Direkt zum Inhalt

Neue Daten zum SBGG Personenstandswechsel haben seit 2024 deutlich zugenommen

Von ms - 15.09.2026 - 08:00 Uhr
Neue Daten zum SBGG
Foto: IMAGO / Herrmann Agenturfotografie
ANZEIGE
Loading audio player...

Mit dem Inkrafttreten des Selbstbestimmungsgesetzes ist die Zahl der Änderungen des Geschlechtseintrags deutlich gestiegen. Insgesamt kam es seit November 2024 bis Ende 2025 zu 26.277 registrierten Personenstandsänderungen in Deutschland, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Für das erste Halbjahr 2026 verzeichnete die Behörde bisher weitere 3.898 Änderungen, sodass insgesamt bis Juni dieses Jahres 30.175 Menschen ihr Geschlecht geändert haben. 

Das Wichtigste im Überblick

  • 2024 und 2025  wurden bundesweit 26.277 Änderungen des Geschlechtseintrags im Geburtenregister übermittelt.
  • Im ersten Halbjahr 2026 wurden zudem weitere 3.898 Personenstandswechsel dokumentiert.
  • Die Mehrheit der Fälle sind von männlich zu weiblich.
  • Die veröffentlichten Zahlen unterschätzen die tatsächliche Zahl der abgegebenen Erklärungen.
  • Die meisten Personenstandswechsel erfolgten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, gefolgt von Bayern und Berlin. 

Neues Verfahren 

Seit Dezember 2018 sind in den deutschen Standesämtern als Angaben zum Merkmal „Geschlecht“ vier Ausprägungen vorgesehen: männlich, weiblich, ohne Angabe und divers. „Ohne Angabe“ und „divers“ sind dann als Eintragungen erlaubt, wenn weder eine Zuordnung zum männlichen noch zum weiblichen Geschlecht möglich ist. Mit dem Inkrafttreten des SBGG ist es zudem seit dem 1. November 2024 für trans*, intergeschlechtliche und nicht-binäre Menschen einfacher geworden, ihren Geschlechtseintrag im Personenstandsregister und ihre Vornamen ändern zu lassen. Die Änderung muss drei Monate im Voraus angemeldet werden und erfolgt durch eine persönliche Erklärung gegenüber dem Standesamt.

Rund 30.000 Änderungen 

Insgesamt wurden deutschlandweit im Jahr 2024 Informationen zu 10.589 Änderungen des Geschlechtseintrags im Geburtenregister von den Standesämtern an die statistischen Landesämter übermittelt. Von Januar bis Oktober 2024 galt noch das Transsexuellengesetz und es wurden 596 Fälle gemeldet. Fast 4.800 Menschen wechselten von weiblich zu männlich, weitere knapp 3.500 Personen von männlich zu weiblich. Die restlichen Fallzahlen beziehen sich auf den Punkt divers. Die meisten Personenstandänderungen gab es Nordrhein-Westfalen (1.916), Bayern (1.632) und Niedersachsen (1.166), die wenigsten mit 104 Fällen im Saarland. 

Im Jahr 2025 wurden bundesweit 15.688 Änderungen des Geschlechtseintrags dokumentiert. 6.648 Personen wechselten zum männlichen Geschlecht, 4.304 zum weiblichen. Die restlichen Personenstandswechsel betragen divers und ohne Angabe. Mit 2.947 Änderungen wurde Nordrhein-Westfalen erneut Spitzenreiter im Ranking gefolgt von Bayern (2.021), Niedersachsen (1.765) und Berlin (1.490). Schlusslicht erneut war das Saarland (168). Für 2026 registrierte die Behörde bisher bis einschließlich Juni dieses Jahres 3.898 Fälle. 

Statistik erfasst nicht alle Fälle

Die veröffentlichen Daten zu Änderungen des Geschlechtseintrags umfassen allerdings nur Erklärungen von Personen, für die ein Eintrag im Geburtenregister vorliegt. Personen ohne Eintrag in einem deutschen Geburtenregister können eine Erklärung zur Änderung ihres Geschlechtseintrags beim Standesamt abgeben, es wird jedoch keine Mitteilung darüber an die Bevölkerungsstatistik gesendet. Das bedeutet laut dem Bundesamt für Statistik, dass die Zahl der insgesamt abgegebenen Erklärungen in den vorliegenden Zahlen unterschätzt wird.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

BILDBrisante US-Terror-Studie - Berliner CSD-Attentat „wäre zu verhindern gewesen“ndEU-Migrationspolitik | Grenz-Industrie-Komplex: Profite mit der Festung EuropaBerliner MorgenpostMit dem Stöckelschuh gegen Monster: „Queens of the Dead“Süddeutsche ZeitungBaden-Württemberg: Hagel sagt, Transpersonen hätten ihn überzeugtAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Welche Rolle sollten politische Forderungen auf CSDs spielen?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Männer-Hintern als Sexualorgan

Neue Studie überrascht Forscher

Analsex bei Männern: Eine neue Studie stützt die Theorie, dass sich der Hintern ursprünglich aus einer männlichen Geschlechtsöffnung entwickelt hat.
Studie über Schwule überrascht

Mehr Dating-Apps, weniger Stress?

Schwule Männer, die verschiedene Dating-Apps nutzen, berichten laut einer neuen australischen Studie von weniger Ängsten, Stress und Depressionen.
Poodle Beach wird Denkmal

Schwuler Strand schreibt Geschichte

Ein historischer Strand der schwulen US-Community wird offiziell geehrt: Delaware erinnert mit einer Gedenktafel an die Geschichte von Poodle Beach.
Basquiats Leben neu verfilmt

Neues Projekt von Rapper Kid Cudi

Rapper Kid Cudi spielt den Künstler Jean-Michel Basquiat in einem neuen Kinofilm und sucht gezielt queere Schauspieler für das Projekt.
Pride-Strategien für 2027

Europas Prides vor einem Wandel

Wie können Prides 2027 politisch mehr bewirken? Die ILGA-Europe will bei einem Gipfel mit europäischen Aktivisten neue Strategien entwickeln.
BBC sucht neuen ESC-Star

Kein Flop 2027 in Bulgarien

Nach zwei enttäuschenden ESC-Ergebnissen sucht die BBC für 2027 einen etablierten britischen Musikact mit überzeugender Live-Erfahrung.
„Maxxing“ ist Wort des Jahres

Selbstoptimierung als Internettrend

Von Fitness bis Schönheit: „Maxxing“ prägt die Sprache sozialer Medien. Dictionary.com kürt den Begriff zum Wort des Jahres 2026.
US-Lesbenbar vor dem Aus

Maskenpflicht polarisiert Community

Die lesbische Bar The Last Ditch in Massachusetts stellt ihren regulären Betrieb ein. Zuvor hatten gelockerte Corona-Regeln für viel Kritik gesorgt.
Empörung über Nicki Minaj

Rapperin gegen trans* Jugendliche

Bei einer Wahlkampfveranstaltung mit Donald Trump kritisierte Nicki Minaj erneut geschlechtsangleichende Behandlungen für trans* Minderjährige.