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Ex-HNO-Arzt festgenommen Vorwurf der sexuellen Nötigung von männlichen Patienten

Von ms - 20.08.2026 - 13:00 Uhr
Ex-HNO-Arzt festgenommen
Foto: iStock / peakSTOCK
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Ein früher als Hals-Nasen-Ohren-Arzt tätiger 76-jähriger Mann ist in Frankfurt jetzt festgenommen worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde der Mann am Donnerstagmorgen in Haft gebracht. Gegen ihn bestehe ein dringender Tatverdacht wegen besonders schwerer sexueller Nötigung und gefährlicher Körperverletzung. Das Amtsgericht Frankfurt erließ den Haftbefehl nach Angaben der Behörden wegen bestehender Wiederholungsgefahr.

Das Wichtigste im Überblick

  • Ein 76 Jahre alter ehemaliger HNO-Arzt ist heute in Frankfurt festgenommen worden.
  • Die Staatsanwaltschaft wirft ihm besonders schwere sexuelle Nötigung und gefährliche Körperverletzung vor.
  • In 14 Fällen soll er zwischen 2016 und 2025 männliche Patienten sexuell genötigt und ihnen erhebliche Schmerzen zugefügt haben.
  • Nach Angaben der Ermittler soll der Mann die Patienten während der mutmaßlichen Taten auch sexuell berührt beziehungsweise sich an ihnen gerieben haben.
  • Dutzende weitere Männer hatten sich nach ersten Berichten gemeldet und ähnliche Erfahrungen geschildert.
  • Die Staatsanwaltschaft prüft weitere Fälle. Einige Betroffene berichten von möglichen Übergriffen bereits aus den 1980er Jahren.
  • Wegen Wiederholungsgefahr erließ das Amtsgericht Frankfurt einen Haftbefehl.

Extrem schmerzhafte Behandlungen

Im Mittelpunkt der bisherigen Ermittlungen stehen 14 Fälle aus den Jahren 2016 bis 2025. Der Beschuldigte soll dabei männliche Patienten während medizinischer Behandlungen sexuell genötigt haben. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll der Arzt den Männern dabei „bewusst extreme Schmerzen“ zugefügt haben. Zudem soll er sich auf die Patienten gelegt und an ihnen gerieben haben, um sich dadurch sexuell zu erregen.

Die Vorwürfe gegen den Mediziner waren bereits im Mai erstmals öffentlich geworden. Die HR-Hessenschau hatte damals mit mehreren Betroffenen gesprochen. Diese berichteten von Behandlungen, bei denen der Arzt ohne Vorwarnung mit einem Instrument durch die Nase in Richtung Kiefer oder Nebenhöhlen geschabt haben soll. Die Betroffenen schilderten die Schmerzen als so stark, dass sie sich nach eigener Darstellung während der Behandlung nicht dagegen wehren konnten. Zudem beschrieben sie den Arzt als äußerst manipulativ. Zu den damaligen Vorwürfen hatte sich der heute festgenommene 76-Jährige auf Anfrage der hessenschau nicht geäußert.

Zahl der Betroffenen könnte ansteigen

Nach der ersten Berichterstattung wandten sich zahlreiche weitere Männer an das TV-Format. Auch sie berichteten von ähnlichen Erlebnissen und mutmaßlichen Übergriffen. Nachdem die Vorwürfe öffentlich geworden waren, konnten bei dem Arzt keine weiteren Behandlungstermine mehr vereinbart werden. Sein Foto und sein Profil wurden außerdem von der Internetseite der Praxisgemeinschaft entfernt. Einige Betroffene berichteten jedoch, der Mann habe anschließend weiterhin versucht, privat mit ihnen Kontakt aufzunehmen.

Ermittler prüfen weitere Anzeigen

Die bisher bekannten 14 Fälle bilden offenbar nur einen Teil der Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft teilte heute mit, dass im Zuge der umfangreichen Untersuchungen auch weitere mögliche Taten aus dem Zeitraum zwischen 2016 und 2025 geprüft werden. Offenbar meldeten sich zudem Männer, die von möglichen Übergriffen berichteten, die bereits in den 1980er Jahren stattgefunden haben sollen. Bei einem Teil dieser mutmaßlichen Taten könnte die gesetzliche Verjährungsfrist bereits abgelaufen sein. Wie groß das gesamte Ausmaß der Vorwürfe ist, ist damit weiterhin offen. Nach bisherigen Informationen hat die Polizei angesichts der Vielzahl von Anzeigen eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet. Sie soll die Ermittlungen koordinieren und die verschiedenen Hinweise und Fälle zusammenführen.

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