Ablehnung in der Familie Neue Studie offenbart Problem vieler LGBTIQ+-Menschen
Eine internationale Studie untersuchte das Wohlbefinden von LGBTIQ+-Personen in verschiedenen Lebensbereichen – Familie, Gesellschaft und Wirtschaft. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ablehnung in der Familie bis heute die gravierendsten Auswirkungen auf die Psyche und das Selbstwertgefühl von Homosexuellen und queeren Menschen hat.
Ablehnung im Familienkreis
Für die Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Human Behaviour veröffentlicht werden soll, wurden mehr als 80.000 Menschen in 153 Ländern befragt. Die Forschung wurde in Zusammenarbeit mit UNAIDS und der LGBT Foundation durchgeführt. Sie analysierte, wie LGBTIQ+-Feindlichkeit auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Ebenen – in Institutionen, der breiten Gesellschaft und innerhalb der Familie – manifestiert wird. Die Studie, die auf den Ergebnissen des „Global LGBTQ+ Happiness Survey“ basiert, zeigt dabei auf, dass familiäre Ablehnung den größten Schaden bei LGBTIQ+-Personen anrichtet. Weitere Details sollen noch veröffentlicht werden, schon jetzt ist allerdings klar, dass die familiäre Unterstützung ein zentraler Faktor ist, der künftig beim Kampf gegen Homophobie noch stärker im Fokus stehen sollte.
Auch eine Frage des Geldes
Des Weiteren belegten die Forscher einen Zusammenhang zwischen LGBTIQ+-Feindlichkeit und sozioökonomischen Benachteiligungen: Je schlechter die wirtschaftliche Lage einer Person ist, desto stärker wird sie diskriminiert. Dieser Zusammenhang ist insbesondere in Ländern mit ausgeprägten wirtschaftlichen Ungleichheiten zu beobachten. Besonders betroffene Regionen sind der Nahe Osten und Nordafrika, wo Befragte das niedrigste subjektive Wohlbefinden zu Protokoll gaben (Durchschnitt: 4,78), gefolgt von Osteuropa und Zentralasien (Durchschnitt: 5,22).
Die Studienergebnisse verdeutlichen die Dringlichkeit, die spezifischen Bedürfnisse von LGBTIQ+-Personen bei der Entwicklung von Anti-Diskriminierungsmaßnahmen zu berücksichtigen. Die Autoren vom Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) der Universität Aix-Marseille warnen in diesem Zusammenhang davor, dass Queerfeindlichkeit weltweit eine erhebliche Gefahr für das seelische Wohlbefinden und die psychische Gesundheit von queeren Personen darstellt.