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Sorge um Perez Hilton US-Blogger verletzte sich selbst online mit einem Messer

Von ms - 06.08.2026 - 09:30 Uhr
Sorge um Perez Hilton
Foto: IMAGO / MediaPunch
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Nach einer psychischen Krise des US-Bloggers und Medienunternehmers Perez Hilton (48) ist der 48-Jährige in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Der Vorfall ereignete sich während eines TikTok-Livestreams aus seinem Wohnhaus im Raum Miami, dabei habe er sich selbst wahrscheinlich in suizidaler Absicht selbst verletzt. Mitschnitte online zeigen den blutüberströmten Promi-Influencer, wie er sich mit einem Messer selsbt verletzt und von Suizid spricht. Zuschauer alarmierten die Behörden.

Das Wichtigste im Überblick

  • Perez Hilton wurde nach einer psychischen Krise während eines TikTok-Livestreams in ein Krankenhaus gebracht.
  • Der Promi-Blogger hat sich live online mit einem Messer selbst verletzt und sprach dabei von Suizid. 
  • TikTok beendete den Livestream, informierte die Behörden und sperrte sein Konto.
  • Experten warnen davor, Betroffene vorschnell zu verurteilen oder belastende Aufnahmen zu verbreiten.
  • Fachleute betonen, dass psychische Krisen nicht auf einzelne Ursachen zurückzuführen sind.
  • Hiltons Familie bittet um Privatsphäre und bestätigt, dass er medizinisch versorgt wird.

Krise während Live-Stream

Nach Angaben von TikTok wurde der Livestream innerhalb weniger Minuten von den automatischen Sicherheitssystemen erkannt und an das Moderationsteam in den USA weitergeleitet. Wegen eines Moderationsfehlers verzögerte sich die Entfernung des Streams. Das Unternehmen widersprach Berichten, wonach die Übertragung rund 30 Minuten online gewesen sei. Tatsächlich habe sie etwa halb so lange gedauert. TikTok informierte nach eigenen Angaben zudem die Strafverfolgungsbehörden, um Hilton Unterstützung zukommen zu lassen. Außerdem sperrte die Plattform das Konto des 48-Jährigen. Der Inhalt habe gegen die Community-Richtlinien verstoßen.

Wie das Büro des Sheriffs von Miami-Dade mitteilte, gingen am Dienstagabend mehrere Notrufe ein, wonach eine Hilton Selbstverletzungshandlungen in den sozialen Medien live übertragen habe. Die Beamten lokalisierten rasch Hiltons Wohnung, sprachen vor Ort mit Familienangehörigen und stellten fest, dass er sich allein im Haus befand, erklärte Detective Samantha A. Choon, eine Sprecherin des Sheriff-Büros. Die Beamten drangen zunächst nicht gewaltsam in die Wohnung ein. Stattdessen versuchten sie, die Situation zu entschärfen und Möglichkeiten zur Kommunikation zu schaffen, teilte die Behörde mit. „Bei vielen Vorfällen, bei denen eine Person eine psychische Krise durchlebt oder sich aktiv selbst verletzt, legen die Beamten den Schwerpunkt auf Deeskalation, indem sie Zeit, Abstand und Möglichkeiten zur Kommunikation schaffen“, sagte Choon. 

„Sofern keine unmittelbare Gefahr für andere besteht, kann das Entschleunigen der Situation und der Einsatz von Kriseninterventionstechniken die Wahrscheinlichkeit eines ‚Suicide-by-Cop‘ verringern und das Verletzungsrisiko für die betroffene Person, die Beamten und die Öffentlichkeit minimieren.“ Hilton wurde später unversehrt geborgen und vom Miami-Dade Fire Rescue in ein örtliches Krankenhaus gebracht, wo er laut Angaben des Sheriff-Büros medizinisch versorgt wurde. Mitglieder der Kriseninterventionsgruppe der Behörde sowie zugelassene Fachkräfte für psychische Gesundheit waren ebenfalls vor Ort.

