Direkt zum Inhalt
Neuer Sitz für Vielfalt
ANZEIGE

Neuer Sitz für Vielfalt Janka Kluge vertritt LGBTIQ+ im SWR-Rundfunkrat

ms - 09.09.2026 - 14:45 Uhr
Loading audio player...

Erstmals wird es im Rundfunkrat des Südwestrundfunks (SWR) einen eigenen Sitz für die Selbstvertretung queerer Bürger geben. Mit dem neuen SWR-Rundfunkrat, der Ende September seine Arbeit aufnimmt, wird damit eine bisher nicht vertretene gesellschaftliche Perspektive in dem Gremium verankert, wie die LSVD+-Landesverbände Baden-Württemberg und  Rheinland-Pfalz betonen. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Mit dem neuen SWR-Rundfunkrat gibt es erstmals einen Selbstvertretungssitz für queere Bürger.
  • Die Landesverbände Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz des LSVD+ nehmen den Sitz gemeinsam wahr.
  • Als Vertreterin wurde die langjährige trans* Aktivistin und Autorin Janka Kluge aus Stuttgart benannt.
  • Der neue SWR-Rundfunkrat nimmt Ende September seine Arbeit auf und ist bis 2031 im Amt.
  • Der neue SWR-Staatsvertrag sieht erstmals einen Selbstvertretungssitz für LGBTIQ+ im Rundfunkrat vor.
  • Grundlage ist das vom Bundesverfassungsgericht 2014 formulierte Prinzip, dass Rundfunkgremien möglichst vielfältige Perspektiven abbilden sollen.
  • Der LSVD+ begrüßt den Sitz als wichtigen Schritt für mehr queere Sichtbarkeit und eine differenzierte Berichterstattung.

Erstmals queere Selbstvertretung 

Den Sitz werden künftig gemeinsam die Landesverbände Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz des LSVD+ – Verband Queere Vielfalt wahrnehmen. Als Vertreterin wurde die langjährige trans* Aktivistin und lesbische Autorin Janka Kluge aus Stuttgart benannt. Als Stellvertretung konnte Moderatorin und Künstlerin Janboris Ann-Kathrin Rätz aus Mainz gewonnen werden. „Öffentlich-rechtliche Medien tragen eine besondere Verantwortung für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Vielfalt. Mit der gemeinsamen Vertretung im neuen Rundfunkrat wollen wir sicherstellen, dass queere Perspektiven im Südwesten fest verankert sind und in die Programmgestaltung einfließen“, erklärt Ulrike Goth aus dem Landesvorstand des LSVD+ in Baden-Württemberg.

Auch der Landesverband Rheinland-Pfalz sieht in dem neuen Sitz einen wichtigen Schritt für die Darstellung queerer Menschen in den Medien. „Queere Sichtbarkeit in den Medien kann Vorurteile und Feindlichkeiten abbauen. Wir wollen im Rundfunkrat mit dafür sorgen, dass queere Themen differenziert, respektvoll und vielfältig dargestellt werden – jenseits von Klischees und Polarisierung“, ergänzt Joachim Schulte aus dem Landesvorstand des LSVD+ in Rheinland-Pfalz.

Neue Vertretung im Rundfunkrat

Nach Angaben des LSVD+ sind queere Menschen im Gegensatz zu anderen gesellschaftlichen Gruppen bislang in vielen Aufsichtsgremien deutscher Medienhäuser nicht vertreten. Beim Südwestrundfunk soll sich dies nun ändern. Vorausgegangen war ein jahrelanges Engagement aus der Zivilgesellschaft. Mit dem neuen SWR-Staatsvertrag wurde erstmals ein Selbstvertretungssitz für LGBTIQ+ im SWR-Rundfunkrat geschaffen. Damit folgen die beiden Landesregierungen und der Sender dem Grundsatz der Vielfaltssicherung, wie ihn das Bundesverfassungsgericht bereits 2014 in seinem Urteil zum ZDF-Staatsvertrag formuliert hat. Die Zusammensetzung von Rundfunkgremien müsse Personen mit „möglichst vielfältigen Perspektiven und Erfahrungshorizonten aus allen Bereichen des Gemeinwesens“ zusammenführen, heißt es in der Entscheidung. Die Amtsperiode des neuen SWR-Rundfunkrats läuft bis 2031.

Darstellung queerer Themen

In der Medienberichterstattung über lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und intergeschlechtliche sowie queere Menschen hat sich nach Einschätzung des LSVD+ in den vergangenen Jahren vieles verbessert. Viele Redaktionen berichteten inzwischen seriös und differenziert über queere Themen. Gleichzeitig würden queere Menschen und Themen in manchen Medien weiterhin verzerrt, sensationalistisch oder abwertend dargestellt. Mit einer starken queeren Stimme im Rundfunkrat solle diese Perspektive deshalb künftig systematisch gestärkt werden. Bereits 2015 war eine Kampagne des LSVD+ erfolgreich, die zu einem Sitz im ZDF-Fernsehrat führte. Mit der nun vorgesehenen Vertretung im SWR-Rundfunkrat kommt erstmals auch im Südwesten ein eigener Sitz für die queere Selbstvertretung hinzu.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Schwule beim Weltuntergang

Beziehungskrise und Horror-Show

Im neuen Film „Scorch Marks“ trifft eine toxische schwule Beziehung auf Weltuntergangshorror – mit Chris Salvatore als geisterhaftem Ex.
Todesdrohungen in Utah

Schwuler Mitschüler bedroht

Ein 18-Jähriger aus Utah soll einen schwulen Ex-Mitschüler und dessen Familie mehrfach mit dem Tod bedroht haben. Nun wurde er angeklagt.
Penis-Filler endet tödlich

Influencer stirbt nach Eingriff

Ein britisch-nigerianischer Influencer stirbt nach einer Penisvergrößerung in Thailand an einer durch den Eingriff ausgelösten Lungenembolie.
Geschmacklose Veranstaltung

Aufregung an US-Universität

Ein angeblicher Charlie-Kirk-Doppelgänger-Wettbewerb an der Georgetown University sorgt vor dem ersten Todestag des Aktivisten für viel Kritik.
Neue US-Helpline für LGBTIQ+

Kalifornien plant neue Anlaufstelle

Kalifornien will einen eigenen LGBTIQ+-Zugang zur 988-Krisenhotline schaffen, falls die neue Bundeslösung queere Betroffene nicht berücksichtigt.
Eklat in Washington

Pentagon sucht queere Krankenakten

Das US-Pentagon durchsucht offenbar aktuell Militärakten gezielt nach Hinweisen auf trans* Soldaten und sorgt damit für hitzige Debatten in den USA.
Wichtiges Urteil in Frankreich

Tödliches Schul-Mobbing mit Folgen

Mehr als drei Jahre nach dem Suizid eines schwulen 13-Jährigen erkennt ein Pariser Berufungsgericht erstmals offiziell homophobes Schulmobbing an.
Familiendrama im Iran

17-jährige trans* Frau stirbt

Der Tod eines 17-jährigen trans* Mädchens im Iran soll unabhängig untersucht werden, fordert der Verein 6Rang. Welche Schuld trägt die Familie?