Bunte Protest-Aktion Schwuler Künstler ließ Pride-Flagge über Kleml steigen
Der schwule russische Performance-Künstler Alexander Donskoy machte diese Woche mit seiner Protest-Aktion Schlagzeilen: Mit Hilfe zahlreicher bunter Luftballons ließ er eine riesige Regenbogenflagge am Moskauer Manezhnaya-Platz abheben und über den Kreml fliegen.
Donskoy war zwischen 2005 und 2008 Bürgermeister der Stadt Arkhangelsk. Er war der erste national anerkannte russische Politiker, der seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2008 ankündigte. Damals wurde er wegen Verdachts auf Wirtschaftsverbrechen und Machtmissbrauch verhaftet und zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt – viele glauben, dass die Verhaftung politisch motiviert war.
2017 outete der Politiker sich. Seither kämpft er mit seiner Kunst gegen Putins Anti-LGBTI*-Agenda. So zum Beispiel Anfang des Jahres mit seinem Projekt „Putin ist Russland?“ in Istanbul, das Putin als Superhelden darstellte. Damit wollte er laut Reuters Reaktionen provozieren. Mit der schwebenden Regenbogenflagge wollte Donskoy laut Out eine Nachricht an Putin senden, der in den vergangenen Wochen fremde Botschaften dafür kritisierte, dass sie Pride-Flaggen hissten.