Pride als UNESCO-Kulturerbe LGBTIQ+- als gelebte, wichtige und schützenswerte Tradition
Die Pride-Bewegung könnte künftig einen Platz auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit erhalten. Die Niederlande bereiten derzeit eine entsprechende Nominierung vor. Für den weiteren Erfolg des Vorhabens soll entscheidend sein, nachzuweisen, dass die Bewegung von Menschen weltweit als bedeutende kulturelle Tradition wahrgenommen wird. Nun wurde zudem eine neue Petition ins Leben gerufen, die das Vorhaben befeuern soll - rund 10.000 Menschne haben bisher unterschrieben.
Das Wichtigste im Überblick
- Die UNESCO führt mehr als 800 lebendige Traditionen als immaterielles Kulturerbe der Menschheit.
- Nach Angaben der Kampagne stammt bislang keine dieser Traditionen aus der LGBTIQ+-Community.
- Die Niederlande bereiten die Nominierung der Pride-Bewegung für die UNESCO-Liste vor.
- Pride wird dabei als gelebte Kultur aus Feiern, Gedenken und Protest verstanden.
- Eine Petition soll zeigen, dass Menschen weltweit die Pride-Bewegung als schützenswertes Kulturerbe betrachten.
Pride als gelebte Kultur
Nach Angaben der Initiatoren erkennt die UNESCO mehr als 800 lebendige Traditionen als immaterielles Kulturerbe an. Eine Tradition aus der LGBTIQ+-Community sei bislang allerdings nicht darunter. Dabei verstehen die Initiatoren Pride ausdrücklich nicht nur als jährliche Parade. Zur Bewegung gehörten ebenso gemeinsames Feiern, Gedenken und Protest. Diese Formen des Ausdrucks würden innerhalb der Community weitergegeben und prägten damit eine lebendige Kultur. Gleichzeitig sind Pride und LGBTIQ+-Menschen vielerorts weiterhin Einschränkungen und Angriffen ausgesetzt. Die geplante UNESCO-Nominierung soll deshalb auch die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung der Bewegung sichtbar machen.
Petition für weltweite Unterstützung
Um die Bewerbung der Niederlande zu unterstützen, hat die Organisation All Out eine Petition gestartet. Sie soll dokumentieren, dass Pride für die Menschen, die sie leben und mitgestalten, tatsächlich eine wichtige kulturelle Bedeutung besitzt. Neben den Unterschriften können Unterstützer persönliche Geschichten darüber beitragen, was Pride für sie bedeutet. Nach Auffassung der Initiatoren kann eine möglichst breite Beteiligung die Nominierung stärken. „Es dauert weniger als eine Minute – und könnte Geschichte schreiben“, heißt es in dem Aufruf. Die Kampagne wirbt außerdem dafür, die Petition über soziale Netzwerke sowie im persönlichen Umfeld weiterzuverbreiten. Je mehr Menschen ihre Unterstützung bekundeten, desto größer sei das Gewicht des Anliegens.
Mehr als Feiern und Demonstrieren
Hinter dem Vorhaben steht damit eine grundsätzliche Frage: Kann eine soziale Bewegung, die aus Protest, Erinnerung, Gemeinschaft und öffentlichem Feiern besteht, zugleich als kulturelle Tradition verstanden werden? Die Initiatoren beantworten diese Frage mit Ja. Pride sei „gelebte Kultur“ und werde von Generation zu Generation weitergegeben. Die Aufnahme in die UNESCO-Liste würde diese Geschichte und die damit verbundenen Traditionen international sichtbarer machen.