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Hitzefrei für CSDs Veranstalter reagieren mit Schutzmaßnahmen und Pride-Absagen

Von ms - 25.06.2026 - 08:30 Uhr
Hitzefrei für CSDs
Foto: iStock / Jossfoto
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Die anhaltende Hitzewelle sorgt in Deutschland für erhebliche Auswirkungen auf die diesjährige CSD-Saison. Während sich viele Veranstalter bereits seit Monaten mit möglichen rechtsextremen Störaktionen und anderweitigen Attacken auseinandersetzen, rückt nun ein weiteres Problem in den Mittelpunkt: die außergewöhnlich hohen Temperaturen. Die ersten Pride-Organisatoren ziehen jetzt teils bittere Konsequenzen. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Mehrere Christopher-Street-Day-Veranstaltungen wurden wegen der angekündigten Extremhitze abgesagt oder verschoben.
  • Betroffen sind unter anderem Nürtingen, Bramsche, Potsdam und Bruchsal.
  • Zahlreiche andere CSDs sollen trotz Temperaturen von teils bis zu 40 Grad stattfinden.
  • Veranstalter verkürzen Demorouten, stellen Wasser bereit und veröffentlichen Sicherheitshinweise.
  • Einige Pride-Organisationen setzen auf kreative Abkühlungsangebote für die Teilnehmer.

Hitzewelle stellt Pride

Mehrere Organisatoren entschieden sich jetzt aufgrund der Hitze kurzfristig gegen die Durchführung ihrer geplanten Veranstaltungen am kommenden Wochenende. Viele Bundesländer in Deutschland erwarten die nächsten Tage neue Hitzerekorde für den Juni mit bis zu 40 Grad Temperatur.  Zu den ersten abgesagten Veranstaltungen zählt der CSD in Nürtingen, Baden-Württemberg. Die Organisatoren begründeten die Entscheidung mit den erwarteten Höchstwerten. „Schweren Herzens haben wir uns heute entschieden, unseren CSD zu verschieben!", teilte der CSD Nürtingen auf Instagram mit. „Bei der erwarteten Hitze von bis zu 40°C am 27.06. wäre es mit den gegebenen Bedingungen vor Ort ein zu großes Risiko. Wir möchten auf uns und euch achten und alle sollen gut teilnehmen können." Die Veranstaltung soll nun Mitte September nachgeholt werden.

Ausweich-Termine für CSDs

Auch in Bramsche, Niedersachen, wird die Pride-Veranstaltung nicht wie geplant stattfinden. Nach Gesprächen mit Stadtverwaltung und Behörden fiel die Entscheidung für eine Verlegung. „Ein Ersatztermin ist in Arbeit und wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben“, teilte das Queere Netzwerk Bramsche ebenso auf Instagram mit. In Potsdam, Brandenburg, wurde ebenfalls die Notbremse gezogen. Der für Samstag geplante Fahrrad-Pride findet nicht statt: „Wir haben uns schweren Herzens entschieden, den 7. Fahrrad-Pride Potsdam abzusagen", erklärte der Verein Regenbogen Potsdam in einem Statement. Als Grund nannten die Veranstalter gesundheitliche Risiken für die Teilnehmer. Gesundheit gehe vor: „Hitze in dieser Intensität ist für viele Menschen, besonders für vulnerable Gruppen, real gefährlich.“ Der Fahrrad-Pride soll stattdessen am 24. Oktober nachgeholt werden. Auch in Bruchsal, Baden-Württemberg, wirkt sich die Wetterlage auf die Planungen aus. Der für Donnerstag vorgesehene Brusl Pride fällt nach einem Bericht der Badischen Neuesten Nachrichten aus. Vorgesehen war ursprünglich ein Familienfest auf dem Otto-Oppenheimer-Platz. Stattdessen wollen die Organisatoren 150 Kugeln Eis kostenlos verteilen.

Zahlreiche Prides finden statt 

Trotz der extremen Wetterprognosen wollen viele CSD-Initiativen ihre Veranstaltungen wie vorgesehen trotzdem durchführen. Nach aktuellem Stand sind für das Wochenende unter anderem Veranstaltungen in Ahrensburg, Bernau, Erkrath, Greifswald, Gummersbach, Hanau, Hildesheim, Ilmenau, Jüchen, Leutkirch, Lüchow, Marburg, Meldorf, Mülheim, München, Nordenham, Offenburg, Quickborn, Rastatt, Schleswig, Siegburg, Soest, Stade, Torgau, Weimar, Winsen und Würzburg geplant.

Die Veranstalter beobachten die Wetterentwicklung jedoch genau. „Nur bei einem Hitzegewitter oder anderen akuten Wettergefahren müssten wir die Veranstaltung abbrechen oder unterbrechen“, erklärte etwa der CSD Offenburg in Baden-Württemberg. „Nach aktuellem Stand ist dies jedoch nicht vorhergesagt.“ Um gesundheitliche Risiken zu minimieren, werden vielerorts allerdings kurzfristig Anpassungen vorgenommen. Besonders häufig reagieren die Organisatoren mit verkürzten Demonstrationsrouten.

Verkürzte Demo-Routen

„Wir werden bei der Demo eine stark verkürzte Route laufen“, teilte der CSD Wendland in Lüchow, Niedersachsen,  mit. Auch andere CSD-Veranstaltungen kündigten deutlich gekürzte Streckenführungen an. In Lüchow soll darüber hinaus ein klimatisiertes Fahrzeug Teil der Parade sein. Die Veranstalter werben ausdrücklich für dessen Nutzung: „Falls es dir also zu heiß ist oder wird, du aber dabei sein willst, steig doch in den Bus!“ Zahlreiche Pride-Initiativen nutzen darüber hinaus soziale Medien, um die Besucherinnen und Besucher auf die Belastungen durch die Hitze vorzubereiten. Empfohlen werden ausreichend Flüssigkeit, Sonnenschutz sowie regelmäßige Pausen im Schatten. Der CSD München gibt seinen Besuchern einen ganz praktischen Rat mit auf den Weg: Sie sollen vorsorglich Badesachen mitbringen.

Der CSD Wesermarsch in Nordenham, Niedersachen, appelliert zudem: „Achtet aufeinander und sprecht Menschen an, die Hilfe benötigen. Falls ihr euch unwohl fühlt oder Unterstützung braucht, sind unser Awareness-Team und die Helferinnen jederzeit für euch da.“ Der CSD Ahrensburg in Schleswig-Holstein empfiehlt darüber hinaus ausdrücklich, auf Alkohol zu verzichten. Einige Veranstalter versuchen des Weiteren, die außergewöhnlichen Temperaturen mit besonderen Aktionen abzufedern. So plant der CSD Hanau in Hessen „Regenbogen-Wasserspiele“, um den Teilnehmern Abkühlung zu verschaffen.

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