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Alabama verankert LGBTI*-Hass Im Eilverfahren unterschrieben

Von ms - 12.04.2022 - 10:00 Uhr
Queerfeindlichstes Gesetzpaket der USA kommt! // IMAGO / ZUMA Wire
Foto: Queerfeindlichstes Gesetzpaket der USA kommt! // IMAGO / ZUMA Wire
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Die Gouverneurin von Alabama, Kay Ivey, hat im Eilverfahren unerwartet schnell zwei Gesetze unterschrieben, die das Leben der queeren Menschen und insbesondere von LGBTI*-Jugendlichen massiv erschweren wird. In der Kombination der neuen Richtlinien hat der Bundesstaat Alabama damit die queerfeindlichsten Gesetze des Landes erlassen.

Im ersten Gesetz ist verankert, dass eine geschlechtsangleichende Betreuung von trans-Jugendlichen künftig unter Strafe steht – das gilt sowohl für Ärzte wie auch für Eltern von queeren Kindern. Das Strafmaß kann bei einer Verurteilung zehn Jahre Gefängnis vorsehen. Ferner wurde festgelegt, dass trans-Jugendliche in allen öffentlichen Einrichtungen wie beispielsweise Toiletten oder Umkleiden jene Räumlichkeiten aufsuchen müssen, die ihrem Geschlecht in der Geburtsurkunde entspricht. Im zweiten Gesetz wurde dann des Weiteren bestimmt, dass Diskussionen rund um die sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentitäten sowie generell über queere Themen in den Grundschulen gänzlich verboten sind. Zudem werden künftig Schulen dazu gezwungen, dass sie den Eltern mitteilen müssen, wenn sich ihr Kind in der Schule als queer oder trans outet.

Gouverneurin Kay Ivey begründete ihre schnelle Urteilsfindung und Unterschrift der Gesetze mit diesen Worten: "Es gibt sehr reale Herausforderungen, mit denen unsere jungen Menschen konfrontiert sind, insbesondere angesichts des heutigen gesellschaftlichen Drucks und der modernen Kultur. Ich glaube sehr stark daran, dass, wenn der liebe Gott dich als Jungen gemacht hat, du ein Junge bist, und wenn er dich als Mädchen gemacht hat, du ein Mädchen bist. Wir sollten vor allem unsere Kinder vor diesen radikalen, lebensverändernden Medikamenten und Operationen schützen, wenn sie sich in einem so verletzlichen Stadium ihres Lebens befinden. Stattdessen sollten wir uns alle darauf konzentrieren, ihnen zu helfen, sich zu den Erwachsenen zu entwickeln, die Gott für sie vorgesehen hat."

Mit Blick auf das Verbot für trans-Jugendliche, öffentliche Räume wie beispielsweise die Schultoiletten nicht mehr nach der Selbstdefinition frei wählen zu dürfen, sagte die Gouverneurin weiter: „Hier in Alabama gehen Männer auf die Herrentoilette und Frauen auf die Damentoilette - das ist wirklich eine Selbstverständlichkeit. Dieses Gesetz wird auch sicherstellen, dass unsere Grundschulklassen frei von jeglichem Sex-Talk bleiben."

Mehrere LGBTI*-Organisationen verurteilten die neuen Gesetze scharf. Sam Ames, Direktor der queeren Jugendschutzorganisation The Trevor Project sagte: "In letzter Minute hat die Gouverneurin von Alabama eine Reihe der wohl extremsten Anti-Trans-Gesetze, die wir je gesehen haben, in Kraft gesetzt. Diese Politik versucht, die Bereitstellung von geschlechtsangleichender Pflege zu einem Verbrechen zu machen und den Zugang zu fast allen Unterstützungssystemen für trans- und nicht-binäre Jugendliche zu unterbinden. Unterstützungssysteme, von denen wir wissen, dass sie entscheidend sind, um das Selbstmordrisiko zu verringern und eine positive psychische Gesundheit von trans-Jugendlichen zu fördern."

Carmarion D. Anderson-Harvey, Direktorin der Human Rights Campaign in Alabama, zeigte sich ebenso erschüttert: "Diese Gesetzgebung hilft niemandem und keiner Wählerschaft, die davon profitieren würde. Aber LGBTI*-Kinder, insbesondere trans-Kinder, werden durch dieses Gesetz geschädigt. Sie werden gezwungen sein, die Kosten für weitere Diskriminierung zu tragen - Diskriminierung, die bereits dazu führt, dass sich Transgender-Jugendliche in der Schule unsicher fühlen - nur weil eigennützige Politiker sich entschieden haben, ihre Existenz zu nutzen, um politisch zu punkten. Die Unterschrift von Gouverneurin Ivey auf diesem schrecklichen Pamphlet ist eine Schande für sich selbst, ihre Verwaltung, und für den gesamten Staat Alabama."

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