Direkt zum Inhalt
LGBTIQ+-Anteil erreicht Rekord
ANZEIGE

LGBTIQ+-Anteil erreicht Rekord Community wächst landesweit in den USA

ms - 21.08.2026 - 10:00 Uhr
Loading audio player...

In den USA erreicht der Anteil der Erwachsenen, die sich als LGBTIQ+ identifizieren, offenbar einen neuen Höchststand. Eine Analyse von Daten des US Census Bureau durch die Stiftung der Human Rights Campaign (HRC) kommt zu dem Ergebnis, dass rund 12 Prozent der erwachsenen Bevölkerung zur LGBTIQ+-Community gehören. Das entspricht etwa 26,5 Millionen Menschen.

Das Wichtigste im Überblick

  • 12 Prozent: Rund 26,5 Millionen Erwachsene in den USA identifizieren sich als LGBTIQ+.
  • Breite Verteilung: In 40 Bundesstaaten machen LGBTIQ+-Menschen mehr als zehn Prozent der Bevölkerung aus.
  • Jüngere Generation: 53 Prozent der erfassten LGBTIQ+-Menschen sind zwischen 18 und 34 Jahre alt.
  • Bisexualität dominiert: Mehr als sieben Prozent der erwachsenen US-Bevölkerung sind laut Analyse bisexuell.
  • Datengrundlage: Ausgewertet wurden mehr als 2,4 Millionen Angaben aus der Household Pulse Survey des US Census Bureau aus den Jahren 2021 bis 2024.
  • Politischer Einschnitt: Die Erhebung gilt als letzter großer Versuch der US-Regierung, Daten zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität zu erfassen, bevor entsprechende Fragen aus zahlreichen Bundesumfragen entfernt wurden.

Mehr als 26 Millionen Amerikaner

Grundlage der Auswertung sind mehr als 2,4 Millionen Angaben aus der Household Pulse Survey des US Census Bureau. Die Daten wurden zwischen 2021 und 2024 erhoben. HRC-Präsidentin Kelley Robinson betonte die Größe der Community. „LGBTIQ+-Amerikaner gibt es überall.“ Robinson fügte hinzu: „Wir sind landesweit 25 Millionen Menschen, und wir haben inzwischen in fast jedem Bundesstaat des Landes eine kritische Größe erreicht. Wir sind keine kleine Wählergruppe, und keine Kampagne, keine Marke und kein Arbeitgeber kann es sich leisten, uns als solche zu behandeln.“ Die neuen Zahlen liegen über einer Gallup-Erhebung aus dem Jahr 2025. Damals gaben 9,3 Prozent der erwachsenen US-Bevölkerung an, sich als LGBTIQ+ zu identifizieren. Gegenüber der ersten entsprechenden Gallup-Auswertung aus dem Jahr 2012 bedeutete das bereits einen Anstieg um 3,5 Prozentpunkte.

LGBTIQ+-Menschen landesweit 

Die aktuelle Analyse widerspricht zugleich der Vorstellung, LGBTIQ+-Menschen lebten überwiegend in wenigen liberal geprägten Regionen. In 40 Bundesstaaten machen sie mehr als zehn Prozent der Bevölkerung aus. Darunter sind auch konservativ geprägte Staaten wie Georgia, Arizona und Texas. Von den 25,6 Millionen LGBTIQ+-Menschen, die in der Analyse erfasst wurden, sind 53 Prozent zwischen 18 und 34 Jahre alt. Auffällig ist zudem der hohe Anteil bisexueller Menschen. Sie machen laut der Analyse mehr als sieben Prozent der erwachsenen US-Bevölkerung aus und stellen damit die Mehrheit innerhalb der LGBTIQ+-Bevölkerung. Danach kommen Schwule und Lesben. Auch die Gallup-Daten von 2025 zeigten diesen Schwerpunkt. Damals bezeichneten sich 5,2 Prozent der Befragten als bisexuell. 1,4 Prozent identifizierten sich als lesbisch, zwei Prozent als schwul und 1,3 Prozent als trans*. Knapp ein Prozent nannte eine andere LGBTIQ+-Identität.

Blick auf Bevölkerungsstruktur

Die Analyse zeigt außerdem Unterschiede bei der ethnischen Zusammensetzung. Hispanic Americans stellen demnach 18 Prozent der LGBTIQ+-Bevölkerung, während ihr Anteil unter Nicht-LGBTIQ+-Amerikanern bei 13 Prozent liegt. Der Anteil schwarzer Amerikaner beträgt innerhalb der LGBTIQ+-Bevölkerung neun Prozent. Bei Erwachsenen, die sich nicht als LGBTIQ+ identifizieren, liegt er bei zwölf Prozent. Die ausgewerteten Daten der Household Pulse Survey stammen aus den Jahren 2021 bis 2024. Zugleich markieren sie offenbar einen politischen Wendepunkt bei der Erfassung entsprechender Bevölkerungsdaten. Die Erhebung gilt als letzter größerer Versuch der US-Regierung, Daten zur sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität systematisch zu dokumentieren. Unter der Regierung von Donald Trump wurden entsprechende Fragen anschließend aus Hunderten staatlicher Umfragen entfernt.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Jetten warnt vor Rückschritten

Niederlande sehen neue Spannungen

Der niederländische Premierminister Rob Jetten warnt vor schwindender LGBTIQ+-Akzeptanz unter jungen Menschen und fordert mehr Engagement.
HIV-Wissen für die Polizei

Aktion in Großbritannien

Ein Londoner Polizist will mit HIV-Schulungen Vorurteile abbauen und setzt sich für verpflichtende Aufklärung bei der britischen Polizei ein.
Spaltung der Community

Kritik an Log Cabin Republicans

Der einstige LGBTIQ+-Verein Log Cabin Republicans in den USA will künftig nur noch LGB-Interessen vertreten und stößt damit auf scharfe Kritik.
Gesetzvorschlag in Indonesien

LGBTIQ+-Menschen unter Druck

Ein Dekret der indonesischen Regierung sorgt für scharfe Kritik, während LGBTIQ+-Menschen zunehmend Gewalt und Verfolgung ausgesetzt sind.
Entsetzen in Kamerun

Mord an schwulem Mann

Fassungslosigkeit in Kamerun: Nach dem Mord an Paul Gérard in Douala prallen tiefe Trauer und homophober Spott aufeinander.
HIV-Wissen geht zurück

Stigma bleibt bestehen

Trotz großer medizinischer Fortschritte wissen viele US-Amerikaner zu wenig über HIV – und Stigmatisierung nimmt wieder zu.
Druck auf Infantino wächst

FIFA vor großer Reformdebatte

Weltweite Fußball-Fanorganisationen fordern Infantinos Rücktritt und eine grundlegende Reform der FIFA. Auch queere Fanclubs unterstützen den Aufruf.
Eklat um AfD-Politiker

Queer sein sei „psychisch krank“

Ein AfD-Politiker aus Bayern sorgt mit Aussagen über queere Menschen derzeit für viel Empörung: Queer sein sei demnach eine „psychische Krankheit“.
Sex nur nach dem dritten Date?

Sex, Liebe oder nur „mal schauen“

Schwules Dating war noch nie so einfach – und vielleicht deswegen noch nie so kompliziert?! Wie kommen wir bestmöglich durch den Dating-Dschungel?