Direkt zum Inhalt
Nächster Sportverband verbannt trans-Frauen von Wettkämpfen
ANZEIGE

Rote Karte für Trans-Sportlerinnen Ausgangspunkt sind Studien zum Thema Fairness im Frauensport

ms - 12.08.2022 - 11:00 Uhr
Loading audio player...

Ein weiterer Sportverband hat jetzt angekündigt, trans-Frauen künftig nicht mehr an regulären Wettkämpfen mit biologischen Frauen teilnehmen zu lassen. Im jüngsten Fall geh es dabei um die Irish Rugby Football Union (IRFU). Die Regeländerung wird ab der kommenden Saison in Kraft treten. Zu den Gründen erklärte die IRFU: "Die IRFU ist sich bewusst, dass dies ein sensibler und schwieriger Bereich für die Betroffenen und die breitere LGBTI*-Community ist, und wird weiterhin mit den Betroffenen zusammenarbeiten und sie unterstützen." Ferner teilte die IRFU mit, dass sie mit den beiden registrierten Spielern, die bisher von der neuen Regelung betroffen sind, "die Angelegenheit direkt besprochen" habe und ihnen "Möglichkeiten bietet, weiterhin aktiv am Spiel teilzunehmen."

Die Regelung gilt explizit nur für trans-Frauen und stützt sich dabei auch wie bei vielen anderen internationalen Sportverbänden auf mehrere sowohl intern durchgeführte wie auch international angelegte Studien der letzten Jahre, die einen körperlichen Vorteil von trans-Frauen gegenüber biologischen Frauen feststellten. Entgegen erster Annahmen lasse sich dieser auch nach mehrjähriger Einnahme von Östrogen beispielsweise nicht ausgleichen. Durch den biologisch ursprünglich männlichen Körper verfügen trans-Frauen so unter anderem über ein größeres Lungenvolumen, mehr Muskelmasse oder auch einem kräftigeren Knochenbau, allesamt Vorteile, die beim körperbezogenen Leistungssport eine Rolle spielen würden. Trans-Männer dürfen nach Angaben der IRFU für Männermannschaften spielen, wenn sie dies selbst wünschen und "wenn sie eine schriftliche Einwilligung abgeben und zuvor eine Risikobewertung durchgeführt wird", die das Gefährdungspotenzial für trans-Männer beim Kontaktsport ermittelt.

Abschließend bekräftigte die IRFU, wie wichtig es ihnen ist, dass „allen Mitgliedern unserer Rugby-Familie und der weiteren Community Respekt entgegengebracht wird.“ Trans-Aktivisten hatten bereits mehrfach im Vorfeld die neuen Richtlinien der Sportverbände als transphob kritisiert. Im Falle der IRFU erklärte Moninne Griffith, Co-Direktorin von Trans Equality Together, gegenüber der BBC, dass dieser Schritt “einen gefährlichen Präzedenzfall“ schaffen würde und meinte überdies: "Das sendet offen die Botschaft an Trans-Menschen, ihre Familien und Verbündete, dass sie in der Rugby-Gemeinschaft nicht willkommen sind. Zu den Werten der IRFU gehören Respekt, Integrität und Inklusivität. Diese Entscheidung steht im Widerspruch zu diesen Werten.“ Die Änderungen kommen nur wenige Wochen, nachdem die Rugby Football Union (RFU) ebenfalls beschlossen hat, trans-Frauen ab der nächsten Saison aus dem Vollkontakt-Rugby zu nehmen. Als erste Organisation hatte der internationale Schwimmverband FINA diesen Schritt vollzogen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Schwule Cowboys im Rampenlicht

Cowboys als Social-Media-Hit

Seit dem Nationalen Cowboy-Tag am Wochenende rücken schwule Cowboys online wieder in den Fokus – und ein altes Klischee erhält neue Aufmerksamkeit.
Sexpositive Städte weltweit

Vancouver holt deutlich auf

Die sexpositivste Stadt weltweit bleibt auch 2026 Amsterdam, doch Vancouver auf Platz 2 holt stark auf. Die erste deutsche Stadt: Köln auf Platz 4.
Kirchen im LGBTIQ+-Check

Zwischen Akzeptanz und Ablehnung

Eine neue US-Rangliste zeigt: Während einige Kirchen LGBTIQ+-Menschen vollständig gleichstellen, halten andere an einer strikten Ablehnung fest.
Australiens Volkszählung

Erstmals wird LGBTIQ+ mitgedacht

Australiens neue Volkszählung 2026 erfasst erstmals LGBTIQ+-Daten. Aktivisten sehen darin einen wichtigen Schritt für mehr Sichtbarkeit.
Lehrer kämpfen für Schutz

Ohio verschärft LGBTIQ+-Regeln

Eine Lehrerin hat in Ohio eine Kampagne angestoßen und schult Pädagogen zu LGBTIQ+-feindlichen Gesetzen gegen Schüler.
Burnhams Kabinett im Fokus

Zwischen Gleichheit und Streit

Das neue britische Labour-Kabinett unter Andy Burnham steht wegen seiner Positionen zu LGBTIQ+-Rechten derzeit verstärkt im Fokus.
HIV-Hilfe unter Druck

US-Kürzungen mit massiven Folgen

Eine neue Studie sieht massive Folgen von US-Hilfskürzungen für HIV-Programme, über 1.700 Einrichtungen weltweit mussten bereits schließen.
World Pride in Amsterdam

Königlicher Auftakt für Vielfalt

Mit Besuch von Königin Máxima ist der World Pride in Amsterdam gestartet. Veranstalter und Politik warnen vor wachsendem Druck auf LGBTIQ+-Rechte.
Ermittlung gegen Bürgermeister

Streit um beleidigende E-Mails

Nach dem Streit um die Rettung des gestrandeten Buckelwals "Timmy" ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Timmendorfer Strands schwulen Bürgermeister.