Direkt zum Inhalt
50 Festnahmen in Russland

50 Festnahmen in Russland Russische Polizei geht brutal gegen Gäste von Gay-Clubs vor

ms - 14.10.2024 - 10:30 Uhr
Loading audio player...

Am internationalen Coming-Out-Tag am vergangenen Freitag hat die russische Polizei in Moskau Razzien in zwei Schwulenclubs in der Stadt durchgeführt, dabei wurden über fünfzig schwule Männer verhaftet, wie die beiden pro-russischen Telegrammkanäle MSK1 und SHOT derzeit berichten.

Brutales Vorgehen der Polizei

Nach Angaben von schwulen Aktivisten vor Ort, gingen die Beamten dabei äußerst brutal vor – online sind über mehrere weitere Telegram-Kanäle Videos und Bilder von der Aktion zu sehen. Zuerst stürmten die Polizisten gegen ein Uhr morgens den Club Central Station, rund zweihundert schwule Gäste waren zu diesem Zeitpunkt vor Ort. 

Die Besucher wurden gezwungen, sich mit den Händen am Hinterkopf auf den Boden zu liegen. Anschließend wurde jeder von ihnen gewaltsam durchsucht. Rund fünfzig Personen wurden inhaftiert, wohin die schwulen Männer gebraucht worden sind, ist derzeit nicht klar. Nach ersten Aussagen der russischen Polizei sei die Aktion ein Einsatz zur Bekämpfung des Drogenhandels gewesen. 

Dauerhafte Schließung?

Kurz darauf führten die Beamten eine zweite Razzia im Club Three Monkeys durch. Beide Clubs gehören demselben Eigentümer. Angeblich sollen sich im Vorfeld Anwohner beschwert haben, da in dem Moskauer Club „unanständige Sachen“ passieren würden. Unter anderem war die Rede von „halbnackten Männern in Frauenkleidern“, die auf der Bühne tanzen und sich küssen würden.

 Außerdem soll sich in den Drag-Queen-Shows über die russische „Spezialoperation“, den Ukraine-Krieg, lustig gemacht worden sein. Die beiden Clubs gehören zu den letzten Anlaufstellen in Moskau für Schwule; ob nach der Aktion die Einrichtungen wieder öffnen werden, ist derzeit nicht bekannt.  Der pro-russische Sender Mash berichtete zuletzt, dass die beiden Clubs wegen „Diskreditierung der russischen Armee“ dauerhaft geschlossen werden könnten. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Kritik an neuer Zensur

Betrifft auch Social Media

Der neu gewählte Reform‑UK-Kontrollrat in Essex hat die Bewerbung von Pride‑Veranstaltungen in den öffentlichen Bibliotheken des County verboten.
Demo mit Ian McKellen

Kritik an Commonwealth-Gesetzen

Ian McKellen hat an einer Londoner Demo teilgenommen, die sich gegen die Kriminalisierung von LGBTIQ+-Personen in Commonwealth-Staaten richtet.
Zander Murray und Manosphere

Homophobie im Profi-Fußball

Zander Murray, erster offen schwuler schottischer Profifußballer, kritisiert anhaltende Homophobie und den Einfluss der „Manosphere“ im Fußball.
Der ewige George Santos

Neue Ermittlungen der US-Justiz

Der Lügenbaron und Ex-US-Politiker George Santos wurde erst Ende 2025 von Trump begnadigt, nun gibt es neue Ermittlungen wegen Wett-Betrugs gegen ihn.
Syphilis-Fälle sinken deutlich

Aufatmen in Großbritannien

Die Zahl der Syphilis-Diagnosen bei schwulen und bisexuellen Männern in Großbritannien ist 2025 deutlich zurückgegangen – erstmals seit Jahren!
Beratung für junge Menschen

Rekordzahlen aus Großbritannien

Tausende britische Jugendliche haben sich 2025 mit Fragen zur sexueller Orientierung an Childline gewandt. Zentrales Thema war das Coming-Out.
Neue US-Gesetzesinitiative

Kommt die LGBTIQ+-Helpline zurück?

Kalifornien reagiert jetzt auf die Abschaffung der LGBTIQ+-Hotline und will Jugendlichen in Krisensituationen verstärkt helfen.
Pride Monat und US-Firmen

Unterstützung zahlt sich aus

Eine neue Umfrage zeigt, dass US-Bürger Unternehmen, die Pride und LGBTIQ+-Rechte unterstützen, positiv sehen.
Verfassungsschutz in Berlin

Massive Zunahme von Extremismus

Der Berliner Verfassungsschutz warnt vor wachsendem Extremismus in Deutschland. Opfer davon sind immer wieder auch LGBTIQ+-Menschen.