Direkt zum Inhalt
Konversionstherapien schaden!
ANZEIGE

Konversionstherapien schaden! Rund 34.000 LGBTI*-Briten wurden Opfer der unseriösen Therapien

ms - 25.01.2023 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

Eine neue Studie der britischen LGBTI*-Beratungsplattform Galop zeigt nun auf, wie gefährlich Konversionstherapien tatsächlich sind – einer von vier LGBTI*-Menschen (25 %), die sich aufgrund von Depressionen, Angstzuständen oder anderweitig psychischen Problemen an die Berater gewandt haben, hatten zuvor eine Konversionstherapie durchlebt.

Ein Verbot zur richtigen Zeit

Seit Mai letzten Jahres bietet Galop gezielt auch Opfern von Konversionstherapien Unterstützung an, unterstützt von der britischen Regierung. Das Parlament hatte dabei in den vergangenen Jahren immer wieder mit einem möglichen Verbot solcher unseriöser Heilungstherapien gehadert, zuletzt kam Anfang des Jahres allerdings ein positives Signal aus der Downing Street 10 – die Chancen stehen gut, dass noch in diesem Jahr Großbritannien die zumeist von christlichen Organisationen angebotenen “Therapien“ verbieten wird. In den meisten Fällen wird dabei versucht, homosexuelle junge Menschen zu einem heterosexuellen Lebensstil zu bekehren.

34.000 Opfer von Konversionstherapien

Konkrete Zahlen zu den Konversionstherapien in Großbritannien gibt es nicht, jahrelang war seitens einiger Konservativer sowie christlicher Kirchen generell in Frage gestellt worden, ob es solche Angebote überhaupt im Vereinigten Königreich gibt. Eine nationale Umfrage unter Schwulen und Lesben zeigte dann 2018 erstmals auf, dass rund zwei Prozent von ihnen bereits an einer solchen Therapieform teilgenommen haben beziehungsweise zumeist auf Druck seitens der Eltern teilnehmen hatten müssen. Hochgerechnet auf die rund 1,7 Millionen LGBTI*-Menschen in Großbritannien bedeutet das: Etwa 34.000 Briten wurden bereits Opfer von Konversionstherapien.

LGBTI*-Menschen müssen nicht “geheilt“ werden

Leni Morris, die Geschäftsführerin von Galop, erklärte: "Wir arbeiten seit Jahren mit Opfern von Konversionspraktiken und wir sehen nicht nur sehr deutlich, dass dies heute immer noch geschieht, sondern auch, dass eine beträchtliche Anzahl von uns davon betroffen ist. Allein im vergangenen Jahr haben 25 Prozent der Klienten unter 25 Jahren unsere Hilfe in Anspruch genommen, weil sie dieser Art von Missbrauch ausgesetzt waren. Während die LGBTI*-Community seit Jahrzehnten weiß, dass es Menschen gibt, die mit Missbrauch und Gewalt versuchen, unsere Identität zu verändern oder zu unterdrücken, herrscht in der breiten Öffentlichkeit die falsche Vorstellung, dass Konvertierungspraktiken der Vergangenheit angehören und im Vereinigten Königreich nicht vorkommen.“

Einmal mehr bekräftigt Morris dabei abschließend: "LGBTI*-Menschen müssen nicht geändert oder geheilt werden. Was wir brauchen, ist ein vollständiges gesetzliches Verbot von Konversionspraktiken. Die Menschen, mit denen wir arbeiten, und unsere gesamte Gemeinschaft verdienen jetzt Schutz!"

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Kürzungen bei Lambda

Regierung begründet Entscheidung

Der Förderstopp des queeren Jugendnetzwerks Lambda sorgt weiter für scharfe Kritik, jetzt begründete die Bundesregierung diesen Schritt.
Die Jugend altert schneller

Studie über queere Gen-Z

Eine neue Studie deutet darauf hin, dass beschleunigtes biologisches Altern das steigende Krebsrisiko bei jüngeren Menschen mit erklären könnte.
Attacke von Hunter Biden

Debatte um homophobe Heuchelei

Hunter Biden wirft führenden Republikanern vor, ihre Homosexualität zu verbergen und daraus Hass gegen Minderheiten abzuleiten.
Grindr wächst weiter

Viel Kritik ohne Folgen

Trotz anhaltender Kritik gewinnt Grindr weiter zahlende Nutzer – und baut seine Marktführerschaft im Dating für schwule Männer 2026 deutlich aus.
Flucht aus Nigeria

Leben in ständiger Angst

Ein 17-jähriger Schwuler aus Nigeria hofft auf Flucht – weil ihm in seiner Heimat wegen seiner sexuellen Orientierung Haft, Gewalt oder sogar der Tod drohen.
Nachbarschaftskrieg in Florida

Sieben Jahre Haft für Angreifer

Nach wiederholten queerfeindlichen Belästigungen schoss ein Mann in Florida seinen trans* Nachbarn nieder und muss nun sieben Jahre ins Gefängnis.
Neue Angriffe auf DJ Butch

Attacke von Linksextremisten

Nach dem Abbruch eines Auftritts von DJ Barbara Butch in Grenoble wächst die Kritik an der Aktion von linksextremen Aktivisten.
Ein Jahr ohne Helpline

LGBTIQ+-Jugendliche in den USA

Ein Jahr nach dem Ende der US-Krisenhilfe für LGBTIQ-Jugendliche bleibt die Zukunft des Angebots unklar – Experten warnen vor Risiken.
Flucht vor Putins Armee

Homosexuelle Russen in Angst

Russische Deserteure und homosexuelle Menschen fürchten bei einer Rückkehr Verfolgung. Deutschland bietet dabei derzeit nur begrenzten Schutz.