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Appell von Rob Jetten
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Appell von Rob Jetten Amsterdamer Pride-Parade unter hohen Sicherheitsvorkehrungen

ms - 03.08.2026 - 08:30 Uhr
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Mit einem Appell an junge LGBTIQ+-Personen hat der schwule, niederländische Ministerpräsident Rob Jetten die traditionelle Pride-Parade auf den Grachten von Amsterdam eröffnet. Das farbenfrohe Spektakel mit Dutzenden festlich geschmückten Booten stand nicht nur im Zeichen von Vielfalt und Lebensfreude, sondern auch des Protests gegen Homophobie. Nach dem islamistischen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin waren die Sicherheitsvorkehrungen für die Veranstaltung noch einmal deutlich verschärft worden.

Das Wichtigste im Überblick

  • Hunderttausende Menschen feierten die Pride-Parade auf den Amsterdamer Grachten.
  • Ministerpräsident Rob Jetten ermutigte junge LGBTIQ+-Personen zu einem Coming-Out.
  • Der offen schwule Regierungschef warnte vor zunehmenden Anfeindungen.
  • Nach dem Anschlag auf den Berliner CSD wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft.
  • Die World Pride findet erstmals in den Niederlanden statt - zum 25. Jubiläum der Ehe für alle.

Aufruf zum Outing

Zum Auftakt der traditionellen „Canal Parade“ rief Jetten junge Menschen dazu auf, offen zu ihrer sexuellen Identität zu stehen. Ein Coming-Out sei nicht einfach, „aber sobald man diesen Schritt gewagt hat, wird es nur noch besser“, sagte Jetten laut der Nachrichtenagentur ANP. Der 39-Jährige ist der jüngste Regierungschef der Niederlande und zugleich der erste Ministerpräsident des Landes, der offen homosexuell lebt.

Die Parade mit 80 bunt geschmückten Booten zählt zu den Höhepunkten der diesjährigen World Pride, die erstmals in den Niederlanden ausgerichtet wird. Jetten bezeichnete die Veranstaltung als ein großes Fest der Freiheit und Lebensfreude. Gleichzeitig betonte er, dass die Pride auch ein wichtiges Zeichen gegen Diskriminierung und Anfeindungen sei. „Das hat man beim Anschlag in Berlin letzte Woche gesehen“, sagte der Ministerpräsident. Die Akzeptanz der LGBTIQ+-Gemeinschaft stehe weltweit unter Druck. „Und es ist wichtig, das heute zu zeigen.“

Verstärktes Sicherheitskonzept

Nach dem islamistisch motivierten Angriff auf den Berliner CSD vor einer Woche hatten die Behörden in Amsterdam das Sicherheitskonzept für die mehrtägige World Pride ausgeweitet. Bereits beim Startwochenende zeigte sich auch die Dringlichkeit von verstärktem Schutz, in den ersten Tagen allein waren bereits rund 70 Anti-LGBTIQ+-Attacken verzeichnet worden. Nach Angaben der Veranstalter waren allein bei der Amsterdamer Canal Parade rund 500.000 Besucher mit dabei. Amsterdams Bürgermeisterin Femke Halsema erklärte, Polizei, Staatsanwaltschaft und Stadtverwaltung arbeiteten beim Schutz sämtlicher Pride-Veranstaltungen eng zusammen. „Ich habe Vertrauen in alle Maßnahmen, die wir ergriffen haben.“ Nähere Angaben zu den Sicherheitsvorkehrungen machten die Behörden nicht. Die World Pride gilt als die weltweit größte Veranstaltung der LGBTIQ+-Gemeinschaft und wurde letzte Woche feierlich von Königin Máxima offiziell eröffnet – das erste Mal in der Geschichte des World Pride. Die Niederlande feiern in diesem Jahr zudem 25 Jahre gleichgeschlechtliche Ehe – das Land öffnete als erstes weltweit die Ehe für schwule und lesbische Paare. 

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