Direkt zum Inhalt

FIFA unter Druck WM: Ecuador protestiert gegen homophoben Schlachtruf

Von mr - 01.07.2026 - 13:00 Uhr
Ecuador protestiert gegen homophoben Schlachtruf bei WM-Spiel
Foto: © IMAGO / Eyepix Group
ANZEIGE
Loading audio player...

Mexikanische Fans skandierten während des WM-Achtelfinales gegen Ecuador am 30. Juni 2026 im Azteca-Stadion in Mexiko-Stadt einen homophoben Eins-Wort-Schlachtruf, der im spanischen umgangssprachlich „männliche Prostituierte“ bedeutet. Die Provokation ereignete sich bereits in der fünften Spielminute, als Ecuadors Torwart Hernán Galíndez zu einem Abschlag ansetzte. Dieser Vorfall markiert bereits den zweiten dokumentierten Einsatz des Schmähgesangs der mexikanischen Fans in diesem Turnier.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Schlachtruf fiel in der 5. Minute des WM-Achtelfinals zwischen Mexiko und Ecuador am 30. Juni 2026 im Estadio Azteca, Mexiko-Stadt. 
  • Es ist bereits der zweite Vorfall im Turnier, zuvor wurde der gleiche Schlachtruf am 24. Juni 2026 im Gruppenspiel gegen Tschechien eingesetzt.
  • Der ecuadorianische Fußballverband reichte eine förmliche Beschwerde bei der FIFA ein – unter anderem wegen des nächtlichen Lärms vor dem Hotel der Nationalmannschaft. 

 

Hintergrund zum Schlachtruf

Der sogenannte „grito“, ein homophober Ausruf mit Ursprung in den 2010er-Jahren, wird häufig bei Abstößen des gegnerischen Torwarts eingesetzt. Er gewann zunächst bei den Olympischen Qualifikationsturnieren an Verbreitung, erreichte internationale Aufmerksamkeit bei der WM 2014 in Brasilien und wurde seither bei den Turnieren 2018, 2022 sowie im laufenden Wettbewerb wiederholt registriert, Die mexikanische Fußballföderation (FMF) wurde mehrfach von der FIFA dafür mit Geldstrafen belegt; der Internationale Sportgerichtshof CAS wies jüngst die meisten Einsprüche gegen diese Sanktionen zurück, hob jedoch eine teilweiser Stadionverbot auf.

 

Störaktion vor dem Spiel

In der Nacht vor dem Match versammelten sich mexikanische Fans vor dem Hotel der ecuadorianischen Mannschaft in Mexiko-Stadt, feuerten laute Musik, Hupen und Motorräder ab – offenbar, um die Spieler zu stören und deren Schlaf zu verhindern. Die ecuadorianische Fußballföderation verurteilte dieses Vorgehen als unfair und forderte die WM-Organisatoren auf, derartiges Verhalten künftig zu unterbinden.

 

Einschätzung und Ausblick

Die wiederholte Verwendung des homophoben Schlachtrufs trotz wiederholter Sanktionen zeigt Schwierigkeiten bei dessen Eindämmung. Da die FIFA Anti-Diskriminierungsbeauftragte zu jedem Spiel entsendet, bleibt unklar, ob ein sofortiger Eingriff oder eine Spielunterbrechung in diesem Fall erfolgte. Gleichzeitig unterstreicht die offizielle Beschwerde Ecuadors den ernsten Charakter der Vorfälle.

Wie die FIFA und die FMF zukünftig mit der persistierenden Problematik umgehen, bleibt die zentrale Frage. Insbesondere bleibt zu beobachten, ob der Fußballweltverband härtere Sanktionen verhängt – etwa weitere Spielunterbrechungen, Spielausschlüsse oder Restriktionen für Fans – oder alternative Präventionsprogramme intensiver umsetzt.

Anzeige
ANZEIGE

QUEERE PRESSESCHAU

DER SPIEGELTürkei: Unabhängiges Onlineportal muss wegen angeblicher »LGBT-Propaganda« schließentazKonzertempfehlungen für Berlin: Klang gewordene WimmelbilderFrankfurter Allgemeine ZeitungInfluencerin Vapaux: In zehn Jahren möchte ich mein Girl sorglos küssenFrankfurter Allgemeine ZeitungInfluencerin Valentina Vapaux: In zehn Jahren möchte ich mein Girl sorglos küssenAlle Meldungen ansehen
ANZEIGE

Umfrage der Woche

Wie sollte das Abstammungsrecht für Regenbogenfamilien geregelt werden?

Choices
Artikel zur Umfrage lesen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Herkules liebte auch Männer

Die schwule Seite des Halbgottes

Herkules werden in antiken Überlieferungen auch zahlreiche männliche Liebhaber zugeschrieben – darunter Hylas, Abderos und Nireus.
Streit um Sexkauf-Gesetz

Island verschärft Freier-Strafen

Island will beim Sexkauf Geldstrafen streichen und Haft als Sanktion vorsehen. Organisationen von Sexarbeitern warnen vor mehr Gefahren.
„Heated Rivalry“ wird real

Stiftung für Shane und Ilya

Die Macher von „Heated Rivalry“ machen eine Idee aus der Romanvorlage zur Realität und gründen die gemeinnützige Irina Foundation.
Sieben Jahre Haft für Maja T.

Budapester Gericht senkt Strafe

Ein Berufungsgericht in Budapest reduziert die Haftstrafe für Maja T. auf sieben Jahre. Der Vater fordert die Überstellung nach Deutschland.
LEGO streitet um Jacke

„Queer Eye“-Outfit vor Gericht

Eine Lederjacke aus „Queer Eye“ beschäftigt jetzt ein US-Gericht: Designer James Concannon wirft LEGO eine Verletzung seines Urheberrechts vor.
Queerer Redakteur erschossen

Schwiegereltern unter Mordverdacht

Ein trans* Mitarbeiter der New York Times wurde erschossen – kurz vor einer Sorgerechtsanhörung. Seine Schwiegereltern sind tatverdächtig in Haft.
Newsom stärkt LGBTIQ+-Schutz

Kalifornien schützt queere Daten

Kalifornien stärkt mit sechs neuen Gesetzen den Schutz von LGBTIQ+-Menschen – und reagiert damit ausdrücklich auf die Politik der Trump-Regierung.
Köln feiert Dirk Bach

Feierliche Einweihung am Rhein

14 Jahre nach Dirk Bachs Tod wird sein Platz in Köln jetzt feierlich eingeweiht – nach einem jahrelangen Streit um die Namensgebung.
25 Jahre Haft für Mord

Tayy Thomas mit 17 getötet

Ein 22-Jähriger muss wegen des Mordes an der 17-jährigen trans* Jugendlichen Tayy Thomas in Alabama für 25 Jahre ins Gefängnis.