Direkt zum Inhalt
Forderung nach Reform
ANZEIGE

Forderung nach Reform Streit um Elternrechte, Druck auf Regierung wächst

ms - 28.07.2026 - 10:30 Uhr
Loading audio player...

Eine breite Unterstützung für die rechtliche Gleichstellung von Kindern aus Regenbogenfamilien zeichnet sich bei einer Petition der Plattform WeAct von Campact ab. Rund 120.000 Menschen haben den Aufruf „Kinder von Regenbogenfamilien gleichstellen“ bisher bereits unterzeichnet.

Das Wichtigste im Überblick

  • Rund 120.000 Menschen haben eine Petition zur Gleichstellung von Kindern aus Regenbogenfamilien unterzeichnet.
  • Gefordert wird von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) eine Reform des Abstammungsrechts.
  • Kinder aus Ehen zwischen zwei Frauen haben derzeit rechtlich zunächst nur einen Elternteil.
  • Der LSVD+ warnt vor Benachteiligungen für Kinder und fordert eine schnelle gesetzliche Änderung.
  • Bereits in der Ampel-Koalition gab es Pläne für eine Reform, die jedoch nicht umgesetzt wurden.

Gleiche Rechte für Regenbogenfamilien

Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner wenden sich an Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) und fordern eine Reform des Abstammungsrechts. Ziel sei es, sicherzustellen, dass jedes Kind von Geburt an zwei rechtliche Elternteile habe – unabhängig davon, ob es in einer heterosexuellen oder homosexuellen Familie geboren wird. Nach derzeitiger Rechtslage haben Kinder aus Ehen zwischen zwei Frauen oder nicht-binären Personen zunächst nur einen rechtlichen Elternteil. Der zweite Elternteil muss die Elternschaft erst durch ein Adoptionsverfahren anerkennen lassen. Die Petition wurde parallel zum Berliner CSD am vergangenen Wochenende gestartet, seitdem haben fast 120.000 Menschen das Vorhaben unterzeichnet. Das Kampagnenziel sind mindestens 200.000 Unterschriften.  

LSVD+ fordert schnelles Handeln

Mehrere deutsche Gerichte haben die geltenden Regelungen zur Anerkennung von Elternschaft in homosexuellen Familien bereits als verfassungswidrig eingestuft. Christina Klitzsch-Eulenburg aus dem Bundesvorstand des LSVD+ – Verband Queere Vielfalt kritisierte die bestehende Rechtslage deutlich. „Kein Kind darf vom ersten Tag seines Lebens an schlechter gestellt werden, nur weil es in eine Regenbogenfamilie geboren wird. So wird der zweite Elternteil dazu gezwungen, das eigene Kind zu adoptieren und wird entsprechend erst nach Durchführung des kompletten langen Adoptionsverfahrens rechtlicher Elternteil.“

Sie verwies überdies auf mögliche dramatische Folgen für Familien: „Stirbt die gebärende Person während oder kurz nach der Geburt, verliert das Kind seinen einzigen rechtlichen Elternteil und ist Vollwaise, obwohl es einen zweiten Elternteil gibt.“ Nach Ansicht des Verbands müsse diese Situation beendet werden. „Diese rechtliche Lücke gefährdet Familien und ist längst nicht mehr hinnehmbar. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig muss jetzt handeln und das Abstammungsrecht endlich reformieren. Kinder dürfen nicht länger unter politischem Stillstand leiden.“ Bereits während der früheren Ampel-Koalition hatte es konkrete Überlegungen für eine Reform des Abstammungsrechts gegeben. Die geplanten Änderungen wurden jedoch vor dem Ende der Regierungskoalition nicht mehr umgesetzt. 

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

202 Fragen zum Aktionsplan

Forderung nach Zielen und Geld

Der LSVD+ Bayern fordert von der Staatsregierung mehr Verbindlichkeit, Geld und Beteiligung bei der Umsetzung des Aktionsplans Queer.
Neuer Kurs nach CSD-Attentat

Überarbeitung des Aufenthaltsrechts

Die Union will Ausweisungen ausländischer Straftäter erleichtern, wenn ihre Taten frauen-, queer- oder christenfeindlich motiviert sind.
Gedenkstätte verwüstet

Bank und Gedenkbaum demoliert

Der Gedenkbaum für die Opfer des Berliner CSD-Anschlags ist aus dem Boden gerissen worden, zuvor war bereits die Regenbogenbank verwüstet worden.
Landtagswahl Sachsen-Anhalt

Erste Reaktionen nach AfD-Sieg

Die AfD gewinnt Sachsen-Anhalts Landtagswahl deutlich, verfehlt aber die absolute Mehrheit. Wie es weitergeht, ist derzeit völlig offen.
Darunter mehrere Schwule

Meilenstein der Diversität

In der kommenden Saison der National Football League werden erstmals 68 Männer als Cheerleader auftreten.
Große regionale Unterschiede

Anstieg um 12,8  Prozent

Eine aktuelle staatliche Erhebung zeigt: Im Jahr 2025 wurden in Deutschland insgesamt 2 .377 queerfeindliche Hassdelikte registriert.
Als pädophil verunglimpft

Polizei prüft Drohungen

Heinz Küppers, bekannt als Dragqueen Gräfin Henriette von Küppersbusch, hat Strafanzeige gegen den AfD-Fraktionsvorsitzenden Jan Pioch gestellt.
Hetzjagd in Kamerun

Mob jagte schwulen Aktivisten

Ein gewaltbereiter Mob machte in Kamerun Jagd auf einen bekannten schwulen Aktivisten. Dem jungen Mann gelang in letzter Sekunde die Flucht.