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Coming-Out im Profi-Volleyball Rui Takahashi spricht über sein Leben

Von ms - 30.09.2026 - 07:30 Uhr
Coming-Out im Profi-Volleyball
Foto: IMAGO / AFLOSPORT
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Der japanische Volleyballspieler Rui Takahashi hat sich als schwul geoutet. Der 26-Jährige erklärte, er wolle damit auch anderen Menschen helfen, die in Japan mit ihrer Sexualität kämpfen. Offen homosexuell lebende Profisportler sind in dem Land äußerst selten, im Profi-Volleyball ist der junge Mann der erste. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Der japanische Volleyball-Profi Rui Takahashi hat sich öffentlich als schwul geoutet.
  • Der 26-Jährige spielt für Suntory Sunbirds Osaka in der höchsten japanischen Profiliga, der SV. League.
  • Takahashi berichtet, dass er lange mit seiner Sexualität gerungen und einen Teil seiner selbst verleugnet habe.
  • Ein Gespräch mit seinem Bruder Ran, einem Star der japanischen Nationalmannschaft, half ihm, seine Sexualität zu akzeptieren.
  • Offen homosexuell lebende Profisportler sind in Japan äußerst selten.
  • Mit seinem Coming-Out möchte Takahashi anderen Menschen helfen, die mit ihrer Sexualität kämpfen.
  • In Japan gibt es bis heute trotz zahlreicher Urteile und Bemühungen landesweit keine Ehe für alle. 

Bruder half bei Selbstakzeptanz

Takahashi spielt für Suntory Sunbirds Osaka in der höchsten Spielklasse der SV. League, Japans professioneller Volleyballliga. In sozialen Medien veröffentlichte er eine Erklärung, die er mit einem Schwarz-Weiß-Foto von sich begleitete. Darin schrieb Takahashi, er habe seit seiner Jugend „Angst davor gehabt, sich einer bestimmten Seite von mir zu stellen“. Und weiter: „Ich kämpfte damit und verleugnete schließlich, wer ich war. Es ist eine Tatsache, dass ich schwul bin und zu den sexuellen Minderheiten gehöre.“

Eine wichtige Rolle bei seinem Umgang mit der eigenen Sexualität spielte nach Takahashis Angaben sein Bruder Ran. Dieser ist ein äußerst populärer Star der japanischen Volleyball-Nationalmannschaft. „Das Gespräch mit Ran war der Auslöser, der es mir schließlich zum ersten Mal ermöglichte, mich selbst zu akzeptieren“, schrieb Takahashi. „Indem ich meine Gefühle in Worte fasste, konnte ich meine Gedanken ordnen, und nach und nach begann ich zu spüren, dass es in Ordnung ist, genauso zu sein, wie ich bin.“

Mutmacher für andere 

Mit seinem Coming-Out gehört Takahashi zu einer sehr kleinen Gruppe von offen homosexuell und queer lebenden Profisportlern in Japan. Die Fußballspielerin Shiho Shimoyamada hatte sich 2019 als erste offen als lesbisch geoutet. Kumi Yokoyama, der für Japan bei der Frauen-Weltmeisterschaft spielte, outete sich später als trans* Mann. Im Juni 2021 berief das Japanische Olympische Komitee zudem den ehemaligen Fechter Fumino Sugiyama, der ebenso trans* ist, in seinen Vorstand. Die Ernennung erfolgte nur wenige Wochen vor den Olympischen Spielen in Tokio. Takahashi erklärte, er hoffe, dass sein Coming-Out auch Menschen in einer ähnlichen Situation helfen könne. „Ich würde mich freuen, wenn meine Entscheidung, mich mir selbst zu stellen und mit meinen eigenen Worten darüber zu sprechen, für sie auch nur in geringem Maße zu einem Anstoß werden könnte“, schrieb er.

Homosexualität in Japan 

Homosexualität ist in Japan legal, rechtlich sind gleichgeschlechtliche Paare heterosexuellen Ehepaaren jedoch weiterhin nicht gleichgestellt. Eine landesweite Ehe für gleichgeschlechtliche Paare gibt es trotz aller Bemühungen bislang nicht. Zwar haben zahlreiche Kommunen Partnerschaftssysteme eingeführt, die inzwischen mehr als 90 Prozent der Bevölkerung abdecken, diese verleihen Paaren aber nicht dieselben Rechte wie eine Ehe. Zugleich wächst der juristische Druck auf den Gesetzgeber: Bis Ende 2025 hatten fünf von sechs mit der Frage befassten Obergerichten das Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen für verfassungswidrig erklärt. 

Auch gesellschaftlich wird Homosexualität zunehmend sichtbarer. Einen Beitrag dazu leistete die Netflix-Realityserie „The Boyfriend“, die 2024 als erste japanische Dating-Show über schwule Beziehungen startete. Die erste Staffel hielt sich sechs Wochen in den japanischen Netflix-Top-Ten und löste eine breite öffentliche und mediale Debatte aus. Die selbstverständlich dargestellten Beziehungen, Freundschaften und Coming-Out-Erfahrungen schwuler Männer gelten dabei als Teil einer wachsenden Sichtbarkeit homosexuellen Lebens in der japanischen Popkultur.

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