Direkt zum Inhalt

Protest nach Hasstriade Haben die jüngsten homophoben Entgleisungen für die Fürstin ein Nachspiel?

Von ms - 13.12.2022 - 14:00 Uhr
Protest nach Hasstriade
Foto: IMAGO / Future Image
ANZEIGE
Loading audio player...

Es ist keine Neuigkeit, dass die streng gläubige und erzkonservative Gloria von Thrun und Taxis Homosexuelle als Menschen zweiter Klasse ansieht – eine Einstellung, die sie immer wieder gerne zum Besten gab. Nun aber könnten ihre jüngsten Entgleisungen in der Online-Talkrunde von Ex-Bildchef Julian Reichelt ein Nachspiel für sie haben – immer mehr Menschen fordern die Enteignung der Fürstin.

Sex? Nur diskret bitte!

Vor dem Regensburger Schloss der Fürstin kam es in den letzten Tagen immer wieder zu Protestaktionen, Schilder im Umfeld und direkt vor Schloss Emmeram fordern Konsequenzen für die 62-Jährige. In der Sendung hatte von Thurn und Taxis abermals gegenüber schwulen Männern ausgeteilt und verharmloste auch die Verfolgung von homosexuellen Menschen im Nahen Osten. "Im Nahen Osten gibt es genauso viele Schwule wie bei uns. Nur, das sind halt anständige Leute, die aus religiösen Gründen ihr Schlafzimmer und ihre Sexualität etwas diskret behandeln. So wie anständige Leute bei uns auch." Im Zweifelsfall, so die Fürstin, gäbe es ja Apps, die das diskret regeln könnten.

Tierische Instinkte ausleben

Damit nicht genug, hatte sie gegenüber Reichelt auch gegen die One-Love-Binde gehetzt, die bei der Fußballweltmeisterschaft in Katar sowieso bereits zum PR-Desaster geworden war. Erst wurden nicht die Regenbogenfarben als Zeichen der Solidarität mit der Community verwendet, dann wurde den Kickern trotzdem von der FIFA verboten, sie überhaupt zu tragen. Für Fürstin Gloria stand indes fest: "Und wenn schon Armbinde, wenn es unbedingt sein muss, dann würde ich sagen, soll derjenige die Armbinde tragen, der unbedingt seine tierischen Instinkte ausleben will, damit man sieht: 'Aha, der will Sex'. Es reicht also nicht Grindr und wie diese ganzen Apps heißen, sondern wenn einer offensiv Sex sucht, dann soll er die Armbinde tragen." Mit dieser Armbinde wolle man dabei nur "aus einer Sünde eine Tugend machen", so die Regensburgerin weiter. Immer wieder betonte sie dabei auch, dass Homosexualität diskret behandelt werden müsse und meinte zudem: „Das Fleisch ist willig, aber der Geist ist schwach.“

Ein Ende der Homofeindlichkeit

Ein Ende dieser Entgleisungen fordern jetzt nicht nur LGBTI*-Aktivisten und Einheimische vot Ort, sondern auch junge Vertreter der Gewerkschaft DGB-Oberpfalz. Online bekunden immer mehr, dass sie es satthaben, wie die Fürstin über homosexuelle Menschen spricht und schließen sich daher den Protestaktionen an. Die Forderungen sind klar: Von Thurn und Taxis müsse enteignet werden. Vor dem Schloss Emmeram finden sich zudem Plakate mit der Aufschrift: "Thurn und Toxisch".

Anzeige

Auch Interessant

Messerangriff vor Bussi Bar

Zwei Helfer schwer verletzt

Vor der queerfreundlichen Bussi Bar in Berlin wurden zwei Helfer mit einem Messer verletzt. Zuvor hatte ein Trio eine Mitarbeiterin angegriffen.
Schwuler Vater kann aufatmen

Keine Anklage nach viralem Schlag

Nach der Konfrontation mit einem rechten Streamer wird David Vulin nicht angeklagt. Der schwule Vater hat eine Vereinbarung mit der Justiz erfüllt.
Queerfeindlicher Hass an der FU

Hakenkreuze nach Flaggen-Attacke

Pride-Flagge abgerissen, Hakenkreuze entdeckt: Die FU Berlin verurteilt Angriffe am Institut für Theaterwissenschaft. Die Polizei ermittelt.
Lara Heubeck lebt offen

DSC-Kommentatorin macht Mut

Lara Heubeck spricht über ihr Leben als trans Frau. Die Kommentatorin des Deggendorfer SC berichtet von großer Unterstützung nach ihrem Coming-out.
Solidarität mit Casa Kuà

Hunderte protestieren nach Razzia

Rund 500 Menschen demonstrieren in Berlin für trans* Gesundheitsversorgung. Nach der Razzia im Casa Kuà wächst der Protest gegen den Polizeieinsatz.
Schwules Paar getötet

60 Jahre Haft für Ex-Polizeichef

Polizisten töteten Eldin und Milton in Guatemala. Zwei Täter erhalten je 60 Jahre Haft. Tonaufnahmen halfen, das Verbrechen aufzuklären.
Heated Rivalry im Kino

Romanze auf großer Leinwand

„Heated Rivalry“ kommt im November in britische und US-Kinos. Zugleich erscheint ein weiterer Film mit Hauptdarsteller Connor Storrie.
Letzte Küsse in der Kutsche

Romantik auf Abschiedstour

New York hat das Ende der Pferdekutschen im Central Park beschlossen. Für schwule Paare verschwindet damit ein besonders romantisches Erlebnis.
Schwuler Volleyballstar

Japan erlebt einen Wandel

Japans Volleyballprofi Rui Takahashi spricht über sein Coming-Out, die Angst vor dem Karriereende und die Unterstützung seines Bruders Ran.