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Eklat in Florida Gouverneurs-Beauftragter wegen Kindesmissbrauch festgenommen

Von ms - 20.08.2026 - 09:00 Uhr
Eklat in Florida
Foto: Police Department Florida Pressefoto / Bildbearbeitung FASH Medien
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Der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, hatte Michael Allen Caruso erst im vergangenen August zum Gerichtsschreiber und Rechnungsprüfer des Palm Beach County ernannt. Caruso wurde jetzt wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch, Entführung, Anlocken und Verführen eines Kindes, unzüchtige und laszive Zurschaustellung sowie Kindesmisshandlung festgenommen, wie aus einer vom Miami Herald veröffentlichten eidesstattlichen Erklärung zur Festnahme hervorgeht.

Das Wichtigste im Überblick

  • Michael Allen Caruso wurde in Florida wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch, Entführung und weiterer Delikte festgenommen.
  • Das mutmaßliche Opfer ist laut Ermittlern ein männlicher Verwandter Carusos, der jünger als fünf Jahre ist.
  • Die Vorwürfe beziehen sich auf mehrere mutmaßliche Vorfälle im vergangenen Jahr.
  • Caruso war von Gouverneur Ron DeSantis zum Leiter des Gerichts- und Rechnungsprüfungsamtes von Palm Beach County ernannt worden.
  • Wenige Stunden nach der Festnahme suspendierte DeSantis Caruso per Verfügung von seinem öffentlichen Amt.
  • Der Fall sorgt auch deswegen landesweit für Schlagzeilen, weil DeSantis im Kampf gegen LGBTIQ+ immer wieder als Argumentation den Schutz von Kindern betont. 

Mehrfacher Kindesmissbrauch 

Den Ermittlern zufolge soll Caruso das Kind, einen männlichen Verwandten unter fünf Jahren, im vergangenen Jahr mehrfach sexuell missbraucht haben. Caruso soll sich dem Kind beim Fußballspielen entblößt und später am selben Tag mit ihm „Kitzelmonster“ gespielt haben, um dessen Gesäß und Genitalien zu berühren. Während einer Kreuzfahrt soll er dem Kind seinen Penis in den Mund gesteckt haben, nachdem er dessen Eltern erzählt hatte, die beiden würden sich ein Eis holen. Berichten zufolge soll er außerdem während eines Angelausflugs den Penis des Jungen gestreichelt haben.

Eltern alarmierten die Polizei 

Der Junge zeigte daraufhin zu Hause ein auffälliges Fehlverhalten, woraufhin seine Eltern ihn befragten und dieser schlussendlich von den Erlebnissen berichtet. Die Eltern wandten sich daraufhin an die Polizei und befragten auch Caruso zu den Vorwürfen; er bestritt diese, flehte sie jedoch an, niemandem davon zu erzählen, aus Angst vor einer Verhaftung und einer Gefängnisstrafe. Carusos Stelle als von DeSantis ernannter Beamter war mit 219.000 Dollar jährlich dotiert; er leitete ein Team von 670 Mitarbeitern mit einem Jahresbudget von rund 80 Millionen Dollar. Wenige Stunden nach seiner Festnahme erließ DeSantis eine Durchführungsverordnung, mit der er Caruso vom öffentlichen Amt suspendierte. Caruso war zudem 30 Jahre lang Trainer in der Little League und engagierte sich acht Jahre lang ehrenamtlich bei den Pfadfindern.

DeSantis´ Gefolgsmann 

Der Fall schlägt auch deswegen so hohe Wellen, weil der mutmaßliche Täter ein enger Vertrauter und Gefolgsmann des Gouverneurs war. Ron DeSantis hat sich seit Jahren als einer der prominentesten politischen Gegner queerer Rechte in den USA positioniert. Auffällig ist dabei, dass er Einschränkungen für LGBTIQ+-Menschen und insbesondere für queere Inhalte in Schulen immer wieder mit dem Schutz von Kindern und Elternrechten begründete. So wurde das 2022 verabschiedete „Parental Rights in Education“-Gesetz damit beworben, Kinder vor einer vermeintlichen „Sexualisierung“ zu schützen; später weitete Florida entsprechende Beschränkungen auf weitere Jahrgangsstufen aus. Umgangssprachlich ist bis heute vom „Don’t Say Gay“-Gesetz die Rede. 

Auch Maßnahmen gegen Drag-Veranstaltungen sowie Regelungen zu Geschlechtsidentität und medizinischer Versorgung Minderjähriger stellte DeSantis als Schutz von Kindern vor „unangemessenen“ Inhalten oder Eingriffen dar. 2024 begründete seine Regierung weitere Gesetze ausdrücklich mit dem Schutz von Kindern vor „Predatory Grooming“ und sexuellen Straftaten, also der „raubtierhaften Vorbereitung von Kindern zum sexuellen Missbrauch“. Kritiker und queere Verbände sehen darin eine politische Strategie: Der Schutz von Kindern dient immer wieder als besonders wirksamer Rahmen, um Maßnahmen gegen LGBTIQ+-Sichtbarkeit, insbesondere gegen homosexuelle und trans* Menschen, gesellschaftlich zu legitimieren. DeSantis selbst weist diesen Vorwurf zurück und stellt seine Politik als Kampf gegen eine aus seiner Sicht ideologische Einflussnahme auf Kinder dar.

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