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Angriffe in Cruising-Hotspots Berliner Polizei will mit verstärkten Kontrollen gegensteuern

Von ms - 17.09.2025 - 15:00 Uhr
Angriffe in Cruising-Hotspots
Foto: IMAGO / Joko
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Die Berliner Polizei will jetzt nach mehreren homophoben Angriffen rund um den Cruising-Hotspot im Volkspark Friedrichshain verstärkt kontrollieren – zuletzt gab es jeden Monat mehrere Überfälle auf schwule und bisexuelle Männer. 

Organisierte Angriffe auf Schwule

Finaler Auslöser für diese Entscheidung soll nach Angaben des Tagesspiegels ein Vorfall vom 11. August sein, dabei griff eine Gruppe junger Männer gezielt Schwule an, kesselten sie ein, raubten sie aus und schlugen sie brutal zusammen. Die Rede ist von einer „organisierten Hetzjagd“. Die Polizei selbst spricht von einem „scheinbar organisierten Angriff auf Besuchende des Cruising-Gebiets im Volkspark Friedrichshain“ und betont weiter eine „mutmaßlich queerfeindliche Tatmotivation“. Inzwischen ermittelt der Staatsschutz des Landeskriminalamtes, nachdem mehrere schwule Männer Strafanzeigen wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Raub aufgegeben haben. 

Vermehrt Überfälle in diesem Jahr

Der Volkspark ist neben dem Tiergarten, der Hasenheide in Neukölln sowie einem Parkplatz im Grunewald einer der bekanntesten Cruising-Gebiete in Berlin. Nach Angaben der Polizei kommt es dabei immer öfter zu Attacken gegenüber schwulen und bisexuellen Männern: „Derzeitigen Erkenntnissen zufolge kommt es aktuell zu einer Häufung vom Straftaten in der Gegend der dortigen Cruising-Area, die dem queerfeindlich/homophoben Spektrum zuzuordnen sind“, so ein Sprecher der Polizei. Allein im August kam es zu drei ähnlichen Vorfällen im Volkspark.

Hasskriminalität steigt weiter an

Bereits zu Beginn des Jahres bestätigte die Berliner Polizei, dass die Gewalt gegenüber der Community immer weiter zunimmt, zuletzt wurde ein Anstieg der Hasskriminalität gegenüber LGBTIQ+-Menschen von 27 Prozent dokumentiert, wobei rund 90 Prozent aller Übergriffe gar nicht erst angezeigt werden. Die deutliche Mehrheit der Opfer (71,3%) sind dabei schwule und bisexuelle Männer, weitere 26 Prozent sind lesbische oder bisexuelle Frauen. Die meisten Tatverdächtigen (87%) sind laut Polizeiangaben junge Männer. 

Auch das Berliner Gewaltprojekt Maneo hat festgehalten, dass es insbesondere in Cruising-Hotspots immer wieder zu Gewalt und Bedrohungen kommt. Viele Täter gehen offenbar davon aus, dass die Opfer aus Scham oder Angst keine Anzeige erstatten werden. Nebst dem verstärkten Einsatz von Polizeikontrollen vor Ort vor allem nachts soll alsbald eine neue Landesstrategie gegen Queerfeindlicheit greifen, die konkreten Maßnahmenvorschläge werden derzeit in den Senatsverwaltungen beraten. Die Polizei betonte außerdem, die Einsatzkräfte seien „informiert und sensibilisiert“ worden für die Problematik.

Kritik vom LSVD+

Kritik kommt vom LSVD+ Landesverband Berlin-Brandenburg, Geschäftsführer Florian Winkler-Schwarz erklärte gegenüber dem Magazin Jungle World: „Schutz bedeutet nicht: mehr Polizei an Orten, an denen queere Menschen sich zurückziehen – etwa in Cruising-Zonen. Dort lösen dauerhafte Patrouillen eher Angst aus. Was Betroffene wirklich wollen, ist: ernst genommen werden, Ansprechpersonen bei der Polizei und Schutz ohne Bevormundung. Wir fordern spezialisierte Ansprechpartner:innen in allen Polizeibehörden, eine konsequente Schulung im Umgang mit queerfeindlicher Gewalt – und einen Fokus auf Täter, nicht auf das Verhalten der Opfer.“ Dabei betonte Winkler-Schwarz außerdem, dass es bezüglich der Angriffe eine neue Eskalationsstufe gibt: „Es geht nicht mehr nur um spontane Gewalt aus dem Affekt, sondern um gezielte, gruppenbasierte Gewalt gegen queere Menschen.“

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