Direkt zum Inhalt
LINKE fordern mehr Diskriminierungsschutz gerade bei Kirchen
Foto: IMAGO / epd
ANZEIGE

Keine LGBTI*-Diskriminierung in Kirchen! „Die Ausnahmeregelungen für Religionsgemeinschaften sind inakzeptabel!“

ms - 14.07.2022 - 12:00 Uhr
Loading audio player...

Im Zuge der Neubesetzung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes mit der umstrittenen Publizistin Ferda Ataman fordert die Partei DIE LINKE nun generell mehr Einsatz im Bereich Diskriminierung– gerade auch mit Blick auf LGBTI*-Menschen. Die Übergriffe gegenüber LGBTI*-Personen und vor allem gegenüber homosexuelle Männer sind in den vergangenen Jahren immer weiter angestiegen und hatten zuletzt 2021 einen neuen Höchststand erreicht. Unter realistischer Anrechnung der hohen Dunkelziffer gehen Vereine wie der Lesben- und Schwulenverband Deutschland inzwischen von täglich mindestens rund 28 Fällen von Hasskriminalität gegenüber LGBTI*-Menschen in Deutschland aus. Auch die seit vier Jahren, aufgrund von strittigen Vergabepraxen nur kommissarisch besetzte Leitung der Antidiskriminierungsstelle verzeichnete einen jährlichen massiven Zuwachs an Meldungen und Anfragen.  

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist einer der Ansprechpartner für LGBTI*-Menschen, die Diskriminierung erfahren haben und soll mit Rat und Tat zur Seite stehen sowie mit Blick auf die Statistik wirksame Konzepte dagegen entwickeln - auch und gerade mit Bezug auf Rassismus und Menschen mit Mehrfach-Marginalisierungen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergab der neuen Unabhängigen Bundesbeauftragten für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, am vergangenen Dienstag ihre Ernennungsurkunde. Die Kritik an Ataman reißt indes noch immer nicht ab, auch deswegen, weil sie bei der Wahl im Bundestag nur knapp eine benötigte Mehrheit erringen konnte und mehr als vierzig Abgeordnete der Ampel-Koalition nicht für sie votiert hatten (SCHWULISSIMO berichtete). Die Publizistin habe ein sehr einfaches Weltbild, in dem Deutschland durch und durch rassistisch sei und Rassismus nur von weißen Menschen ausginge – sie sei daher eine fatale Fehlbesetzung, so ihre Kritiker. Ataman indes betonte nach der Ernennung, sie wolle auch ihre Kritiker vom Gegenteil überzeugen.

Ein wichtiger Aspekt könnte tatsächlich nun dabei die Stärkung der Antidiskriminierungsstelle selbst sein, wie dies in einem offiziellen Antrag die LINKE fordert, so die queer-politische Sprecherin Kathrin Vogler: "Nach Jahren des Stillstands müssen die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz endlich zeitgemäß angepasst werden. Deutschland hinkt hier im europäischen Vergleich hinterher, sowohl was die Ausstattung der Behörde, als auch was die Rechtsgrundlagen angeht.“ Ein besonderes Augenmerk legt Vogler dabei auch auf Religionsgemeinschaften, die immer wieder jenseits des Grundgesetzes agieren, beispielsweise bei der üblichen Herangehensweise, homosexuelle Menschen nicht für den Kirchendienst zuzulassen. "Gerade die Ausnahmeregelungen für Religionsgemeinschaften sind inakzeptabel und die Initiative ´Out In Church´ machte kürzlich auf die ständigen Kündigungsdrohungen für queere Beschäftigte in katholischen Einrichtungen aufmerksam. Diese Ausnahmeregelung muss gestrichen werden!"

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Trey Cunningham selbstbewusst

Hürdenläufer mit Starpotenzial

Der schwule Sportstar Trey Cunningham beendet seine Saison mit Rekord, Modeljobs und viel Selbstbewusstsein – und hat bereits Olympia 2028 im Blick.
Kerle in besonderer Tracht

Lederhose, Lust und Lebensfreude

September ist Oktoberfestzeit. Für schwule Jungs liegt dabei eine besondere Faszination bei Männern in Lederhosen. Doch warum eigentlich?
Netflix und LGBTIQ+

Die zehn erfolgreichsten Serien

Netflix' meistgesehene Serien zeigen viele LGBTIQ+-Figuren und Geschichten – an der Spitze steht ein sexy Werwolf mit rund 252 Millionen Aufrufen.
Mordversuch mit Bierflasche

Junger Mann in Minnesota attackiert

Ein Mann aus Minnesota wurde mit einer zerbrochenen Bierflasche attackiert und schwer verletzt, weil sein Angreifer ihn fälschlich für schwul hielt.
Nationale Krise auf Fidschi

Massiv steigende HIV-Zahlen

Der Staat Fidschi reagiert auf stark steigende HIV-Zahlen mit einem nationalen Notstand und will Tests, Prävention und Behandlung ausweiten.
Suizide in der EU

Männer deutlich häufiger betroffen

Die Suizidrate in der EU sinkt langsam, doch Männer und sexuelle Minderheiten bleiben besonders stark betroffen, insbesondere in Deutschland.
Kritik an Bundesregierung

LSVD+ betont fehlenden Schutz

Der LSVD+ kritisiert fehlende Maßnahmen der Bundesregierung gegen Queerfeindlichkeit und fordert mehr Beteiligung der queeren Zivilgesellschaft.
Demonstrationen für LGBTIQ+

Proteste vor türkischen Botschaften

Proteste heute vor Botschaften: Internationale Organisationen und Regierungsvertreter kritisieren die Einschränkungen gegen LGBTIQ+ in der Türkei.
Brutaler Überfall in Berlin

Junger Schwuler attackiert

Ein 26-jähriger schwuler Mann wurde in Berlin angegriffen und beraubt, nachdem ein Unbekannter nach seiner sexuellen Orientierung gefragt hatte.