Direkt zum Inhalt
Krise bei Goose-App
ANZEIGE

Krise bei Goose-App Vision und Richtung trennen sich, betont Derek Chadwick

ms - 20.08.2026 - 09:30 Uhr
Loading audio player...

Derek Chadwick ist rund zwei Monate nach dem Start der Dating-App Goose ausgestiegen. Chadwick hatte die App für schwule Männer als Konkurrenz zu Grindr mitgegründet. Als Grund für seinen Rückzug nannte er unterschiedliche Vorstellungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens.

Das Wichtigste im Überblick

  • Derek Chadwick hat Goose, eine Dating-App für schwule Männer, mitgegründet.
  • Die App startete im Juni 2026 als Konkurrenz zu Grindr und Scruff.
  • Rund zwei Monate nach dem Start ist Chadwick ausgestiegen.
  • Als Grund nennt er unterschiedliche Vorstellungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens.
  • Chadwick sagt, er sei nicht mehr „in irgendeiner Form“ an Goose beteiligt.
  • Die App setzt auf ein „Wave“-Prinzip statt klassischer Matches.
  • Goose geriet unter anderem wegen Vorwürfen über KI-generierte Männer und gefälschte Social-Media-Konten in die Kritik.
  • Auch eine Klausel in den Nutzungsbedingungen zur Verwendung von Nutzerinhalten sorgte für Kritik.

Gründer verlässt Grindr-Konkurrent

In einer Stellungnahme auf Instagram erklärte Chadwick, er sei nicht mehr an Goose „in irgendeiner Form“ beteiligt. Gleichzeitig wünschte er dem Team alles Gute. Zu seiner Entscheidung schrieb Chadwick: „Was passiert ist, ist, dass meine Vision davon, wohin sich das Ganze entwickeln sollte, und die Richtung, in die sich das Unternehmen entwickelt, inzwischen nicht mehr dasselbe sind.“ Weiter erklärte er: „Wenn mein Name und mein Gesicht auf etwas stehen, möchte ich in der Lage sein, vollständig dahinterzustehen. Als das nicht mehr der Fall war, fühlte es sich nicht richtig an, zu bleiben.“

Chadwick betonte zugleich, dass er dem Team weiterhin Erfolg wünsche: „Obwohl ich in keiner Form mehr an Goose beteiligt bin, wünsche ich dem Team alles Gute – dort arbeiten großartige Menschen unglaublich hart daran, Goose zu etwas Besonderem zu machen.“ Außerdem dankte er den frühen Nutzern dafür, dass sie sich der App angeschlossen und ihm über ihre Erfahrungen berichtet hätten.

Weitere Projekte für Community

In derselben Stellungnahme deutete Chadwick an, dass er seine Arbeit für die schwule Community fortsetzen will. Er sei mit dem Aufbau von Angeboten für die schwule Community noch nicht fertig, schrieb er, und stellte weitere Entwicklungen in Aussicht. Goose war im Juni 2026 gestartet und als Konkurrent zu Grindr und Scruff positioniert worden. Chadwick gründete die App gemeinsam mit David Aliagas, der zuvor bei BeReal als Verantwortlicher für Wachstum und Community-Management gearbeitet hatte.

Nach Angaben der Beschreibung bei Google Play soll Goose schwulen Männern helfen, „Männer über gemeinsame Orte, Interessen, Freunde und Momente, die gerade um dich herum passieren, zu entdecken“. Ein besonderes Merkmal der App ist das sogenannte „Wave“-Prinzip. Anstelle klassischer Matches können sich Nutzer gegenseitig zuwinken. Wenn zwei Menschen einander „zuwinken“, werden sie miteinander verbunden. In der Beschreibung heißt es: „Es ist leichter, natürlicher und nimmt von Anfang an den Druck heraus.“

Kritik seit dem Start

Seit dem Start musste sich Goose allerdings auch mit Kritik auseinandersetzen. Unter anderem gab es Vorwürfe, die App nutze KI-generierte Männer, um Nutzer anzulocken. Eine Recherche von Wired erhob den Vorwurf, dass mehrere gefälschte Social-Media-Konten eingesetzt worden seien, um potenzielle neue Nutzer gezielt zur Anmeldung bei Goose zu bewegen. Goose wies die Vorwürfe zurück.

Kritik gab es außerdem an einer Klausel in den Nutzungsbedingungen mit der Bezeichnung „Member Content License and Waiver“. Diese erlaubte es der App, den „Benutzernamen, das Bild, die Stimme und das Abbild“ eines Nutzers zu verwenden. Auch Fotos, die Nutzer auf der App geteilt hatten und die eigentlich wieder verschwinden sollten, waren von der Regelung betroffen. Damit endet Chadwicks Beteiligung an Goose bereits kurze Zeit nach dem Start der App. Seine Ankündigung lässt zugleich offen, an welchen neuen Projekten er künftig für die schwule Community arbeiten will.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Ex-HNO-Arzt festgenommen

Brutaler Missbrauch von Patienten?

Ein 76-jähriger HNO-Arzt aus Frankfurt sitzt wegen des Verdachts auf schwere sexuelle Nötigung und Körperverletzung von Männern in Untersuchungshaft.
Pride-Farben auf Island

Streit entzweit die Bevölkerung

In Island wird die Nationalflagge zum politischen Streitpunkt – zwischen Pride-Symbolik, Rechtsextremismus und dem Wunsch nach Einheit.
Neue Studie untersucht Väter

Väterzeit kann psychisch entlasten

Gute Nachrichten für schwule Väter: Eine neue Studie zeigt, dass eine Elternzeit bei Vätern mit einem geringeren Depressionsrisiko verbunden ist.
Queere Menschen in Ohio

Neue Hürden für trans* Menschen

Der Bundesstaat Ohio erschwert trans* Menschen die Änderung des Geschlechtseintrags auf Ausweisen und sorgt damit erneut für viel Kritik.
Appell von Ghanas Erzbischof

Statement gegen Anti-LGBTIQ+-Gesetz

Ghanas anglikanischer Erzbischof lehnt die Kriminalisierung homosexueller Menschen ab und stellt sich gegen das geplante Anti-LGBTIQ+-Gesetz.
Eklat in Florida

DeSantis suspendiert Gefolgsmann

Aufregung in Florida: Ein von Gouverneur Ron DeSantis ernannter Amtsträger ist wegen schwerer Vorwürfe gegen ein Kind jetzt festgenommen worden.
LGBTIQ+-Politik im Wahlcheck

Parteien mit klaren Unterschieden

Der LSVD+ Berlin-Brandenburg sieht deutliche Unterschiede bei den queerpolitischen Positionen der Parteien und fordert konkrete politische Maßnahmen.
Dortmund zeigt Flagge

1.000 Pride-Flaggen für die Stadt

Dortmund setzt vor dem CSD mit 1.000 Pride-Flaggen ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Solidarität und Akzeptanz in der Stadt.
Vom Popstar zum Berater

Grammy-Gewinner wechselt Seiten

Der schwule, frühere Clean-Bandit-Musiker Neil Amin-Smith ist vom Grammy-Gewinner zum Wirtschaftsberater aufgestiegen.