Direkt zum Inhalt

Richter stoppt Trumps Regel Versicherungsschutz bleibt für queere Menschen bestehen

Von ms - 19.08.2026 - 09:00 Uhr
Richter stoppt Trumps Regel
Foto: iStock / Panuwat Dangsungnoen
ANZEIGE
Loading audio player...

Ein US-Bundesrichter hat jetzt eine Regelung der Regierung von Präsident Donald Trump zum Versicherungsschutz für geschlechtsangleichende Behandlungen gekippt. Nach dem Urteil darf das US-Gesundheitsministerium Versicherern nicht untersagen, bestimmte Formen solcher Behandlungen als sogenannte wesentliche Gesundheitsleistungen einzustufen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Ein US-Bundesrichter hat eine Regelung der Trump-Regierung zum Versicherungsschutz für geschlechtsangleichende Behandlungen aufgehoben.
  • Das US-Gesundheitsministerium hatte seine Befugnisse überschritten, entschied Richter Nathaniel Gorton.
  • 20 Bundesstaaten und Pennsylvanias Gouverneur Josh Shapiro hatten gegen die Regelung geklagt.
  • Bestimmte geschlechtsangleichende Behandlungen können damit nicht aus dem Katalog der „wesentlichen Gesundheitsleistungen“ ausgeschlossen werden.
  • Die Bundesstaaten begrüßten die Entscheidung als wichtigen Erfolg für den Zugang zur Versorgung von trans* Menschen.
  • Die Trump-Regierung verfolgt zugleich weitere Pläne, die staatliche Finanzierung solcher Behandlungen einzuschränken.

20 Bundesstaaten hatten geklagt

Der zuständige Senior U.S. District Judge Nathaniel Gorton entschied, dass das Department of Health and Human Services (HHS) mit der Regelung seine Befugnisse überschritten habe. Gorton war vom republikanischen Präsidenten George H. W. Bush zum Bundesrichter ernannt worden. Gegen mehrere Teile der Regelung waren zwanzig Bundesstaaten sowie der Gouverneur von Pennsylvania, Josh Shapiro, vor Gericht gezogen. Sie argumentierten, die Änderungen seien rechtswidrig. Außerdem würden sie die Versicherungsprämien und die Eigenbeteiligungen der Versicherten erhöhen und könnten dazu führen, dass Menschen ihren Krankenversicherungsschutz verlieren. 

Die Kläger begrüßten Gortons Entscheidung, ihnen in Bezug auf die Bestimmung zu geschlechtsangleichenden Behandlungen im Wege eines summarischen Urteils Recht zu geben. „Die Bundesregierung hat versucht, den versprochenen Krankenversicherungsschutz, auf den die Menschen in Washington angewiesen sind, rechtswidrig zu verweigern“, sagte der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Washington, Nick Brown. „Während diese Regierung versucht, Gesundheitsversorgung teurer und schwerer zugänglich zu machen, werden wir dafür kämpfen, sie in Washington so erschwinglich und zugänglich wie möglich zu halten.“

Regel sollte ab 2026 gelten

Im Mittelpunkt des Urteils stand eine Bestimmung der umfangreichen Marketplace Integrity and Affordability Final Rule 2025. Die Trump-Regierung hatte die Regel als Maßnahme gegen unzulässige Versicherungsanmeldungen und zur Senkung der staatlichen Ausgaben dargestellt. Ab 2026 hätte die umstrittene Vorschrift verhindert, dass bestimmte individuelle Krankenversicherungen und Versicherungen für kleine Gruppen, die nicht unter einen Bestandsschutz fallen, bestimmte geschlechtsangleichende Eingriffe als wesentliche Gesundheitsleistungen behandeln.

Versicherer hätten die entsprechenden Behandlungen weiterhin nur noch freiwillig übernehmen dürfen. Auch die Bundesstaaten hätten eine solche Kostenübernahme vorschreiben können. Ein Ausschluss aus dem Katalog der wesentlichen Gesundheitsleistungen hätte jedoch wichtige Schutzmechanismen des Affordable Care Act – bekannt als „Obamacare“ – berührt. Diese stehen unter anderem im Zusammenhang mit staatlichen Zuschüssen und den Eigenkosten der Patienten. Gorton setzte die betreffende Bestimmung außer Kraft. In vier weiteren Punkten der von den Bundesstaaten angefochtenen Regelung gab er dagegen der Regierung recht.

