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Depressionen in Polen Starker Anstieg von psychischen Problemen in der Community

Von ms - 06.09.2022 - 14:00 Uhr
Homosexuelle verlieren die Hoffnung
Foto: iStock / KatarzynaBialasiewicz
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Die schwierige Situation der Gay-Community in Polen hinterlässt jetzt auch mental seine Spuren – neue Studienergebnisse belegen nun, wie sehr der ständige Druck, die Angst und die Anfeindungen zu Depressionen bei schwulen Männern führen. Die Universität Warschau veröffentlichte jetzt im Zuge eines Aktionsplans gegen Homophobie die Ergebnisse einer Online-Befragung von rund 23.000 Menschen aus der Community zu den persönlichen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit.

Alarmierend an den Ergebnissen ist vor allem der Fakt, dass die Unterstützung innerhalb der Familie für homosexuelle und queere Menschen binnen von knapp vier Jahren rapide gesunken ist. Gerade noch einmal ein wenig mehr als die Hälfte der polnischen Eltern akzeptieren so homosexuelle Kinder, wobei die Ablehnung bei den Vätern noch größer als bei den Müttern ist. In beiden Fällen sind die Zahlen aber binnen der letzten Jahre um bis zu sieben Prozent gesunken. Immer wieder zeigt sich dabei allerdings auch ein starkes Gefälle innerhalb Polens. Kurz gesagt, je ländlicher geprägt, desto eher herrschen religiöse Stigmata gegenüber Homosexuellen bis heute vor. Dabei scheinen die Risse zwischen den einzelnen Positionen in den letzten Monaten immer stärker zum Vorschein zu treten – während in einigen Städten wie Kattowitz oder Lublin dieses Jahr erstmals Pride-Veranstaltungen ohne gewalttätige Angriffe gefeiert werden konnten und das Oberste Gericht des Landes nach und nach die Selbstdefinition einzelner Gemeinden als “LGBTI*-freie-Zonen“ als rechtswidrig erklärt und aufhebt, setzt in ländlichen Teilen Polens eine Flucht von LGBTI*-Menschen ein – wer kann, zieht in die Großstädte oder kommt direkt in Nachbarländer wie Deutschland, wie die Tagesschau im August berichtete. Das hat vor allem im stark konservativen und religiös geprägten Süden und Osten des Landes immer größere Auswirkungen, die Lage sei nach Aussage von Journalisten vor Ort für LGBTI*-Menschen sehr repressiv und gefährlich geworden.

Auch die psychische Gesundheit der Homosexuellen in Polen verschlechtert sich: Die Zahl der Menschen mit Depressionen stieg von 28 Prozent im Jahr 2017 auf inzwischen 44 Prozent im Jahr 2020 an. Auch hier zeigt sich ein Zerrbild und ein starkes Gefälle zwischen Stadt und Land. Insgesamt gesehen ist die Unterstützung von Homosexuellen in Polen mit 34 Prozent der Bürger so hoch wie seit langem nicht. Das ändert allerdings nichts daran, dass die Lebenssituation vieler schwuler, lesbischer, bisexueller und queerer Menschen in Polen noch immer sehr negativ ist. Anders gesagt mit Blick auf die Studienergebnisse: Wo Licht ist, ist auch viel Schatten.

Hier gibt es Hilfe

Die Berichterstattung über Suizid ist ein überaus sensibles Thema. Wir möchten es in KEINSTER Weise glorifizieren oder romantisieren. Viele Menschen die durch Suizid sterben, leiden an einer psychischen Erkrankung. Wenn es dir nicht gut geht oder du daran denkst, dir das Leben zu nehmen, versuche mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen du dich melden kannst.

Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222.

Weiterhin gibt es von der Telefonseelsorge das Angebot eines Hilfe-Chats. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer E-Mail-Beratung. Die Anmeldung erfolgt – ebenfalls anonym und kostenlos – auf der Webseite. Informationen findest du unter: www.telefonseelsorge.de

 

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