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Boykottaufrufe bei Tim Hortons
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Boykottaufrufe bei Tim Hortons Harry-Potter-Aktion sorgt für neuen Streit

ms - 30.07.2026 - 11:00 Uhr
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Eine geplante Harry-Potter-Kampagne der kanadischen Kaffeehauskette Tim Hortons hat eine neue Debatte über die Haltung der Autorin J. K. Rowling zu trans* Themen ausgelöst. LGBTIQ+-Vertreter und Teile der Kundschaft kritisieren die Zusammenarbeit und argumentieren, dass die Aktion indirekt Rowling unterstütze. Unterstützer indes halten die aufkommenden Boykottaufrufe für falsch und überzogen. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Tim Hortons steht wegen einer geplanten Harry-Potter-Kooperation in der Kritik.
  • Einige LGBTIQ+-Vertreter werfen dem Unternehmen vor, indirekt J. K. Rowling zu unterstützen.
  • Die Aktion soll das 25-jährige Jubiläum des ersten Harry-Potter-Films feiern.
  • Kritiker verweisen auf Rowlings öffentliche Aussagen zu trans* Menschen.
  • Einige Kunden rufen zu einem Boykott von Tim Hortons auf.
  • Unterstützer von Rowling weisen die Vorwürfe zurück und betonen ihren Einsatz für Frauenrechte.

„Ein wenig Magie“ im Alltag

Die Kampagne startet am 12. August und steht im Zeichen des 25. Jahrestags des ersten Harry-Potter-Films. Vorgesehen sind thematische Getränke, Fanartikel, spezielle Sammelverpackungen, Quizveranstaltungen sowie die Möglichkeit, eine Reise nach London zu gewinnen. Tim Hortons beschreibt die Kooperation mit Warner Bros. Discovery Global Consumer Products als Feier einer bekannten Geschichte, die den Alltag der Kundinnen und Kunden mit „ein wenig Magie“ bereichern solle. Die Ankündigung löste jetzt jedoch auch deutliche Kritik aus.

Die kanadische LGBTIQ+-Menschenrechtsorganisation Egale Canada verurteilte die Partnerschaft in einer Stellungnahme. Die Organisation erklärte, eine Marke mit einer so engen Verbindung zu Kanada müsse die Verpflichtung des Landes zu Vielfalt und Inklusion widerspiegeln. Egale Canada erklärte weiter, die Zusammenarbeit fördere „eine Marke, die mit einer Person verbunden ist, deren öffentliche Aktivitäten zu Anti-Trans-Narrativen und zum Abbau von Trans-Rechten weltweit beigetragen haben“. Auch in sozialen Netzwerken verbreitete sich in Teilen der queeren Community die Kritik schnell, einige Kunden riefen zu einem Boykott von Tim Hortons auf.

Proteste und Zustimmung

Der Protest kam auch aus den eigenen Reihen des Unternehmens. Eine Mitarbeiterin von Tim Hortons, die sich als trans* bezeichnete, schrieb auf der Plattform Threads, die Kooperation „schade aktiv“ trans* Mitarbeitern. Eine weitere Kundin erklärte, sie sei „gebrochen“, die Werbung zu sehen. Die Autorin und Menschenrechtsaktivistin Rowan Jetté Knox bezeichnete die Kampagne auf Threads als „so unkanadisch, wie es nur geht“. Auf der Gegenseite erntet die Aktion aber auch Zuspruch, einerseits von Harry-Potter-Fans wie aber auch von Menschen, die die Kritik an Rowling für falsch oder für überzogen halten.  

Streit um Rowlings Positionen

Kritiker werfen Rowling seit Jahren vor, mit ihren öffentlichen Äußerungen zu trans* Menschen transfeindliche Positionen zu unterstützen. Rowling selbst weist den Vorwurf zurück, „anti-trans“ zu sein. Sie erklärt, sie verteidige die Rechte von Frauen. Die Autorin hat wiederholt die Auffassung vertreten, dass trans* Frauen keine Frauen seien. Zudem unterstützte sie mit ihrem persönlichen Vermögen juristische Initiativen, die sich auf den Schutz des Begriffs „biologisches Geschlecht“ konzentrieren.

Gleichzeitig erhält Rowling auch Unterstützung von Teilen der Zivilgesellschaft. Frauenrechtsgruppen und einige schwul-lesbische Organisationen stellen sich hinter ihre Positionen und argumentieren, dass die Debatte um Geschlecht und sexuelle Identität auch die Wahrung von Frauenrechten sowie den Schutz geschlechtsspezifischer Räume umfassen müsse. Diese Verbände weisen den Vorwurf zurück, jede Kritik an bestimmten trans* Positionen sei grundsätzlich gegen trans* Menschen gerichtet. Die Auseinandersetzung um die Tim-Hortons-Kampagne zeigt damit erneut die gesellschaftliche Spaltung rund um Rowling und ihre öffentlichen Aussagen. 

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