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Anstieg von HIV-Neuinfektionen

Anstieg von HIV-Neuinfektionen HIV-Experten warnen vor Testlücken

ms - 26.01.2026 - 11:30 Uhr
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Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Berlin und Brandenburg ist im Jahr 2024 erneut gestiegen, so die aktuellen Daten. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) gab es in beiden Bundesländern zusammen etwa 340 neue Fälle, rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Damit setzt sich der seit vier Jahren anhaltende Anstieg fort, wie der rbb berichtet. Nun meldeten sich auch HIV-Fachärzte und betonen Probleme bei HIV-Tests. 

Dunkelziffer in Brandenburg 

In Berlin treten die meisten Infektionen nach wie vor bei schwulen und bisexuellen Männern auf, anders als in Brandenburg, dort teilen sich die Neuinfektionen laut RKI etwa gleichmäßig zwischen homosexuellen und heterosexuellen Kontakten auf, jeweils rund 35 Fälle. Besonders in Brandenburg ist die Dunkelziffer allerdings hoch. Von geschätzten 620 HIV-Infizierten in dem Bundesland seien etwa 250 Menschen nicht diagnostiziert, das entspricht rund 40 Prozent. In Berlin liegt der Anteil unerkannter Infektionen bei rund sechs Prozent. Insgesamt wissen etwa 1.000 der rund 18.000 HIV-Infizierten in beiden Bundesländern nichts von ihrer Erkrankung.

Internist und Infektiologe Heiko Karcher aus Berlin erklärte dazu gegenüber dem rbb: „Es gibt in Deutschland noch immer zu viele Menschen, die HIV haben, es aber nicht wissen – und dadurch das Virus ungewollt weitergeben.“ Ein Grund für die hohe Dunkelziffer in Brandenburg ist die unzureichende Testinfrastruktur, insbesondere auf dem Land. „In ländlichen Regionen gibt es weniger Möglichkeiten für HIV-Tests. Die Hemmschwelle, aktiv danach zu fragen, ist höher“, erklärte Karcher. Auch in Berliner Hausarztpraxen werde häufig nur auf Nachfrage getestet.

Jede dritte Diagnose kommt sehr spät 

Eine frühe Diagnose ist entscheidend für den Krankheitsverlauf. Laut dem RKI wissen mindestens 8.200 Menschen in Deutschland nichts von ihrer HIV-Diagnose, darunter etwa 4.800 schwule und bisexuelle Männer. Außerdem werden HIV-Diagnosen oft erst Jahre nach der Infektion gestellt, jede dritte Diagnose erst mit einem fortgeschrittenen Immundefekt, 18 Prozent sogar erst im Vollbild Aids. 2024 kam es dabei insgesamt zu rund 2.300 Neu-Infektionen in Deutschland, ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Der Großteil der Betroffenen sind auch hier schwule und bisexuelle Männer, auf sie entfallen rund 1.300 Personen. Insgesamt lebten zum Ende 2024 rund 97.700 Menschen mit HIV in Deutschland.

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