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Gay-Cruise in Italien
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Gay-Cruise in Italien Nach Absagen in Türkei und Ägypten ist das Schiff willkommen

ms - 21.07.2026 - 10:00 Uhr
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Nach Zurückweisungen durch die Türkei und Ägypten hat die schwule Kreuzfahrt der „Scarlet Lady“ jetzt in Palermo Station gemacht. Das Schiff der Reederei Virgin Voyages, das von Atlantis Events für ein schwules Publikum organisiert wurde, erreichte die sizilianische Hauptstadt während seiner Mittelmeerreise und wurde dort mit einem besonderen Empfang willkommen geheißen. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Gay-Kreuzfahrt mit der „Scarlet Lady“ hat nach Absagen in der Türkei und Ägypten Palermo erreicht.
  • Palermo begrüßte die rund 2.600 Passagiere mit Sonderöffnungen in der Gay Street und im Bunker Club.
  • Die Türkei hatte die Einfahrt wegen angeblicher „moralischer Standards“ und „Familienwerte“ verweigert.
  • Auch Ägypten ließ das Schiff nicht in seine Hoheitsgewässer einfahren.
  • Palermo setzt ein starkes Zeichen gegen Homophobie und Hass. 

Besonderer Empfang für Schwule 

Zum Empfang der schwulen Kreuzfahrtgäste öffneten die Lokale der Gay Street von Palermo sowie der Bunker Club in der Nacht außerplanmäßig. Vor dem Stopp in Sizilien hatte die Scarlet Lady erstmals auch Triest angelaufen. Die Kreuzfahrt wird von Atlantis Events organisiert, einem der internationalen Anbieter für Reisen und Veranstaltungen für homosexuelle Menschen. Nach Angaben der Gay Street von Palermo und Medienberichten von Palermo Today erreichte das Schiff die Stadt mit Tausenden Passagieren aus verschiedenen Ländern. Die Route führt nach dem Stopp in Triest weiter über Kroatien, Malta, Sizilien und die Côte d’Azur. Ziel der Reise ist Barcelona.

Starkes Zeichen gegen Homophobie

Die Gay Street von Palermo und der Bunker Club betonten dabei: „Für dieses historische Ereignis bleiben die Gay Street von Palermo mit dem Bunker Club diese Nacht geöffnet, um die 2.600 Passagiere der Scarlet Lady zu empfangen.“ Die Veranstalter sehen den Besuch als bedeutendes Ereignis für die LGBTIQ+-Gemeinschaft und die gesamte Stadt. Der Zwischenstopp sei sowohl für den Tourismus als auch für das internationale Ansehen Palermos wichtig und setzt nach den Absagen in der Türkei und Ägypten ein starkes Zeichen gegen Homophobie und Hass. 

Zudem verwiesen die Organisatoren auf eine wachsende Bedeutung des LGBTIQ+-Tourismus in der Stadt. „Seit die Gay Street eröffnet wurde, hat sich der LGBTIQ+-Tourismus in Palermo im Vergleich zu den vergangenen Jahren verdreifacht“, heißt es in einer Mitteilung. Dabei beziehen sie sich auf eine Untersuchung der European Gay Network aus Barcelona. Vor Palermo hatte die Scarlet Lady letzte Woche bereits erstmals in ihrer Geschichte Triest besucht. Nach Angaben der Nachrichtenagentur ANSA gingen dort rund 1.900 Passagiere von Bord, während etwa ebenso viele neue Gäste zustiegen. „Freiheit und Vergnügen“ seien die Leitmotive der Reise. Das Schiff wird als schwimmendes Fünf-Sterne-Hotel beworben.

Türkei verweigerte Einfahrt

Die Ankunft in Palermo bekam durch die vorherigen Absagen besondere Aufmerksamkeit. Ursprünglich sollte die Scarlet Lady am 8. Juli in Istanbul anlegen. Die türkischen Behörden verweigerten jedoch die Einfahrt in ihre Hoheitsgewässer. Die Entscheidung folgte nach einer Kampagne in sozialen Netzwerken durch islamistische Gruppen gegen die von Atlantis Events organisierte Kreuzfahrt. Die türkischen Behörden verwiesen auf angebliche „moralische Standards“ und „Familienwerte“. Zudem erklärten sie, die Reederei sei „für Verhaltensweisen bekannt, die mit dem gesellschaftlichen Gefüge unseres Landes nicht vereinbar sind“.

Rich Campbell, Präsident und Geschäftsführer von Atlantis Events, kritisierte die Entscheidung. „Es ist wirklich schockierend, ehrlich gesagt“, sagte er dem US-Sender CNN. „Ich meine, die Begründung ist, dass es sich um eine Gruppe schwuler Menschen handelt. Es macht mir große Sorgen, wenn ein Land entscheidet, welche Touristen einreisen dürfen und welche nicht.“

Reaktion von Broadway-Legende 

An Bord der Kreuzfahrt sollte auch Patti LuPone, Broadway-Legende und LGBTIQ+-Ikone, auftreten. Die US-Schauspielerin und Sängerin reagierte nach der Entscheidung der Türkei mit Unverständnis. „Ich bin schockiert“, sagte sie. „Dem Kreuzfahrtschiff der Atlantis, auf dem ich auftreten werde, wurde die Einreise in die Türkei verboten. Ein Schiff, ein großartiges Schiff, voller schwuler Männer. Und ich bin dabei.“ LuPone kritisierte den Vorgang als diskriminierend. „Die Einreise in die Türkei wurde einfach wegen der Menschen an Bord verweigert. Ich bin wütend, aber ich werde in See stechen, weil das Schiff andere Häfen anlaufen wird. Ich bin bereit, für all die wunderbaren Männer an Bord dieser Atlantis-Kreuzfahrt aufzutreten, die viel Besseres verdient haben.“

Auch Ägypten verweigerte Zugang

Nach der Absage durch die Türkei änderte Atlantis Events die Route und plante einen Zwischenstopp in Ägypten. Doch auch die ägyptischen Behörden verweigerten der Scarlet Lady den Zugang zu ihren Hoheitsgewässern. Während die Türkei ihre Entscheidung mit „moralischen Werten“ begründete, gab Ägypten nach Angaben der Nachrichtenagentur ANSA keine offizielle Erklärung für die Ablehnung ab. Die beiden Absagen sorgten insbesondere in den USA und Großbritannien für viel Aufmerksamkeit. Dabei wurde die Frage diskutiert, ob Passagiere wegen ihrer sexuellen Orientierung und der Ausrichtung der Kreuzfahrt diskriminiert wurden.

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