Direkt zum Inhalt
LGBTIQ+-Politik im Wahlcheck
ANZEIGE

LGBTIQ+-Politik im Wahlcheck LSVD+ Berlin-Brandenburg sieht Handlungsbedarf

ms - 20.08.2026 - 08:30 Uhr
Loading audio player...

Der LSVD+ Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg sieht deutliche Unterschiede zwischen den Parteien bei deren queerpolitischen Positionen zur Wahl des Abgeordnetenhauses im September. Das geht aus einer Auswertung von Antworten auf zehn Wahlprüfsteine zu zentralen Themen hervor.

Das Wichtigste im Überblick

  • Der LSVD+ Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg hat die Antworten von zehn Parteien zu zehn queerpolitischen Themen ausgewertet.
  • Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, Volt, die Demokratische Linke, die Tierschutzpartei und die Partei des Fortschritts werden in allen zehn Themenfeldern positiv bewertet.
  • Die SPD erhält in neun Bereichen eine positive Bewertung, beantwortete aber die Frage zur Absicherung des Berliner Aktionsplans und der queeren Strukturen nicht.
  • Die Antworten der AfD werden in keinem der zehn Themenfelder positiv bewertet.
  • Bei CDU und FDP sieht der LSVD mehrere unpräzise beziehungsweise hinter den Forderungen der Communities zurückbleibende Positionen.

Fragenkatalog für Community 

Die Wahlprüfsteine verstehen sich nach Angaben des Verbandes als Orientierung für alle Wähler und ausdrücklich nicht als Wahlempfehlung. Abgefragt wurden unter anderem die Absicherung bestehender queerer Strukturen, die Stärkung des Antidiskriminierungsrechts und der Berliner Landesstrategie für queere Sicherheit. Weitere Themen waren queerinklusive Bildung, die Gesundheitsversorgung von queeren Personen, der Schutz von Regenbogenfamilien und queeren Flüchtlingen sowie die Unterstützung queerer Orte und älterer homosexuelle sowie queerer Menschen in Berlin.

„Angesichts der zunehmenden Bedrohungslage für queere Menschen stehen alle Parteien in der Pflicht, egal ob in Regierungsverantwortung oder in der Opposition. Queere Communitys brauchen keine losen Versprechen, sondern verlässliche Strukturen, Planbarkeit und konkretes politische Handeln. Unsere Wahlprüfsteine machen sichtbar, welche Parteien sinnvolle Lösungen anbieten, wo Fragen offenbleiben oder Positionen notwendigen Schutz verhindern“, erklärte Florian Winkler-Schwarz, Geschäftsführer des LSVD+ Berlin-Brandenburg.

Parteien im Verbands-Check

Besonders positiv bewertet der Verband die Antworten von Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, Volt, der Demokratischen Linken, der Tierschutzpartei und der Partei des Fortschritts. Die Antworten dieser sechs Parteien wurden in allen zehn Themenfeldern gut bewertet, auch wenn der Umfang der Antworten unterschiedlich ausfiel. Die SPD erhält in neun Bereichen eine positive Bewertung. Die Frage zur Absicherung des Berliner Aktionsplans und der queeren Strukturen beantwortete die Partei jedoch nicht.

Deutlich kritischer fällt die Bewertung der AfD aus: Ihre Antworten sind in keinem der zehn Themenfelder positiv. Bei der CDU überwiegen nach Angaben des LSVD unpräzise Antworten. Hinzu kommen einzelne negative Bewertungen und eine unbeantwortete Frage. Die FDP vertritt in sieben Bereichen unterstützende Positionen. Bei drei Themen bleibt sie jedoch unpräzise beziehungsweise hinter den Forderungen der Community zurück. Damit zeigt die Auswertung aus Sicht des LSVD+, dass die Parteien in zentralen Fragen queerer Politik teils deutlich unterschiedliche Ansätze verfolgen – von konkreten und unterstützenden Positionen bis hin zu offenen Fragen oder Positionen, die den vom Verband formulierten Schutzanforderungen nicht entsprechen.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Neuer Sitz für Vielfalt

Queere Stimme im SWR

Erstmals erhält der SWR-Rundfunkrat nun einen Sitz für queere Selbstvertretung. Trans* Autorin Janka Kluge übernimmt das Mandat.
Geschmacklose Veranstaltung

Aufregung an US-Universität

Ein angeblicher Charlie-Kirk-Doppelgänger-Wettbewerb an der Georgetown University sorgt vor dem ersten Todestag des Aktivisten für viel Kritik.
Neue US-Helpline für LGBTIQ+

Kalifornien plant neue Anlaufstelle

Kalifornien will einen eigenen LGBTIQ+-Zugang zur 988-Krisenhotline schaffen, falls die neue Bundeslösung queere Betroffene nicht berücksichtigt.
Eklat in Washington

Pentagon sucht queere Krankenakten

Das US-Pentagon durchsucht offenbar aktuell Militärakten gezielt nach Hinweisen auf trans* Soldaten und sorgt damit für hitzige Debatten in den USA.
Wichtiges Urteil in Frankreich

Tödliches Schul-Mobbing mit Folgen

Mehr als drei Jahre nach dem Suizid eines schwulen 13-Jährigen erkennt ein Pariser Berufungsgericht erstmals offiziell homophobes Schulmobbing an.
Familiendrama im Iran

17-jährige trans* Frau stirbt

Der Tod eines 17-jährigen trans* Mädchens im Iran soll unabhängig untersucht werden, fordert der Verein 6Rang. Welche Schuld trägt die Familie?
Parteitag der US-Republikaner

´Trump setzt auf Kulturkampf

Beim Parteitag in Dallas rückt Präsident Trump seine Politik ins Zentrum – auch der Kurs gegen trans* Menschen dürfte die Midterms prägen.
Pornostar Hunter Hardin

Schwuler Darsteller begeht Suizid

Der schwule Erotikdarsteller Hunter Hardin ist im Alter von 30 Jahren durch Suizid gestorben. Familie und Freunde trauern um den Adultstar.