibenden Eindruck hinterließ. Die queere Community in den USA feiert die Veranstaltung als ein kraftvolles und mutiges Zeichen des Widerstands.