Verbreitung von Mitschnitten 

Die Psychiaterin Christine Yu Moutier von der American Foundation for Suicide Prevention warnte davor, aus öffentlich sichtbaren Bildern oder Videos Rückschlüsse auf die Hintergründe einer psychischen Krise zu ziehen. Außenstehende könnten nicht erkennen, welche Absicht hinter einem solchen Verhalten stehe. Viele Nutzer in sozialen Netzwerken hätten Hilton vorgeworfen, lediglich Aufmerksamkeit gesucht zu haben. Moutier widersprach dieser Sichtweise. „Ein Hilferuf bedeutet: 'Hilf mir. Ich bin in einer Notlage.' Das sollten wir ernst nehmen.“ Ob jemand Hilfe verdiene, dürfe nicht davon abhängen, auf welche Weise sich eine Krise äußere, betonte die Expertin.

Hilton war in den 2000er-Jahren durch seinen Promi-Blog bekannt geworden, der häufig wegen scharfer Kommentare und kontroverser Berichterstattung kritisiert wurde. International bekannt wurde Hilton dabei durch das Outen von Prominenten, von denen er behauptete, sie würden ihre sexuelle Orientierung verheimlichen. Nach Einschätzung Moutiers schließen frühere Fehler eines Menschen Mitgefühl in einer medizinischen Notlage jedoch nicht aus. Zugleich warnte die Psychiaterin vor den Folgen der Verbreitung von Mitschnitten oder Bildern des Vorfalls. Solche Inhalte könnten insbesondere für psychisch belastete Menschen gefährlich sein. 

Familie meldet sich zu Wort

Perez Hilton hatte bereits Anfang des Jahres mehrere schwere gesundheitliche Probleme. Nach eigenen Angaben verbrachte er wegen einer schweren Sepsis 21 Tage im Krankenhaus. Später musste er erneut wegen eines Blutgerinnsels im Bein behandelt werden. Nach Einschätzung Moutiers entstehen psychische Krisen meist durch das Zusammenwirken mehrerer körperlicher, psychischer und sozialer Faktoren. Prominenz oder finanzieller Erfolg schützten nicht vor psychischen Erkrankungen. „Wir treffen oft Annahmen aufgrund der Rolle, des Ruhms oder des Wohlstands eines Menschen. Für die psychische Gesundheit und das Suizidrisiko sind solche Annahmen jedoch falsch.“ Ihr Rat lautet deshalb: „Kümmert euch auch um die Freunde, die stark wirken.“

Hiltons Familie und sein Team bestätigten jetzt, dass der 48-Jährige weiterhin medizinisch behandelt werde und in einer Klinik sei. In einer Erklärung heißt es: „Viele von Ihnen haben sich aus Sorge um Perez gemeldet, und wir sind sehr dankbar für die überwältigende Anteilnahme, Unterstützung und die Gebete. Wir können bestätigen, dass Perez medizinisch versorgt wird. Der Fokus unserer Familie liegt derzeit ganz auf seinem Wohlergehen. Wir bitten Sie, in dieser schwierigen Zeit die Privatsphäre von Perez und seiner Familie zu respektieren.“

 

Hier gibt es Hilfe

Die Berichterstattung über Suizid ist ein überaus sensibles Thema. Wir möchten es in KEINSTER Weise glorifizieren oder romantisieren. Viele Menschen, die durch Suizid sterben, leiden an einer psychischen Erkrankung. Wenn es dir nicht gut geht oder du daran denkst, dir das Leben zu nehmen, versuche mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen du dich melden kannst. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222.

Mit Beratung steht dir auch der Coming Out Day Verein via Messenger, E-Mail und Videochat unter www.coming-out-day.de sowie www.comingoutundso.de zur Seite. Weiterhin gibt es von der Telefonseelsorge das Angebot eines Hilfe-Chats. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer E-Mail-Beratung. Die Anmeldung erfolgt – ebenfalls anonym und kostenlos – auf der Webseite. Informationen findest du unter: www.telefonseelsorge.de

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