Direkt zum Inhalt
Queer Metal
ANZEIGE

Queer Metal Eine neue Dokureihe porträtiert die Welt der queeren Metal-Musik

ms - 17.11.2022 - 14:00 Uhr
Loading audio player...

Der Begriff “Heavy Metal“ als Musikgenre für “harte Kerle“ ist seit den 1970iger Jahren bekannt. Als Weiterentwicklung des Hardrocks etablierte sich die Musikrichtung auch in Deutschland und fand immer mehr Anhänger – auch in der LGBTI*-Community. Scheinbar neuer dagegen ist das Sub-Genre des “Queer Metal“, der in einer Folge der ARD-Dokumentationsreihe "Heavy Metal Saved My Life" jetzt genauer unter die Lupe genommen wird. Oder täuscht der erste Eindruck und queeres Leben gehört schon immer zu den Hardrock-Fans dazu?

Queere Menschen und ihre Erfahrungen

Im Auftrag des Hessischen Rundfunks tauchten Mariska Lief und Andreas Krieger weltweit tief in diese besondere Richtung des Heavy Metals ein. Neben bekannten Größen aus der Szene wie dem Dark-Metal-Sänger Gaahl, “Faith No More“-Keyboarder Roddy Bottum und “Judas Priest“ begleitet das Regisseur-Duo auch Trans-Mann Rick aus Neapel bei seinem ersten Besuch eines Wacken Open Air. Dabei zeigt sich alsbald, dass gerade die Erfahrungen von vielen Trans-Menschen gut mit Heav%y Metal in Einklang zu bringen sind. Sowohl bei vielen heutigen Helden des Heavy Metal wie auch im Leben vieler Trans-Personen ging und geht es um die großen, universellen Fragen, um Angst, Gewalt und Hoffnung, darum, einen Weg zu finden, zu sich und seinem Leben zu stehen, einen Weg zurück ins Licht zu finden. Gerade auch mit Blick auf die Fans, die in der zweiteiligen Dokumentationsreihe ebenso ausführlich zu Wort kommen dürfen, zeigt sich immer wieder, wie Brüche im Leben die ultimative Frage danach stellen, wie ein Leben weitergelebt werden soll und kann – die Musik fungiert dabei offensichtlich öfters als Lebensretter, auch und gerade bei queeren Menschen.

Musik als Lebensretter für “harte Kerle“ und Queers

Ob trans oder hetero, den Menschen ist eins gemein: Sie würden von sich selbst heute sagen, dass Heavy Metal ihr Leben gerettet hat, sie stärker und mutiger gemacht hat. Die Dokureihe erzählt die Geschichte der Fans sowie auch von großen Metalbands, die in intimen Interviews über ihre Schicksalsschläge, Lebenskrisen und Triumphe erzählen. Mit dabei sind bekannte Namen wie “Iron Maiden“ oder auch “Faith No More“, und so zeigt sich jenseits des Klischees vom “allseits starken Mann im Metal“, dass diese Musikrichtung helfen, heilen und Hoffnung schenken kann.

Die Harten sind die Zarten!

Regisseur Krieger dazu: „Die Harten sind demnach die in Wahrheit Zarten, die Gefahr laufen, zerrieben zu werden in einer brutalen Welt. Das ist das eigentliche Thema dieser Musik. Metal ist und war auch schon immer eher die Musik der Underdogs, der Ohnmächtigen, der Am-Rande-des-Schulhofs-Steher. Nicht selten hören Menschen laute, harte und kraftvolle Musik, weil sie eben genau das in ihrem Leben nicht sein können. Weil sie sich leise, schwach und kraftlos fühlen. Metal begleitet sie in allen Lebenslagen, besonders den schweren.“ Dabei bekräftigt Krieger zudem, dass es im Metal schon lange Zeit neben dem klassischen heterosexuellen Machotum überraschend viel Raum für diversere Geschlechterbilder gibt. „Metal-Gott Rob Halford von ´Judas Priest´ brachte das Leder in den Metal und ist heute eine queere Ikone. Als einer der ersten Metal-Musiker überhaupt outete sich dann 1993 Roddy Bottum von ´Faith No More´.“ Queeres Leben und Heavy Metal, sprich Queer Metal, scheint also in der Tat sehr gut zusammenzupassen. Ab heute gibt es die Dokumentationsreihe in der ARD-Mediathek. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Happy Birthday Ralf König

Comic-Ikone feiert Schnapszahl

Mit seinen Comics prägte Ralf König über Jahrzehnte das Selbstverständnis schwuler Männer – jetzt wird der Meister 66 Jahre jung. Wir gratulieren!
Musikwelt in Trauer

Madonna-Produzent ist tot

William Orbit ist tot. Die Musikwelt verliert einen der einflussreichsten Produzenten, unter anderem von Madonna, Britney Spears und Pink.
Gute Ausreden im Sommer

Hitzefrei im Regenbogenland

Wenn die Temperaturen steigen, wird das Nachtleben kreativ – vor allem bei der Frage, warum heute wirklich niemand auf die Tanzfläche muss.
Schwule Badehäuser in New York

Comeback nach 40 Jahren Verbot

Die Stadt New York prüft nach 40 Jahren Verbot die Rückkehr von schwulen Badehäusern – ein Abschied von Regeln aus der frühen AIDS-Krise.
Tödliche Dating-Masche

Mord in Niederösterreich

Ein 29-jähriger schwuler Mann wurde in Niederösterreich in eine Dating-Falle gelockt und zu Tode geprügelt. Tatverdächtig ist ein 18-Jähriger.
Streit um gleiche Elternrechte

120.000 Unterschriften gesammelt

Eine Petition des LSVD+ fordert gleiche rechtliche Absicherung für alle Kinder – inzwischen haben rund 120.000 Menschen unterschrieben.
LSVD+ und HateAid

Neues Bündnis gegen Hass

QueerSafe Berlin und HateAid bündeln ihre Angebote, um queere Menschen bei digitaler Gewalt schneller und umfassender zu unterstützen.
Feuerwehrkapitänin getötet

Ehefrau legt Mordgeständnis ab

Eine 54-jährige Frau hat jetzt in Kalifornien den Mord an ihrer Ehefrau Rebecca Marodi gestanden. Ermittler sehen Eifersucht als mögliches Motiv.
Streit im Tennissport

Debatte um neue Gen-Tests

Der Streit über den Ausschluss von trans* Sportlerinnen im Frauentennis geht weiter, jetzt äußerte sich Coco Gauff zu den Geschlechtstests der WTA.