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Jodie Foster ist in Therapie

Jodie Foster ist in Therapie "Wenn das alle machen würden, wäre das fantastisch"

ms - 27.11.2025 - 12:00 Uhr
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Schauspielerin Jodie Foster (63) hat jetzt offen mit der Bild Zeitung über ihr Leben in Hollywood und ihre beiden Söhne geplaudert und dabei unter anderem erklärt, dass Therapien ein „fester Teil“ ihres Lebens sind.  

Therapie bestenfalls für alle 

In Paris machte die zweifache Oscarpreisträgerin in diesen Tagen PR für ihren neuen Film „Privatsache“, der seit letzter Woche auch in den deutschen Kinos läuft. Im Filmdrama spielt die 63-Jährige die Pariser Therapeutin Lilian Steiner, die nach dem scheinbaren Selbstmord einer Patientin misstrauisch wird und eigenständig ermittelt. Der Film verbindet dabei Elemente von klassischem Kriminal-/Mystery-Thriller mit psychologischem Drama und surrealen Momenten. Direkt auf das Thema Therapie angesprochen, erklärte Foster: „Therapie ist ein fester Teil meines Lebens. Man braucht keinen Anlass, um hinzugehen. Es geht darum, sich selbst, die Beziehung zu den Kindern oder Eltern besser zu verstehen – was man weitergibt und worauf man reagiert. Das ist sehr hilfreich. Wenn das alle machen würden, wäre das fantastisch.“ Es mache wohl deswegen nicht jeder, so Foster, weil es zu teuer sei. 

Besonders an ihrem neuen Film ist auch, dass sie nach über zwanzig Jahren erstmals wieder auf Französisch gespielt hat: „Ich begann mit neun Jahren, Französisch zu lernen, mit zehn war ich fließend. Meine Filmfigur ist stark, aber auch unsicher – und diese Unsicherheit, die ich manchmal auf Französisch spüre, bringt eine interessante Verletzlichkeit mit sich.“ Daneben spricht Foster noch Italienisch und ein wenig Spanisch, leider aber kein Deutsch, wie sie weiter betonte, obwohl einer ihrer Söhne die Sprache beherrscht. 

Keine Filmbegeisterung bei den Söhnen

Nachgefragt zu ihren Kindern muss die US-Schauspielerin dann zugeben, dass ihre beiden Söhne Charles (27) und Kit (24) ihre Filme zumeist nicht ansehen: „Sie sind nicht besonders interessiert. Warum, weiß ich gar nicht, aber sie schauen meine Filme wirklich selten. Allerdings wollte mein Sohn neulich ´Nyad´ sehen.“ Dem Sprössling gefiel die Geschichte, nicht aber der Film. Auch anderweitig haben Mutter und Sohn einen anderen Geschmack – als Foster ihm einen ihrer Lieblingsfilme „Die Blechtrommel“ zeigte, erklärte dieser nur: „Der Film ist furchtbar! Wie konntest du den mögen?“ Vielleicht hat auch Fosters Einstellung in früheren Jahren etwas damit zu tun, denn viele Jahre lang verschwieg sie ihren Beruf vor ihren Kindern, damit diese eine Form von familiärer Normalität erleben konnten.  

Foster hat dabei in anderer Weise auch viel zur Normalität beigetragen – seit nunmehr 60 Jahren steht sie vor der Kamera und erlebte viel Frauenfeindlichkeit in den ersten Jahrzehnten: „Manchmal waren da am Filmset einfach nur 150 Männer, mit Ausnahme der Maskenbildnerin – und ich. Heute kaum vorstellbar. Es ist schwer, der jungen Generation zu erklären, dass die Menschen damals so waren. Das heißt nicht, dass es richtig war. In den ersten 50 Jahren meiner Karriere habe ich nur ein einziges Mal mit einer Regisseurin gearbeitet.“

Foster wird zum Vampir 

Zurück auf ihren aktuellen Film erklärte die 63-Jährige zum Thema Träume, die im Kinofilm eine besondere Rolle spielen: „Ich träume oft, dass ich etwas Schreckliches getan habe, aber kein Schuldgefühl empfinde. Dann fühle ich mich schuldig, weil ich mich nicht schuldig fühle. Einmal war ich ein Vampir – jemand entdeckte mich, und ich dachte nur: ´Ich weiß, tut mir leid´.“

Jodie Foster wurde bereits als Kind durch ihre Rolle in „Taxi Driver“ (1976) weltberühmt. Für „Angeklagt“ (1988) sowie später für „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) wurde sie mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Weitere sehr erfolgreiche Filme mit ihr sind unter anderem „Contact“, „Anna und der König“, „Flightplan“, „Inside Man“ und „Die Fremde in dir“ sowie „Der Gott des Gemetzels“. Zuletzt war sie in „Der Mauretanier“ und „Nyad“ zu sehen. Neben ihrer Schauspielkarriere führte sie bei Filmen wie „Das Wunderkind Tate“ und „Money Monster“ Regie und gilt als eine der einflussreichsten Frauen im Hollywood-Filmgeschäft. Privat ist sie mit der Fotografin Alexandra Hedison verheiratet; die beiden heirateten 2014. Bereits 2021 erhielt sie die Goldene Palme als Ehrenpreis für ihr Lebenswerk. 

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