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Untersuchungshaft in Münster 6.500 Menschen trauern um trans-Mann Malte

Von ms - 03.09.2022 - 17:30 Uhr
Untersuchungshaft in Münster
Foto: iStock / Kuzma
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Am Wochenende wurde für den mutmaßlichen Täter (20) des grausamen Tötungsdelikts vom CSD in Münster Untersuchungshaft angeordnet. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor beim Amtsgericht Münster den Erlass eines Haftbefehls wegen Körperverletzung mit Todesfolge beantragt. Der 20-Jährige hat zu den Tatvorwürfen weiterhin keine Angaben gemacht, seitdem er am vergangenen Freitag von Ermittlern der Polizei am Hauptbahnhof in Münster festgenommen worden war.

Nur wenige Stunden zuvor war der trans-Mann Malte C. (25) seinen schweren Verletzungen erlegen. Vor einer guten Woche hatte Malte versucht, den Täter aufzuhalten, als dieser drohend und schimpfend am Rande des CSDs auf mehrere lesbische Frauen losgegangen war. Der Angreifer hatte die Frauen unter anderem als “lesbische Huren“ beschimpft. Malte ging dazwischen und forderte den 20-Jährigen auf, damit aufzuhören. Der Täter schlug anschließend unvermittelt zweimal mit der Faust in Maltes Gesicht, der daraufhin stolperte und bewusstlos mit dem Hinterkopf auf den Asphalt aufschlug. Mit schweren Kopfverletzungen wurde der junge trans-Mann ins Krankenhaus gebracht und mehrfach aufgrund von Hirnblutungen notoperiert. Eine knappe Woche lang lag Malte im Koma, bevor er am vergangenen Freitag verstarb.

Politiker verschiedener Parteien wie auch LGBTI*-Verbände sprachen in diesem Zusammenhang klar von einem LGBTI*-feindlichen Hassverbrechen. Rund 6.500 Menschen nahmen bei einer Kundgebung am vergangenen Freitag Abschied von Malte. Der Oberbürgermeister der Stadt, Markus Lewe, ließ die Flaggen der Stadt auf halbmast setzen und erklärte, dass dieser Angriff alle anginge: „Unsere Stadtgesellschaft ist weltoffen und tolerant und wird weiter dafür kämpfen, ein sicherer Ort für marginalisierte Menschen zu sein.“ Auf Twitter mischen sich in diesen Tagen zu den Trauerbekundungen auch immer wieder Anschuldigungen gegenüber Feministinnen, die angeblich Schuld an der Tat hätten, da sie durch ihre Kritik am geplanten neuen Selbstbestimmungsgesetz ein transphobes Klima geschaffen hätten. Mehrere Verbände und auch zahlreiche Frauen widersprechen dieser verzerrten Darstellung und der Politisierung der grausamen Tat, vor allem auch deswegen, weil der mutmaßliche Täter lesbische Frauen verbal angegriffen hatte. Eine spekulierte “Trans-Hetze“ fand nach bisherigen Zeugenaussagen im Umfeld der Tat nicht statt.  

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