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Homophobe Morde in Philadelphia

Hass-Morde in Philadelphia Ermittler betonen Hassmotiv, Fahndung nach mutmaßlichem Täter

ms - 08.07.2026 - 11:00 Uhr
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Nach tödlichen Schüssen auf offenbar gezielt ausgewählte schwule Männer fahndet die Polizei in Philadelphia nach einem 21 Jahre alten Tatverdächtigen. Nach Angaben der Ermittler ist Jahylin Melchur weiterhin flüchtig. Ihm werden zwei Tötungsdelikte sowie ein weiterer Schusswaffenangriff zur Last gelegt.

Das Wichtigste im Überblick

  • Polizei sucht den 21-jährigen Jahylin Melchur wegen zweier Tötungsdelikte und eines weiteren Schusswaffenangriffs.
  • Ermittler gehen davon aus, dass die Opfer wegen ihrer sexuellen Orientierung gezielt ausgewählt wurden.
  • Zwei Männer starben im Juni, ein weiteres Opfer überlebte den Angriff.
  • Der Verdächtige soll auf Überwachungsvideos der U-Bahn zu sehen sein.
  • Die Ermittlungen befeuern die Debatte über den Schutz von LGBTIQ+-Menschen und das Hasskriminalitätsrecht in Pennsylvania.

Drei Angriffe auf schwule Männer 

Die Polizei wirft Melchur vor, den 45-jährigen Martin Higgins am 20. Juni auf der West Hunting Park Avenue erschossen zu haben. Außerdem soll er für den Tod des 29-jährigen Sharef Holman verantwortlich sein, der am 26. Juni auf derselben Straße erschossen wurde. Darüber hinaus wird der 21-Jährige mit einem Angriff auf einen 55-jährigen Mann in Verbindung gebracht. Das Opfer wurde am 29. Mai in der Lycoming Street angeschossen und überlebte.

Nach Informationen der Strafverfolgungsbehörden gehen die Ermittler davon aus, dass Melchur seine Opfer gezielt wegen ihrer sexuellen Orientierung auswählte. Higgins und Holman seien jeweils von hinten erschossen worden. Higgins wurde am 20. Juni gegen 22 Uhr auf einem Baseballfeld angeschossen und starb noch am Tatort. Holman wurde am 26. Juni gegen 23 Uhr wenige Straßen entfernt gefunden. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er um 23.29 Uhr seinen Verletzungen erlag. Der überlebende 55-Jährige wurde am 29. Mai gegen 22 Uhr neben seinem Auto mit Schussverletzungen am Ellenbogen und an der Körperseite gefunden, sagte der stellvertretende Polizeichef Frank Vanore dem Sender NBC10 Philadelphia.

Fahndung läuft auf Hochtouren 

Nach Angaben Vanores glauben die Ermittler zudem, den Verdächtigen auf Aufnahmen der Broad Street Line der Verkehrsgesellschaft Southeastern Pennsylvania Transportation Authority (SEPTA) erkannt zu haben. „Wir wissen, dass diese Person offenbar gezielt Menschen in diesem Gebiet ins Visier nimmt. Wenn also jemand zu dieser Uhrzeit – etwa gegen 22 Uhr – mit der SEPTA unterwegs ist, diese Person kennt oder weiß, wo sie lebt oder sich häufig aufhält, würden wir das gerne erfahren“, sagte Vanore. Die Polizei veröffentlichte Fahndungsbilder, auf denen der mutmaßliche Täter mit einem rot-schwarzen Kapuzenpullover sowie einem grauen Hoodie unter einer schwarzen Jacke zu sehen sein soll. Zeugen werden gebeten, sich bei der Mordkommission des Philadelphia Police Department zu melden. Hinweise können auch anonym abgegeben werden.

Bessere Gesetze gegen Hasskriminalität

Die Ermittlungen fallen in eine Zeit, in der die Staatsanwaltschaft von Philadelphia und weitere Justizbehörden eine Reform der Gesetze gegen Hasskriminalität im Bundesstaat Pennsylvania fordern. Nach geltendem Recht werden Straftaten, die aufgrund der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität eines Menschen begangen werden, nicht ausdrücklich erfasst. „Pennsylvania verfügt nicht über einen angemessenen rechtlichen Rahmen für die Verfolgung von Hassverbrechen. Das einzige Gesetz gegen Hasskriminalität im Bundesstaat, 'Ethnic Intimidation', wurde seit 1982 nicht mehr aktualisiert“, sagte Bezirksstaatsanwalt Larry Krasner. „Der Anwendungsbereich des Gesetzes bleibt deutlich hinter dem tatsächlichen Problem zurück.“

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