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Ehekrisen wegen „Heated Rivalry“
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Ehekrisen wegen Heated Rivalry Serienliebe sorgt für Beziehungsfrust bei Heteros

ms - 09.09.2026 - 16:00 Uhr
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Die schwule Liebesgeschichte der Serie „Heated Rivalry“ sorgt bei vielen heterosexuellen Zuschauerinnen offenbar für einen unerwarteten Blick auf das eigene Liebesleben. Neun Monate nach der Premiere ziehen einige Fans Vergleiche zwischen der Leidenschaft der Serienfiguren Ilya und Shane und ihren eigenen Beziehungen – mit teils ernüchternden Erkenntnissen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Neun Monate nach der Premiere beschäftigt „Heated Rivalry“ viele weibliche Fans weiterhin.
  • Einige heterosexuelle Zuschauerinnen vergleichen ihre eigenen Beziehungen mit der leidenschaftlichen Liebe der Figuren Ilya und Shane.
  • Mehrere Frauen berichten, die Serie habe ihnen die emotionale Distanz und fehlende Leidenschaft in ihren Ehen vor Augen geführt.
  • Laut Daten von HBO und Nielsen sind rund zwei Drittel des Publikums Frauen.
  • Eine 40-jährige Britin sagt, sie sei für ihren Mann zu „Mutter und Haushälterin“ geworden.
  • Die Serie zeigt neben der Liebesgeschichte auch die besonderen Hürden schwuler Beziehungen, etwa Coming-Out, Gemeinschaft und die Suche nach sicheren Orten.
  • Autorin Rachel Reid, deren „Game Changer“-Romane die Vorlage liefern, reagierte auf die Berichte mit einem scherzhaften „Ups“.

Frauen hinterfragen ihre Ehe 

Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein der Sex zwischen den beiden jungen Eishockeyspielern. Ilya und Shane kümmern sich umeinander und sind entschlossen, ihre Beziehung trotz zahlreicher Hindernisse aufrechtzuerhalten. Genau diese Hingabe vermissen einige Zuschauerinnen offenbar in ihren eigenen Ehen. Das US-Magazin „Elle“ berichtete jetzt über Frauen, die durch die Serie ihre Beziehungen neu bewerteten. Eine von ihnen ist Annie. Nach dem Finale, in dem Shane und Ilya gemeinsam in den Sonnenuntergang fahren, sei ihr bewusst geworden, dass sie sich mit „weniger zufriedengegeben“ habe. Sie kehre zu einem Partner nach Hause zurück, der sich „nicht mehr um sie kümmert“.

Auch Louise, eine 40-jährige Mutter aus Großbritannien, sagt, die Serie habe sie gezwungen, ihr eigenes Liebesleben zu hinterfragen. Ihre Erkenntnis sei ernüchternd gewesen. „Es hat dazu geführt, dass ich angefangen habe, meine eigene Beziehung zu betrachten und zu erkennen, wie ich für einen Mann, für den ich keine Leidenschaft empfand und der auch keine Leidenschaft für mich empfand, zu einer Mutter und Haushälterin geworden war“, sagte sie.

Großteil des Publikums ist weiblich

Dass eine schwule Männerromanze heterosexuelle Frauen dazu bringt, über ihre eigenen Beziehungen nachzudenken, mag zunächst überraschend erscheinen. „Heated Rivalry“ hat allerdings von Beginn an eine große weibliche Fangemeinde. Daten von HBO und Nielsen zufolge sind etwa zwei Drittel des Publikums Frauen. Die erste Staffel erreichte im Durchschnitt 10,6 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer pro Folge. Um die leidenschaftliche weibliche Fangemeinde und ihre Verbindung zur sogenannten Fujoshi-Kultur gibt es bereits länger Diskussionen. 

Der Begriff bezeichnet unter anderem Frauen, die sich für fiktionale romantische oder sexuelle Beziehungen zwischen schwulen Männern begeistern. Dabei gab es bereits in den 2010er Jahren erotische Literatur über Männer, die Sex mit Männern haben, die auch unter Frauen sehr populär wurden. Die von „Elle“ porträtierten Frauen schauen Shane und Ilya allerdings nicht lediglich zu ihrer eigenen Unterhaltung beim Sex zu. Die Serie habe sie vielmehr dazu gebracht, schwierige Fragen über ihr eigenes Leben zu stellen. Immer wieder sei es dabei auch zu Ehekrisen gekommen. 

Autorin reagiert mit „Ups“

Nicht überrascht von dieser Entwicklung scheint Rachel Reid zu sein. Sie ist die Autorin der „Game Changer“-Romanreihe, auf der die Serie basiert. Auf den „Elle“-Bericht reagierte Reid mit einem scherzhaften Emoji. Dazu schrieb sie: „Ups.“ Ihre eigene Sexualität hält Reid privat. Sie betont jedoch, dass die sexuelle Identität eines Autors nichts über dessen Berechtigung aussage, Geschichten über Männer, die Sex mit Männern haben, zu schreiben. „Ich würde niemals versuchen, meine Sexualität zu benutzen, um zu sagen: ‚Seht her, deshalb habe ich das Recht, diese Bücher zu schreiben‘, weil ich nicht glaube, dass es so funktioniert.“ Der Serienmacher Jacob Tierney ist dagegen offen schwul. Gerade bei den zahlreichen freizügigen Sexszenen der Serie sei dieser Hintergrund nicht außer Acht zu lassen.

„Heated Rivalry“ erzählt dabei allerdings mehr als nur eine leidenschaftliche Liebesgeschichte. Die Serie zeigt auch die Hindernisse, die schwule Männer häufig überwinden müssen, um ihre Liebe leben zu können. Dazu gehören das Coming-Out, die Suche nach einer Gemeinschaft und nach sicheren Orten – Erfahrungen, mit denen sich heterosexuelle Menschen nicht in gleicher Weise auseinandersetzen müssen. Diese besonderen Spannungen führen schließlich dazu, dass Ilya und Shane ihre Gefühle offenbaren. Auch Suzie, eine pensionierte Reservistin der US-Luftwaffe, hat die Serie intensiv verfolgt. Sie schaute „Heated Rivalry“ 60 Tage lang am Stück. Die Interaktionen zwischen Ilya und Shane hätten ihr dabei etwas über ihre eigene Ehe gezeigt. Nach 25 Jahren Ehe sei ihr klar geworden, dass ihr Mann emotional leer sei. „Er kann einfach nicht auf seine Gefühle zugreifen“, sagte sie. Dass sie sich derart in eine Fernsehserie verliebt habe, sei für Suzie selbst überraschend. Die Faszination für fiktionale schwule Liebesgeschichten sei für sie allerdings nicht völlig neu. Bereits bei „Brokeback Mountain“ habe sie eine ähnliche Erfahrung gemacht. Den Film habe sie zwölfmal im Kino gesehen. „Es ist eine Droge – ohne Frage – und es hat meinen Verstand durcheinandergebracht“, so die Seniorin. 

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