Finanzierung wird weiter begrenzt

Die Generalstaatsanwältin von Massachusetts, Andrea Joy Campbell, bezeichnete die Entscheidung trotzdem als wichtigen juristischen Erfolg für Menschen, die Zugang zu geschlechtsangleichender Versorgung suchen. „Dieser Erfolg verhindert den Versuch der Trump-Regierung, geschlechtsangleichende Behandlung teurer und schwerer zugänglich zu machen“, sagte Campbell. „Geschlechtsangleichende Behandlung ist entscheidend für das emotionale und körperliche Wohlbefinden von trans* Menschen, und die Trump-Regierung hat nicht die Befugnis, diese Versorgung rechtswidrig weniger zugänglich und für Patienten und Familien teurer zu machen. Ich werde mich weiterhin für das Recht aller unserer Einwohner einsetzen, bezahlbaren Zugang zu einer notwendigen Gesundheitsversorgung zu haben.“

Ungeachtet des Gerichtsurteils setzt die Trump-Regierung ihre Bemühungen allerdings fort, die Finanzierung geschlechtsangleichender Behandlungen aus Bundesmitteln einzuschränken. Erst in der vergangenen Woche verabschiedete die Regierung eine Regelung, die Bundesmittel aus den Programmen Medicaid und Children’s Health Insurance Program (CHIP) für geschlechtsangleichende medizinische Behandlungen von trans* Jugendlichen streichen soll.

Anzeige

Auch Interessant

Der Oktober hat mehr zu bieten

Mehr Zuhause, mehr Community

Fünf neue SCHWULISSIMO-Ausgaben: Mehr Zuhause, Hoffnung für die Community, Coming Out Day und Kultur aus Deiner Region.
Ashton Summers geht viral

33 Millionen Clip-Aufrufe

Ein Clip des OnlyFans-Models und schwulen Adultstars Ashton Summers wird zum X-Trend und erreicht mehr als 30 Millionen Aufrufe.
Wirbel um Jockstrap

Tennisprofi wird zum Viral-Hit

Ein schweißnasses Outfit macht den Jockstrap von Tennisprofi Sun Fajing sichtbar – und löst mit mehr als 20 Millionen Aufrufen online viel Wirbel aus.
Ein Kuss verändert alles

Liebe an der Militärakademie

Binge-Time im Herbst: In „Minerva Academy“ funkt es heftig zwischen zwei Jungs, bevor einer spurlos verschwindet. Netflixs neue Coming-of-Age-Serie.
Ende bei CSD-Streit in Görlitz

Pride-Picknick bekommt Schutzstatus

Friedliches Ende: Kurz vor dem CSD in Görlitz erkennt das Landratsamt das „Picknick der Vielfalt“ doch als politische Versammlung an.
Regenbogenbank beschädigt

Gedenkort wieder Ziel von Vandalen

Die Gedenkbank für die Opfer des Anschlags auf den Berliner CSD ist erneut beschädigt worden. Nun ermittelt der Staatsschutz.
US-Tänzer macht Schlagzeilen

Tanzshows in der Halbzeit

Carson Woods ist der erste männliche Show-Tänzer im Scarlet Dance Team der Nebraska Cornhuskers – und will damit andere ermutigen.
Erfolglose Schmutzkampagne

Grindr-Profil öffentlich gemacht

Nach der Veröffentlichung seines Grindr-Profils weist Labour-Stadtrat Paul John O’Neill Rücktrittsforderungen zurück – und reagiert mit Humor.
Russlands neue Leitlinien

Verschärfte Psychiatrie-Regeln

Russlands Gesundheitsministerium führt neue Psychiatrie-Leitlinien ein, die LGBTIQ+-Menschen eine „Störung der sexuellen Präferenz“ attestieren können