Mark Wahlbergs Vergangenheit Regisseur Ryan Murphy seziert die Homophobie-Vorwürfe der 90er
Ein schwuler Filmemacher und ein ehemaliges Model, der schwule Männer um den Verstand brachte: In der neuen Serie „Love Story: John F. Kennedy Jr. & Carolyn Bessette“ von Ryan Murphy (Pose, Monster-Serie, American Horror Story) wird erstmals in dieser Form die angebliche homophobe Vergangenheit von US-Schauspieler Mark Wahlberg (Boogie Nights, Transformers, Deepwater Horizon) thematisiert. Die Serie bezieht sich auf einen Vorfall aus dem Jahr 1993, bei dem Wahlberg Berichten zufolge ein Mitglied von Madonnas Entourage als „Schwuchtel“ beschimpft haben soll.
Wahlbergs Calvin Klein Werbung
Die Serie dreht sich im Kern um die berühmte Romanze und Ehe zwischen Carolyn Bessette (Sarah Pidgeon) und John F. Kennedy Jr. (Paul Anthony Kelly) in den 1990er Jahren und beleuchtet Bessettes Karriere als Direktorin der Öffentlichkeitsarbeit bei Calvin Klein. Ein wichtiger Handlungsstrang der Serie nimmt dann Stellung zu Wahlbergs (damals noch als Marky Mark bekannt) Calvin Klein Unterwäschekampagne von 1992, die viele Frauen und noch mehr schwule Männer um den Verstand brachte. Berichten zufolge führten Wahlbergs Statements während der Kampagne zu massiven Bedenken bei den Verantwortlichen des Modehauses.
In der Serie hinterfragt eine fiktionalisierte Version von Calvin Klein (gespielt von Alessandro Nivola) Wahlbergs Verhalten. In einem Gespräch mit Kollegen wird sein Verhalten diskutiert. „Er soll auch ein Mitglied ihres Entourage mit einem homophoben Schimpfwort bezeichnet haben“, erklärt der Charakter von Calvin Klein. „Wer sucht sich einen Streit mit Madonna? Nun, er soll auch ein Mitglied ihres Entourage mit einem homophoben Schimpfwort bezeichnet haben“, fügt Nivola in seiner Rolle hinzu. Wie in der Serie gezeigt, wurde Wahlberg letztlich aus der Kampagne entfernt und durch das Model Michael Bergin ersetzt.
Wahlbergs umstrittene Vergangenheit
Die Kontroversen um Wahlbergs Vergangenheit begleiteten ihn weiterhin, trotz seiner erfolgreichen Karriere in Hollywood. 1986 erhielt der Schauspieler eine zivilrechtliche Verfügung, nachdem er eine Gruppe schwarzer Kinder rassistisch belästigt und mit Steinen beworfen hatte. Zwei Jahre später gestand Wahlberg, zwei vietnamesisch-amerikanische Männer mit rassistischen Beleidigungen angegriffen zu haben, und verbüßte dafür 45 Tage im Gefängnis. 1993 entschuldigte sich Wahlberg öffentlich im Boston Globe für seine Taten der Vergangenheit, nachdem er wegen dieser Vorfälle von Menschenrechtsgruppen und der Öffentlichkeit scharf kritisiert worden war. Ob Murphys Blick ihm da jetzt späte Läuterung verschaffen wird, bleibt abzuwarten.