FIFA unter Druck WM: Ecuador protestiert gegen homophoben Schlachtruf
Mexikanische Fans skandierten während des WM-Achtelfinales gegen Ecuador am 30. Juni 2026 im Azteca-Stadion in Mexiko-Stadt einen homophoben Eins-Wort-Schlachtruf, der im spanischen umgangssprachlich „männliche Prostituierte“ bedeutet. Die Provokation ereignete sich bereits in der fünften Spielminute, als Ecuadors Torwart Hernán Galíndez zu einem Abschlag ansetzte. Dieser Vorfall markiert bereits den zweiten dokumentierten Einsatz des Schmähgesangs der mexikanischen Fans in diesem Turnier.
Das Wichtigste im Überblick
- Der Schlachtruf fiel in der 5. Minute des WM-Achtelfinals zwischen Mexiko und Ecuador am 30. Juni 2026 im Estadio Azteca, Mexiko-Stadt.
- Es ist bereits der zweite Vorfall im Turnier, zuvor wurde der gleiche Schlachtruf am 24. Juni 2026 im Gruppenspiel gegen Tschechien eingesetzt.
- Der ecuadorianische Fußballverband reichte eine förmliche Beschwerde bei der FIFA ein – unter anderem wegen des nächtlichen Lärms vor dem Hotel der Nationalmannschaft.
Hintergrund zum Schlachtruf
Der sogenannte „grito“, ein homophober Ausruf mit Ursprung in den 2010er-Jahren, wird häufig bei Abstößen des gegnerischen Torwarts eingesetzt. Er gewann zunächst bei den Olympischen Qualifikationsturnieren an Verbreitung, erreichte internationale Aufmerksamkeit bei der WM 2014 in Brasilien und wurde seither bei den Turnieren 2018, 2022 sowie im laufenden Wettbewerb wiederholt registriert, Die mexikanische Fußballföderation (FMF) wurde mehrfach von der FIFA dafür mit Geldstrafen belegt; der Internationale Sportgerichtshof CAS wies jüngst die meisten Einsprüche gegen diese Sanktionen zurück, hob jedoch eine teilweiser Stadionverbot auf.
Störaktion vor dem Spiel
In der Nacht vor dem Match versammelten sich mexikanische Fans vor dem Hotel der ecuadorianischen Mannschaft in Mexiko-Stadt, feuerten laute Musik, Hupen und Motorräder ab – offenbar, um die Spieler zu stören und deren Schlaf zu verhindern. Die ecuadorianische Fußballföderation verurteilte dieses Vorgehen als unfair und forderte die WM-Organisatoren auf, derartiges Verhalten künftig zu unterbinden.
Einschätzung und Ausblick
Die wiederholte Verwendung des homophoben Schlachtrufs trotz wiederholter Sanktionen zeigt Schwierigkeiten bei dessen Eindämmung. Da die FIFA Anti-Diskriminierungsbeauftragte zu jedem Spiel entsendet, bleibt unklar, ob ein sofortiger Eingriff oder eine Spielunterbrechung in diesem Fall erfolgte. Gleichzeitig unterstreicht die offizielle Beschwerde Ecuadors den ernsten Charakter der Vorfälle.
Wie die FIFA und die FMF zukünftig mit der persistierenden Problematik umgehen, bleibt die zentrale Frage. Insbesondere bleibt zu beobachten, ob der Fußballweltverband härtere Sanktionen verhängt – etwa weitere Spielunterbrechungen, Spielausschlüsse oder Restriktionen für Fans – oder alternative Präventionsprogramme intensiver umsetzt.