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Angriff auf Stonewall Der Ursprungsort der weltweiten Pride-Bewegung wird immer wieder attackiert

Von ms - 17.06.2024 - 14:00 Uhr
Angriff auf Stonewall
Foto: iStock / mizoula
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Der Ursprung aller Pride- und CSD-Demonstrationen weltweit, die Bar Stonewall Inn, wurde jetzt erneut das Ziel von Angriffen – es ist das zweite Jahr in Folge, dass die Örtlichkeit immer wieder attackiert wird, die zusammen mit dem angrenzenden Christopher Park offiziell den Titel eines Nationaldenkmals in New York City trägt – ernannt 2016 vom damaligen Präsidenten Barack Obama kurz nach dem Amoklauf im schwulen Nachtclubs Pulse in Orlando, Florida, bei dem 49 LGBTI*-Menschen starben. 

Ein Stich mitten ins Herz

Bereits im letzten Jahr hatten drei männliche Angreifer insgesamt dreimal die Regenbogenfahnen am Gebäude in Manhattans Stadtteil Greenwich Village heruntergerissen und zerstört – nun ist dies im Pride Monat Juni in diesem Jahr erneut geschehen; auch im angrenzenden Park wurden die Flaggen zerstört. Von den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur. 

Die Attacke mag auf den ersten Blick banal klingen, fühlt sich für die LGBTI*-Community in den USA aber wie ein brutaler Stich mitten ins Herz an, denn die kleine Bar ist nun einmal der Ursprung der internationalen Gay-Bewegung, die vor inzwischen 55 Jahren begann – damals wehrten sich erstmals Lesben, Schwule und Drag Queens gegen die gewalttätige Polizeiwillkür.

Wie leicht sind wir angreifbar?

Wie leicht es dabei offenbar immer wieder gelingt, das Wahrzeichen der heutigen LGBTI*-Community anzugreifen, offenbart die ganze dramatische Lage von Homosexuellen und queeren Menschen aktuell in Amerika – mehr denn je stehen sie „unter Attacke“, allein in diesem Jahr wurden bereits über 600 Gesetze in den US-Bundesstaaten eingebracht, die sich direkt gegen die Rechte von LGBTI*-Menschen richten, dazu kommen steigende Fallzahlen von gewalttätigen Angriffen bis hin zu Mord. Noch allzu gut erinnern sich viele im Big Apple an den grausamen Tod des 28-jährigen schwulen schwarzen Tänzers O’Shae Sibley, der im letzten Jahr an einer Tankstelle in Brooklyn mutmaßlich von einem 17-jährigen muslimischen Tatverdächtigen niedergestochen worden war.   

Immer wieder steht dank der konservativen Mehrheit am Obersten Gerichtshof, dem Supreme Court, auch das fundamentale Recht auf die gleichgeschlechtliche Ehe nun wieder in Frage. Dazu kommt die Verbindung zum Attentat im Pulse-Club, der bis heute folgenschwerste Angriff auf die US-Community. Ein weiterer Aspekt kommt dazu: Es sind bei weitem nicht die einzigen Flaggen, die vernichtet wurden. Allein rund um das Stonewall National Monument wurden binnen der letzten Woche bereits mehr als 160 Regenbogenfahnen vernichtet, teilweise zerrissen oder direkt in Brand gesetzt. Zerstörte Flaggen gerade an diesem Ort sind also deutlich mehr als „einfach nur Flaggen“. 

Zusammen gegen den Hass

In New York indes erwächst in diesen Tagen der Mut der Verzweiflung – und die Kampfeslust. Das schwule New Yorker Stadtratsmitglied Erik Bottcher schrieb online: „Jeder, der glaubt, dass dies unsere Community einschüchtern wird, irrt sich gewaltig!“ Er scheint vielen Schwulen und Lesben aus der Seele zu sprechen, betrachtet man die zustimmenden Reaktionen online. 

Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James bezeichnete den Vandalismus als „abscheulich“ und rief alle, die weiterführende Informationen haben, dazu auf, sich umgehend bei der Polizei zu melden. „In New York stehen wir für Liebe und Akzeptanz, nicht für Hass und Bigotterie“, schrieb James. Und der demokratische New Yorker Dan Goldman ergänzte: „Die Schändung von Pride-Dekorationen ist unter allen Umständen inakzeptabel und besonders hasserfüllt während des Pride-Monats. Als Gemeinschaft müssen wir uns gegen jede Art von Hass wehren."

Auch von New Yorks Bürgermeister, Eric Adams, kamen deutliche Worte: „Hass hat keinen Platz in unserer Stadt, und daran wird sich nichts ändern. Wir lieben die LGBTI*-Community und feiern sie während der Pride und das ganze Jahr über. Wir werden immer für sie da sein und denjenigen, die das Stonewall-Denkmal verunstaltet haben, zur Rechenschaft ziehen.“

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