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Geldstrafe für George Santos
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Geldstrafe für George Santos Erneut macht der "US-Lügenbaron" Negativ-Schlagzeilen

ms - 05.08.2026 - 12:30 Uhr
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Der frühere republikanische US-Kongressabgeordnete George Santos (38) hat sich mit einer Bundesbehörde auf die Zahlung von mehr als 35.000 US-Dollar geeinigt. Hintergrund ist der Vorwurf, der offen homosexuelle Politiker habe mit einer Wette auf seine eigene Nichtteilnahme an der Rede zur Lage der Nation (State of the Union) von Präsident Donald Trump unerlaubte Gewinne erzielt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Ex-Kongressabgeordneter George Santos zahlt mehr als 35.000 US-Dollar zur Beilegung eines Insiderhandel-Vorwurfs.
  • Er hatte auf seine eigene Nichtteilnahme an Donald Trumps Rede zur Lage der Nation gewettet.
  • Die US-Aufsichtsbehörde CFTC verhängte zudem ein dreijähriges Verbot für Online-Finanzgeschäfte.
  • Santos weist ein Fehlverhalten zurück, räumt die Wette aber ein.
  • Der frühere Politiker war bereits mehrfach wegen Betrugs und Falschangaben in die Schlagzeilen geraten.

Illegale Online-Wette 

Wie die US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) mitteilte, wurde der Fall jetzt beigelegt, nachdem das US-Justizministerium Ermittlungen aufgenommen hatte. Santos muss demnach 17.569,98 US-Dollar an erzielten Gewinnen zurückzahlen und zusätzlich eine Geldstrafe von 17.500 US-Dollar entrichten. Außerdem verpflichtete er sich, künftig keine Bundesgesetze zum Insiderhandel zu verletzen. Für drei Jahre darf er keine Online-Finanzgeschäfte dieser Art tätigen.

Bereits Wochen vor der Rede des Präsidenten konnten Nutzer der Online-Plattform Kalshi darauf wetten, welche Politiker an der Veranstaltung teilnehmen würden – darunter auch George Santos. Einen Tag vor der Rede veröffentlichte Santos auf der Plattform X ein Video und erklärte: „Ich werde bei der Rede zur Lage der Nation auf der Zuschauertribüne dabei sein, Leute.“ Dadurch stiegen die Wettquoten auf seine Teilnahme deutlich an. Kurz darauf setzte Santos jedoch Geld darauf, dass er nicht erscheinen würde. Tatsächlich blieb er der Veranstaltung fern und schrieb während der Rede in den sozialen Medien: „Die Rede zur Lage der Nation auf einem Flughafenfernseher anzusehen, war eigentlich nicht der Plan! FML.“ Mit der Abkürzung „FML“ („Fuck my life“) deutete er auf eine angeblich kurzfristige Änderung seiner Reisepläne hin.

Ermittlungen wegen Täuschung

Nach Angaben der Ermittler erklärten drei Personen, die von den Wetten gewusst haben sollen, Santos habe die Öffentlichkeit bewusst in die Irre geführt, um mit seiner zutreffenden „Vorhersage“ mehrere Tausend Dollar zu verdienen. Die Plattform Kalshi entdeckte die Wetten, sperrte das Konto des ehemaligen Abgeordneten und informierte die CFTC sowie das US-Justizministerium. Beide Behörden leiteten Ermittlungen ein.

Santos' Anwalt Joseph W. Murray erklärte, sein Mandant habe sich mit der Aufsichtsbehörde geeinigt, um „die Angelegenheit hinter sich zu lassen“. Zwar habe Santos eingeräumt, auf seine eigene Nichtteilnahme gewettet zu haben, die Einigung sei jedoch kein Schuldeingeständnis. „Er hat sich für eine schnelle und pragmatische Lösung entschieden, anstatt einen langwierigen und kostspieligen Rechtsstreit zu führen. Diese Entscheidung sollte nicht als Eingeständnis eines Fehlverhaltens verstanden werden, denn sie ist keines.“, sagte Murray.

Zahlreiche Vorwürfe gegen Santos

Der Fall reiht sich in eine lange Liste von Affären um den früheren Kongressabgeordneten ein. Bereits im August 2024 hatte Santos eingeräumt, Wahlkampfgelder sowie die Identität und Kreditkarten einer anderen Person für private Zwecke genutzt zu haben. Ein Bericht des Ethikausschusses des Repräsentantenhauses vom November 2023 warf ihm vor, Spendengelder unter anderem für Luxusartikel, Abonnements der Plattform OnlyFans und kosmetische Botox-Behandlungen ausgegeben zu haben. Kurz darauf schloss das Repräsentantenhaus Santos mit 311 zu 114 Stimmen aus dem Kongress aus. Für den Ausschluss stimmten auch 105 republikanische Abgeordnete.

Ursprünglich war Santos mit 23 Bundesanklagepunkten konfrontiert. Dazu gehörten unter anderem Wahlkampffinanzierungsbetrug, Überweisungsbetrug, Identitätsdiebstahl, Geldwäsche, Diebstahl öffentlicher Gelder sowie falsche Angaben gegenüber der US-Wahlkommission und dem Repräsentantenhaus. Später räumte er außerdem ein, über seinen Lebenslauf gelogen zu haben. So hatte er fälschlicherweise behauptet, Abschlüsse am Baruch College und an der New York University erworben sowie für Citigroup und Goldman Sachs gearbeitet zu haben. Auch seine angegebene Wohnadresse im Wahlkreis existierte nicht. Weitere Behauptungen konnte Santos ebenfalls nicht belegen. So erklärte er unter anderem, eine Tierschutzorganisation namens „Friends of Pets“ gegründet zu haben, vier Mitarbeiter beim Anschlag auf den Nachtclub Pulse im Jahr 2016 verloren zu haben und seine Mutter sei infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001 gestorben. Die US-Presse bezeichnete den heute 38-Jährigen daraufhin als den "Lügenbaron" der Republikaner. 

Haft und LGBTIQ+

In ihrem Antrag auf eine siebenjährige Haftstrafe schrieben Staatsanwälte des US-Justizministeriums: „Von der Erfindung einer vollständig fiktiven Biografie bis hin zum skrupellosen Diebstahl von Geld älterer und beeinträchtigter Spender ermöglichten Santos' ungezügelte Gier und sein unstillbarer Hunger nach Ruhm, genau das System auszunutzen, mit dem wir unsere Volksvertreter auswählen.“ Santos verbrachte knapp drei Monate im Gefängnis, bevor ihm Präsident Donald Trump am 7. Oktober 2025 den Rest seiner ursprünglich 87-monatigen Haftstrafe erließ.

Auch mit seinen politischen Positionen sorgte Santos für Kritik. Während seiner Zeit im Kongress unterstützte er unter anderem einen Gesetzentwurf zur Einschränkung von LGBTIQ+-Bürgerrechten sowie eine Initiative zum Verbot von Büchern mit LGBTIQ+-Inhalten an Schulen. Darüber hinaus äußerte er sich mehrfach öffentlich gegen trans* Menschen und gegen die von ihm als „radikale Regenbogen-Mafia“ bezeichnete LGBTIQ+-Community. Außerdem behauptete er, Regenbogenfamilien würden „problematische Menschen hervorbringen“.

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