Direkt zum Inhalt

Berliner LGBTI*-Community Starkes Plus für CDU, Grüne führen im LGBTI*-Kiez

Von ms - 13.02.2023 - 08:56 Uhr
Berliner LGBTI*-Community
Foto: IMAGO / Bernd Elmenthaler
ANZEIGE
Loading audio player...

Die LGBTI*-Community zeigt sich ebenso wie ganz Berlin offenbar gespalten nach der Berliner Wahl – in vier der sieben Wahlkreise des schwul-lesbischen Kiez Tempelhof-Schöneberg konnte die CDU die meisten Stimmen gewinnen, in den drei anderen Bezirken siegte Bündnis 90 / Die Grünen. Darunter auch das Epizentrum der Community rund um den Nollendorfplatz. Hier im Wahlkreis 1 kamen die Grünen auf 31,2 Prozent der Stimmen, die CDU auf 21 Prozent, gefolgt von der SPD mit 19,3 Prozent und den Linken mit 12,3 Prozent. Sowohl die FDP (4,7 %) als auch die AfD (4 %) scheiterten auch im LGBTI*-Kiez an der 5-Prozent-Hürde. Die Wahlbeteiligung im Szeneviertel lag bei rund 64 Prozent.

Sicherheit - das Thema in der LGBTI*-Community

In Berlin selbst starten jetzt die Sondierungsgespräche, am wahrscheinlichsten scheint im Augenblick zu sein, dass die Regierung unter Rot-Rot-Grün bestehen bleiben wird, nachdem die SPD sich mit 105 Stimmen vor den Grünen als zweitstärkste Kraft halten konnte. Die CDU konnte dabei als einzige Partei neben der AfD einen Stimmenzuwachs verbuchen, auch im schwul-lesbischen Kiez stieg die Zahl der Unionswähler von rund 13,8 Prozent im Jahr 2021 auf 21 Prozent aktuell. Wahlbeobachter gehen davon aus, dass vor allem das Thema Sicherheit für einen Wählerzuwachs bei der CDU führen konnte, auch in der LGBTI*-Community. Das vorläufige Endergebnis insgesamt: CDU 28,2 Prozent, SPD und Grüne 18,4 Prozent, Link 12,2 Prozent, AfD 9,1 Prozent und FDP 4,6 Prozent.  

Gewalt gegenüber LGBTI*-Menschen

Das wichtigste Thema in der Berliner Community bleibt das Thema Sicherheit und Hassverbrechen – binnen eines Jahres ist die Zahl der Vorfälle zuletzt um über 20 Prozent angestiegen. Im Schnitt kommt es zu mehr als zwei Angriffen auf homosexuelle und queere Menschen jeden Tag in der Hauptstadt, am meisten statistisch davon betroffen sind schwule Männer. Die Polizei und auch Opferverbände wie Maneo oder der LSVD gehen davon aus, dass die tatsächliche Anzahl der Fälle deutlich höher liegen dürfte. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 90 Prozent der Vorfälle gar nicht erst zur Anzeige gebracht werden. Dieses Gefühl von Unsicherheit oder Angst breitete sich in den letzten Monaten auch im schwul-lesbischen Kiez immer mehr aus. Es bleibt zu hoffen, dass die künftige Regierung sich stärker und mit konkreten Projekten gegen Hassverbrechen gegenüber LGBTI*-Menschen einsetzt – bisher war seitens der Rot-Rot-Grünen-Regierung seit 2021 hier sehr wenig passiert.  

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

Berliner MorgenpostNach Razzia gegen queeres Gesundheitsprojekt: Demo in Berlin angekündigtSWRGrüner Sozialminister BW sorgt sich um Minderheiten: Hildenbrand will "Anwalt" der queeren Community seinFalterBlauland: Zum Jubiläum ein Regenbogen-Hirschgeweihntv"Man hat sich geschminkt": Thomas Anders vergleicht sich mit Bill KaulitzAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Heated Rivalry Look-a-Like

Doppelgänger auf Liebesurlaub

Erst gewannen sie als „Heated Rivalry“-Doppelgänger einen Wettbewerb, jetzt genießen Felix Eller und Aram Matagi romantische Tage in Kanada.
Wege aus der Sexspirale

Chemsex-Therapie zeigt Erfolge

Eine britische neue Studie zeigt ermutigende Ergebnisse: Gruppentherapie kann Männern helfen, Chemsex und zwanghaftes Sexualverhalten zu verändern.
Der Lügenbaron im Oval Office

Santos als Trumps Pressesprecher?

Nach dem Blitzabgang von Trumps Sprecherin bewirbt sich der wegen Betrugs verurteilte Ex-Abgeordnete George Santos öffentlich um den Job.
Hildenbrand will Mut machen

Schwuler Minister über Coming-Out

Baden-Württembergs Sozialminister Oliver Hildenbrand spricht über seine Jugend als schwuler Mann, Familienvielfalt und den Schutz von LGBTIQ+-Menschen
Growlr verliert Nutzer

Bears wechseln zur Konkurrenz

Nach dem Ende der Livestreams bei Growlr berichten Konkurrenten von abwandernden Nutzern. Die neuen Eigentümer versprechen indes einen Neustart.
Türkei hält Aktivisten fest

Menschenrechtler schlagen Alarm

Mehr als einen Monat nach landesweiten Razzien sitzen in der Türkei weiterhin LGBTIQ+-Aktivisten ohne Anklage in Untersuchungshaft.
Debatte um Grindr-Spende

13.500 Dollar für Republikanerin?

Grindr-Chef George Arison unterstützt offenbar eine republikanische Senatorin finanziell und sorgt damit für neue Debatten in der Community.
Trumps Männerbild

Präsidenten-Nichte übt Kritik

Mary Trump kritisiert die öffentlichen Bemerkungen ihres Onkels über Männerkörper und sieht darin Anzeichen nachlassender Impulskontrolle.
Queere Jugend in Neuseeland

Regierung scheitert mit Verboten

Neuseelands Oberster Gerichtshof hebt das Verbot neuer Pubertätsblocker-Verordnungen für trans* Jugendliche auf und rügt Diskriminierung.