Direkt zum Inhalt

Homo-Ehe für ganz Europa? Streit um Anerkennung von Homo-Ehen geht weiter

Von ms - 18.05.2022 - 15:15 Uhr
EU-Parlamentspräsidentin fordert mehr Geschlossenheit // © IMAGO / PanoramiC
Foto: EU-Parlamentspräsidentin fordert mehr Geschlossenheit // © IMAGO / PanoramiC
ANZEIGE
Loading audio player...

Die EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola forderte nun lautstark eine Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Ehe in der gesamten Europäischen Union. Es gehe darum, dass eine, in einem Land rechtlich anerkannte gleichgeschlechtliche Partnerschaft auch von jedem anderen Mitgliedsstaat gebilligt werden müsse, so Metsola.

Kernaspekt der Forderung ist der Grundsatz, dass überall in der Europäischen Union dieselben Grundrechte gelten müssten. Im weiteren Verlauf ihrer Ansprache betonte Metsola die Wichtigkeit dieses Vorhaben gerade mit Blick auf Bildung, Gesundheit und soziale Dienstleistungen. Zudem erklärte sie, dass auch Regenbogenfamilien mit homosexuellen Eltern einheitliche Standards und Rechte in der ganzen Europäischen Union bräuchten. Insgesamt bräuchte es mehr Geschlossenheit.

 

Nach Angaben des Dachverbands der europäischen LGBTI*-Organisation ILGA-Europe sind derzeit in 19 von 27 EU-Ländern eine Homo-Ehe oder eine rechtlich eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare möglich. Von den 27 EU-Ländern landet Deutschland mit Platz 11 aktuell im Mittelfeld, Schlusslicht aus queerer Sicht in der Union sind Bulgarien, Rumänien und Polen. Unangefochtener Spitzenreiter seit mehreren Jahren bleibt dabei Malta, die Heimat der EU-Parlamentspräsidentin Metsola. Auch wenn der Europäische Gerichtshof vor rund vier Jahren bereits festgehalten hat, dass homosexuelle Ehen in der ganzen Europäischen Union anerkannt werden müssen, weigern sich sechs Länder bis heute beharrlich, dies anzuerkennen, darunter Polen, Rumänien und Lettland.

 

Metsola wiederum ist nicht unumstritten – mit ihren 43 Jahren ist sie die jüngste Person auf dem Posten und zudem eine starke Gegnerin von Abtreibungen. Allerdings spricht sie sich seit Jahren auch für mehr Rechte für die LGBTI*-Community aus.

Die junge Frau aus Malta studierte zuvor Europäisches Recht und ist seit 2013 Mitglied im EU-Parlament, seit 2020 war sie dessen erste Vizepräsidentin. 

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

ntv"Man hat sich geschminkt": Thomas Anders vergleicht sich mit Bill KaulitzSüddeutsche ZeitungHip-Hop aus München: Wie Rapperin Ebow das Lebensgefühl von Gastarbeiterkindern vertontFalterTipp Pop: Ebow – Cool, queer und gesellschaftskritischtazNach dem CSD-Anschlag: Viele Bekundungen, kaum KonkretesAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie wichtig ist dir ein LGBTIQ+-freundliches Arbeitsumfeld bei der Wahl eines Arbeitgebers?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Sexszenen bei Heated Rivalry

Dreharbeiten und Proben laufen

Die Vorbereitungen für „Heated Rivalry“ Staffel 2 laufen. Regisseur Jacob Tierney spricht über Sexszenen, Nacktheit und den Schutz seiner Stars.
Heiße Sportstars

Besondere Nominierungen

Bei Grindrs Jahreswahl „Unwrapped 2026“ konkurrieren Fußballstars, Tennisprofi Carlos Alcaraz und Olympiasiegerin Alysa Liu um besondere Titel.
„Black Doves“ kehrt zurück

Netflix setzt Spionagethriller fort

Ab 5. November läuft die zweite Staffel von „Black Doves“ auf Netflix. Ben Whishaw kehrt als schwuler Auftragskiller mit bewegter Vergangenheit zurück
Ehemann ist schwul: Frau klagt

50.000 Euro Schadensersatz?

Eine Italienerin fordert 50.000 Euro von ihrem schwulen Ex-Mann, weil ihr Kinderwunsch unerfüllt blieb. Das Gericht entscheidet nicht über die Klage.
Queere Jugend macht Politik

Mit 16 schon mitbestimmen

Die US-Initiative „Queer the Ballot“ zeigt LGBTIQ+-Jugendlichen, wie sie politische Entscheidungen beeinflussen können – auch ohne Wahlrecht.
Ein Vorbild nimmt Abschied

Basketballstar beendet Karriere

Der offen schwule Basketballprofi Isaac Humphries beendet mit 28 Jahren seine Karriere. Sein Coming-Out bezeichnet er als seinen stolzesten Moment.
Spendenboom bei Gallant

350.000 Dollar nach Enthüllung

Nach der Veröffentlichung alter BDSM-Fotos erhält der schwule US-Demokrat Chris Gallant mehr als 350.000 Dollar Spenden und übertrifft seinen Rivalen.
Russland fahndet nach Reporter

Schwuler Journalist auf der Flucht

Russland geht zunehmend gegen homosexuelle Journalisten vor. Der geflüchtete Vadim Vaganov berichtet über staatliche Verfolgung und Einschüchterung.
Hoffnung für Jugendliche

Unterstützung senkt Suizidrisiken

Eine US-Langzeitstudie zeigt: Trotz zunehmender Diskriminierung gehen Selbstverletzungen und Suizidversuche bei LGBTIQ+-Jugendlichen zurück.